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Bildung & Soziales

DHBW-Sozialpädagogen

DHBW-Sozialpädagogen haben Soziale Arbeit dual an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg studiert und begleiten Kinder, Jugendliche, Familien oder Erwachsene in schwierigen Lebenslagen. Sie arbeiten bei Jugendämtern, freien Trägern, Kliniken oder in der Justiz.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als DHBW-Sozialpädagogen verdient

4.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 6.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.800 € 4.100 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.100 € 6.200 € 61.200 €

Bei Kommunen gilt der TVöD im Sozial- und Erziehungsdienst (meist Entgeltgruppen S 11b bis S 14, im Jugendamt mit Kinderschutzaufgaben häufig S 14), bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie mit ähnlichen Werten. Freie Träger ohne Tarifbindung zahlen oft deutlich weniger, Leitungsfunktionen und Schichtzulagen in stationären Einrichtungen heben das Gehalt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein DHBW-Sozialpädagoge?

DHBW-Sozialpädagoginnen und -Sozialpädagogen arbeiten dort, wo Menschen Unterstützung brauchen, weil Familie, Gesundheit, Geld oder Wohnung nicht mehr tragen. Die Arbeit hängt stark von der Studienrichtung und dem Träger ab. In der Jugendhilfe führen sie Hilfeplangespräche, betreuen Jugendliche in Wohngruppen oder prüfen im Jugendamt Hinweise auf Kindeswohlgefährdung. In der Bewährungshilfe halten sie Kontakt zu Verurteilten, in der Klinik organisieren sie Reha und Pflege nach der Entlassung, in der Behindertenhilfe begleiten sie Menschen im Alltag und bei der Teilhabe am Arbeitsleben. Ein großer Teil des Tages besteht aus Gesprächen, Telefonaten mit Behörden, Schulen und Ärzten, Anträgen und Dokumentation. Fallakten, Berichte für Gerichte oder Kostenträger und Teambesprechungen nehmen oft mehr Zeit ein als die direkte Arbeit mit Klientinnen und Klienten.

Wie wird man DHBW-Sozialpädagoge?

Der Weg führt über das duale Studium Soziale Arbeit an der DHBW, das unter anderem in Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Heidenheim angeboten wird. Vor der Bewerbung an der Hochschule steht ein Vertrag mit einem Praxispartner, etwa einem Landkreis, einem Wohlfahrtsverband oder einer Einrichtung der Jugendhilfe. Das Studium dauert drei Jahre und wechselt etwa alle drei Monate zwischen Hochschule und Praxisstelle. Gewählt wird eine Studienrichtung, zum Beispiel Kinder- und Jugendarbeit, Erziehungshilfen, Soziale Dienste der Justiz, Menschen mit Behinderung oder Soziale Arbeit im Gesundheitswesen. Während des gesamten Studiums zahlt der Praxispartner eine monatliche Vergütung. Am Ende stehen der Bachelor of Arts und die staatliche Anerkennung, die für viele Stellen im öffentlichen Dienst Pflicht ist. Wer bereits eine Ausbildung als Erzieherin oder Heilerziehungspfleger hat, steigt oft auf diesem Weg auf. Ein Quereinstieg ohne Studium ist in die eigentliche Sozialarbeiterstelle in der Regel nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist psychisch belastend. Gewalt in Familien, Sucht, Armut und psychische Erkrankungen gehören zum Alltag, und nicht jede Hilfe gelingt. Im Jugendamt müssen Entscheidungen über Inobhutnahmen unter Zeitdruck getroffen werden, mit hoher Verantwortung und manchmal gegen den Willen der Eltern. Viele Dienste sind dünn besetzt, Fallzahlen pro Fachkraft sind hoch, Vertretungen laufen nebenher. In stationären Einrichtungen gibt es Schicht-, Wochenend- und Nachtdienste, in Beratungsstellen eher Abendtermine. Wer Distanz zu Schicksalen nicht wahren kann, brennt schnell aus. Dazu kommt viel Verwaltungsarbeit mit Sozialgesetzbüchern, Fristen und Berichten. Das duale Studium selbst ist dicht: Semesterferien im üblichen Sinn gibt es nicht, Prüfungen und Praxisberichte fallen parallel zur Arbeit an.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Jugendämter, Schulsozialarbeit, Ganztagsbetreuung und Eingliederungshilfe suchen dauerhaft Fachkräfte, viele Stellen bleiben lange unbesetzt. Praxispartner übernehmen Absolventinnen häufig direkt. Weiterentwickeln lässt sich die Laufbahn über Zusatzqualifikationen wie systemische Beratung, Kinderschutzfachkraft oder Traumapädagogik, über eine Teamleitung oder Einrichtungsleitung sowie über einen Master, etwa in Sozialmanagement oder klinischer Sozialarbeit. Mit Master steht auch der höhere Dienst oder die Lehre an Hochschulen offen.

Aufgaben

  • Beratungs- und Hilfeplangespräche mit Familien und Jugendlichen führen
  • Hilfebedarf einschätzen und passende Maßnahmen beantragen
  • Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung nachgehen
  • Berichte für Gerichte, Jugendämter und Kostenträger schreiben
  • mit Schulen, Ärzten, Behörden und Therapeuten zusammenarbeiten
  • Gruppenangebote und Freizeitmaßnahmen planen und durchführen
  • Fallakten und Gesprächsverläufe dokumentieren

Voraussetzungen

  • allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife mit bestandenem Studierfähigkeitstest
  • Studienvertrag mit einem zugelassenen Praxispartner
  • erweitertes Führungszeugnis
  • psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
  • sicheres Auftreten in Konfliktgesprächen
  • sorgfältiges schriftliches Arbeiten

Wo man arbeitet

  • Jugendämter und Sozialämter
  • freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe
  • Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder AWO
  • Kliniken und Reha-Einrichtungen
  • Bewährungshilfe und Justizvollzug
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Der Weg in den Beruf

Dreijähriges duales Studium Soziale Arbeit an der DHBW mit Wechsel zwischen Hochschule und Praxispartner im Dreimonatsrhythmus. Abschluss ist der Bachelor of Arts mit staatlicher Anerkennung als Sozialarbeiterin oder Sozialpädagoge.

Verwandte Berufe

Erzieher

Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kita, Hort und Jugendhilfe, fördern ihre Entwicklung und arbeiten eng mit den Eltern zusammen.

Offene Stellen
210
Monatsbrutto
3.200 – 4.900 €

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.

Offene Stellen
86
Monatsbrutto
3.050 – 4.700 €

Heilpädagoge

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Verhaltensauffälligkeit. Sie erheben den Förderbedarf, planen gezielte Förderung und beraten Angehörige und Fachkräfte.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.000 – 5.300 €

Sozialarbeiter

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa bei Armut, Sucht, Gewalt oder familiären Krisen. Sie vermitteln Hilfen, stellen Anträge und arbeiten mit Ämtern, Schulen und Gerichten zusammen.

Offene Stellen
19
Monatsbrutto
3.300 – 5.900 €

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