Elektromonteur Nieder- und Mittelspannung
Elektromonteure für Nieder- und Mittelspannung bauen, warten und reparieren Stromnetze bis etwa 30 Kilovolt, also Kabeltrassen, Ortsnetzstationen, Schaltanlagen und Hausanschlüsse. Sie arbeiten meist für Netzbetreiber oder Kabelbaufirmen, häufig im Freien und mit Bereitschaftsdienst.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektromonteur Nieder- und Mittelspannung verdient
3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 4.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.100 € | 3.400 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.600 € | 4.100 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.800 € | 50.400 € |
Am meisten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: Stadtwerke und Netzbetreiber zahlen meist nach TV-V oder nach Energietarifen wie dem AVEU-Tarifvertrag und liegen über Kabelbaufirmen, die oft nach den regionalen Tarifverträgen des Elektrohandwerks oder frei bezahlen. Rufbereitschaft, Störungseinsätze und Montagezulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektromonteur Nieder- und Mittelspannung?
Elektromonteure in diesem Bereich sorgen dafür, dass Strom vom Umspannwerk bis zum Hausanschluss fließt. Sie verlegen Erdkabel in offenen Gräben, setzen Kabelmuffen und Endverschlüsse, montieren und schließen Ortsnetzstationen, Transformatoren und Kabelverteilerschränke an. Zum Alltag gehören Schalthandlungen im Netz, das Freischalten und Erden von Anlagenteilen vor Arbeiten, Messungen an Kabeln und Schutzeinrichtungen sowie die Fehlersuche nach Störungen, etwa wenn ein Bagger ein Kabel beschädigt hat. Hinzu kommen Neuanschlüsse von Gebäuden, Ladesäulen, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. Gearbeitet wird meist im Zweier- oder Dreierteam mit einem Montagefahrzeug, oft auf Baustellen im Straßenraum, in Stationen und Kellern. Arbeitsaufträge, Schaltprotokolle und Prüfberichte werden zunehmend auf Tablets dokumentiert.
Wie wird man Elektromonteur Nieder- und Mittelspannung?
Der übliche Weg ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Betriebstechnik, zum Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik oder zum Elektroanlagenmonteur. Viele Netzbetreiber bilden selbst aus. Für die Arbeit im Mittelspannungsnetz folgen betriebliche Schulungen: Schaltberechtigung, Arbeiten unter Spannung im Niederspannungsnetz, Muffenmontage und Erste Hilfe. Quereinsteiger aus anderen Elektroberufen werden oft über einige Monate eingearbeitet. Wer keine elektrotechnische Ausbildung hat, kann im Kabelbau als Helfer oder Kabelmonteur beginnen, darf aber ohne Abschluss als Elektrofachkraft keine eigenverantwortlichen Schaltarbeiten übernehmen. Ein Führerschein der Klasse B ist fast immer Pflicht, C1E wird häufig gern gesehen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet bei jedem Wetter statt, im Winter in kalten Baugruben, im Sommer in heißen Stationen. Kabeltrommeln bewegen, knien, in engen Schächten arbeiten und schwere Bauteile heben belasten Rücken und Knie. Fehler beim Freischalten können tödlich sein, deshalb verlangt der Beruf ständige Konzentration und strenge Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln. Bei Netzbetreibern ist Rufbereitschaft üblich: Störungen müssen auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen behoben werden, oft unter Zeitdruck, weil Haushalte oder Betriebe ohne Strom sind. Die Einsatzorte wechseln täglich, bei Kabelbaufirmen sind auch Montagen mit Übernachtung möglich. Gute Kenntnisse der Vorschriften, etwa VDE-Normen und DGUV-Regeln, werden vorausgesetzt und regelmäßig geschult.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es auf Jahre bleiben. Der Ausbau erneuerbarer Energien, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen zwingt die Verteilnetzbetreiber, ihre Netze zu verstärken, gleichzeitig gehen viele erfahrene Monteure in Rente. Offene Stellen bleiben häufig lange unbesetzt. Weiterbilden kann man sich zum Elektrotechnikermeister oder staatlich geprüften Techniker, danach sind Aufgaben als Netzmeister, Bauleiter oder Schaltingenieurin in der Netzleitstelle möglich. Ein Studium der Elektrotechnik oder Energietechnik öffnet den Weg in Netzplanung und Projektierung. Wer bleiben möchte, kann sich auf Kabelfehlerortung, Schutztechnik oder Arbeiten unter Spannung spezialisieren.
Aufgaben
- Erdkabel verlegen und Kabelmuffen sowie Endverschlüsse montieren
- Ortsnetzstationen, Transformatoren und Kabelverteilerschränke aufbauen und anschließen
- Anlagenteile freischalten, erden und Schalthandlungen nach Schaltauftrag ausführen
- Kabelfehler orten und Störungen im Rahmen der Rufbereitschaft beheben
- Hausanschlüsse, Ladesäulen und Erzeugungsanlagen an das Netz anschließen
- Isolations-, Erdungs- und Schutzmessungen durchführen
- Wartungen und Inspektionen an Stationen und Schaltanlagen erledigen
- Arbeitsaufträge, Schaltprotokolle und Prüfergebnisse dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf als Elektrofachkraft
- Schaltberechtigung und Schulung für Arbeiten unter Spannung, meist im Betrieb erworben
- Führerschein Klasse B, oft auch C1E
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien, Heben und Arbeiten in Zwangshaltung
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und wechselnden Einsatzorten
- Sorgfalt und striktes Sicherheitsbewusstsein
- Kenntnis der VDE-Bestimmungen und Unfallverhütungsvorschriften
Wo man arbeitet
- Verteilnetzbetreiber und Stadtwerke
- Regionale Energieversorgungsunternehmen
- Kabel- und Leitungsbaufirmen
- Elektroinstallationsbetriebe mit Netzanschlussgeschäft
- Industriebetriebe mit eigener Mittelspannungsversorgung
- Dienstleister für Netzbau und Netzservice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder zum Elektroanlagenmonteur mit Gesellen- oder Facharbeiterprüfung. Die Qualifikation für Schalthandlungen und Arbeiten im Mittelspannungsnetz wird anschließend über betriebliche Schulungen und Einarbeitung erworben.
Offene Stellen als Elektromonteur Nieder- und Mittelspannung
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Elektromonteur (m/w/d) Nieder- und Mittelspannung (1-kV- und 20-kV)
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