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Handwerk & Produktion

Elektriker / Mechatroniker für Produktionsmaschinen

Elektriker und Mechatroniker für Produktionsmaschinen halten Fertigungsanlagen in Industriebetrieben am Laufen. Sie warten, reparieren, programmieren und nehmen elektrische, mechanische und pneumatische Systeme in Betrieb.

159 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektriker / Mechatroniker für Produktionsmaschinen verdient

3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 5.400 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €

Am stärksten entscheidet die Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, ERA) oder dem Tarifvertrag der chemischen Industrie (IGBCE) liegt das Gehalt deutlich höher als in kleineren, nicht tarifgebundenen Betrieben. Schicht-, Nacht- und Bereitschaftszulagen sind hier nicht enthalten und können das Monatseinkommen spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektriker oder Mechatroniker für Produktionsmaschinen?

Die Arbeit dreht sich um Anlagen, die in Fabriken rund um die Uhr produzieren: Verpackungsmaschinen, Pressen, Spritzgussanlagen, Roboterzellen, Förderstrecken. Ein großer Teil ist Instandhaltung. Steht eine Linie still, suchen die Fachkräfte den Fehler. Sie lesen Schaltpläne, messen Spannungen, prüfen Sensoren und Antriebe, lesen Fehlermeldungen aus der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) aus und tauschen defekte Bauteile. Dazu kommt geplante Wartung: Lager schmieren, Riemen und Dichtungen wechseln, Pneumatik- und Hydraulikleitungen kontrollieren, elektrische Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3 prüfen. Bei neuen Anlagen oder Umbauten verdrahten sie Schaltschränke, montieren Baugruppen, nehmen Maschinen in Betrieb und ändern kleinere Programmteile. Jede Reparatur wird dokumentiert. Sie sprechen viel mit Maschinenbedienern, Schichtleitungen und den Servicetechnikern der Hersteller.

Wie wird man Elektriker oder Mechatroniker für Produktionsmaschinen?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren mit Abschluss vor der IHK. Passende Berufe sind Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Elektroniker für Automatisierungstechnik. Mechatroniker verbinden Mechanik und Elektrik, die Elektroniker-Berufe gehen tiefer in Steuerungen und elektrische Anlagen. Industriemechaniker arbeiten ebenfalls an Produktionsmaschinen, dürfen ohne Zusatzqualifikation aber nur eingeschränkt an elektrischen Teilen arbeiten. Gefragt sind meist ein mittlerer Schulabschluss und solide Noten in Mathematik und Physik. Quereinsteiger aus anderen technischen Berufen können sich zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten weiterbilden oder über eine von der Agentur für Arbeit geförderte Umschulung, die meist rund zwei Jahre dauert, einen vollen Abschluss erwerben.

Was der Beruf verlangt

Produktionsbetriebe arbeiten häufig im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, die Instandhaltung muss mitziehen. Nachtschichten, Rufbereitschaft und Einsätze am Wochenende gehören in vielen Betrieben dazu, große Reparaturen werden gern in Betriebsferien oder an Feiertagen erledigt. Bei einem Stillstand kostet jede Minute Geld, entsprechend hoch ist der Druck, schnell eine Lösung zu finden. Die Umgebung ist laut, teils ölig oder heiß, gearbeitet wird oft in engen Schaltschränken, unter Maschinen oder auf Leitern. Schutzkleidung, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe sind Pflicht. Der Umgang mit Strom verlangt Sorgfalt, Fehler können lebensgefährlich sein. Wer gut ist, mag systematische Fehlersuche, behält bei Hektik den Überblick und liest auch englische Herstellerdokumentation. Farbsehen ist wichtig, weil Adern farbig gekennzeichnet sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch, Elektrofachkräfte in der Industrie gehören zu den Engpassberufen. Automatisierung ersetzt diese Arbeit nicht, sie erzeugt eher mehr davon, weil die Anlagen komplexer werden. Abhängig ist die Lage allerdings von der Branche: In der Automobil- und Zulieferindustrie werden derzeit Stellen abgebaut, in Lebensmittel-, Pharma- und Verpackungsindustrie ist der Bedarf stabiler. Weiterentwickeln lässt sich der Beruf über den staatlich geprüften Techniker oder den Industriemeister Elektrotechnik, die zu Leitungsaufgaben in der Instandhaltung führen. Andere wechseln als Servicetechniker in den Außendienst eines Maschinenbauers, spezialisieren sich auf SPS-Programmierung und Robotik oder studieren Elektrotechnik oder Mechatronik.

Aufgaben

  • Störungen an Produktionsanlagen eingrenzen und beheben
  • Sensoren, Antriebe und Steuerungskomponenten prüfen und tauschen
  • Fehlermeldungen aus SPS-Steuerungen auslesen und Programme anpassen
  • Wartungspläne abarbeiten und Verschleißteile wechseln
  • Pneumatik- und Hydrauliksysteme kontrollieren und instand setzen
  • Schaltschränke verdrahten und neue Anlagen in Betrieb nehmen
  • Elektrische Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3 prüfen
  • Reparaturen und Änderungen dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker für Automatisierungstechnik
  • Qualifikation als Elektrofachkraft
  • Kenntnisse in Steuerungstechnik, etwa Siemens S7 oder TIA Portal
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft
  • Körperliche Belastbarkeit und uneingeschränktes Farbsehen
  • Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
  • Grundkenntnisse in technischem Englisch

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe der Metall- und Elektroindustrie
  • Automobilhersteller und Zulieferer
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Chemie- und Pharmaunternehmen
  • Maschinen- und Anlagenbauer im Service
  • Industriedienstleister für Instandhaltung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker für Automatisierungstechnik mit Abschluss vor der IHK. Quereinsteiger aus technischen Berufen erreichen den Abschluss über eine geförderte Umschulung von etwa zwei Jahren. Danach sind der staatlich geprüfte Techniker oder der Industriemeister die gängigen Aufstiegswege.

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