Zum Inhalt springen
Handwerk & Produktion

Elektroniker für Betriebstechnik

Elektroniker für Betriebstechnik bauen, warten und reparieren die elektrischen Anlagen, Schaltanlagen und Steuerungen von Industriebetrieben.

40 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Betriebstechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.650 € 5.400 € 55.800 €

Grundlage sind die Entgeltgruppen der Flächentarife der Metall- und Elektroindustrie und die Entgeltatlas-Werte der Bundesagentur. Ohne Tarifbindung, vor allem im Elektrohandwerk, liegt es merklich darunter; Zuschläge sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Der Elektroniker für Betriebstechnik ist ein eigener Ausbildungsberuf und nicht dasselbe wie der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik: Hier geht es nicht um Hausinstallation, sondern um die elektrische Seite der Produktion. Schaltanlagen, Energieverteilungen, Antriebe, Sensorik und SPS-gestützte Steuerungen werden installiert, in Betrieb genommen, geprüft und instand gehalten. Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche: Eine Fertigungslinie steht, und jemand muss zwischen Mechanik, Sensor, Antrieb und Steuerungsprogramm eingrenzen, woran es liegt.

Die Anlagen laufen durch, deshalb arbeitet die Instandhaltung in Wechselschicht, oft im Drei-Schicht-Betrieb, und übernimmt Rufbereitschaft an Wochenenden. Störungen halten sich nicht an die Schichtübergabe. Wartungsfenster liegen häufig in Produktionspausen, also nachts, an Feiertagen oder im Werksurlaub. Sicherheit ist dabei kein Formalismus: Anlagen werden nach den fünf Sicherheitsregeln freigeschaltet, gesichert und erst dann angefasst; Arbeiten unter Spannung sind nur mit Nachweis und in engen Grenzen erlaubt, und für das Schalten in der Energieverteilung braucht es eine betrieblich erteilte Schaltberechtigung. Körperlich verlangt der Beruf Arbeiten auf Leitern und Hebebühnen, in Kanälen und an unbequemen Einbauorten, bei Lärm, Hitze und Staub.

Im Bestand dieses Portals suchen überwiegend produzierende Werke: Glas, Ernährung, Systemtechnik und Anlagenbau, an Standorten wie Bad Überkingen, Osnabrück, Gescher und Halle in Westfalen. Auffällig ist der hohe Anteil an Ausbildungsplätzen; die Betriebe bilden selbst aus, weil Fachkräfte am Markt kaum zu bekommen sind. Wo der Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie gilt, liegt die Bezahlung deutlich über dem, was das Elektrohandwerk zahlt, und die Arbeitszeit ist kürzer. Wer in einen Industriebetrieb mit Tarifbindung kommt, hat damit die bessere Ausgangslage, muss aber Schicht und Rufbereitschaft mitbringen.

Aufgaben

  • Schaltschränke, Energieverteilungen und Antriebe installieren und in Betrieb nehmen
  • Störungen an Maschinen und Fertigungslinien im laufenden Betrieb eingrenzen und beseitigen
  • SPS-gestützte Steuerungen parametrieren, testen und anpassen
  • Wartungs- und Prüfpläne abarbeiten und Messprotokolle führen
  • Anlagen nach den fünf Sicherheitsregeln freischalten und wieder zuschalten
  • Wiederkehrende Prüfungen an ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmitteln durchführen
  • Umbauten dokumentieren und Schalt- und Stromlaufpläne aktuell halten
  • Anlagenbediener einweisen und Abweichungen an die Produktion zurückmelden

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik oder ein gleichwertiger Elektroberuf
  • Sicheres Lesen von Schalt-, Klemmen- und Stromlaufplänen
  • Grundlagen der Steuerungstechnik, in der Praxis meist Siemens S7 oder TIA Portal
  • Schaltberechtigung bis 1 kV, in Teilen der Industrie auch für Mittelspannung; wird häufig erst im Betrieb erteilt
  • Bereitschaft zu Wechselschicht, Rufbereitschaft und Einsätzen in Produktionspausen
  • Körperliche Eignung für Arbeiten in der Höhe, in engen Einbauorten und unter Lärm und Hitze
  • Führerschein Klasse B, wenn mehrere Werksteile oder Standorte betreut werden

Wo man arbeitet

  • Produktionswerke der Industrie, etwa Glas, Chemie, Ernährung, Papier und Metall
  • Instandhaltungsabteilungen und Betriebswerkstätten großer Werke
  • Anlagen- und Sondermaschinenbau, mit Montage und Inbetriebnahme beim Kunden
  • Energieversorger, Stadtwerke und Netzbetreiber
  • Technisches Facility Management und Industriedienstleister
  • Verkehrsbetriebe und Infrastrukturanlagen

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik im Industriebetrieb, mit gestreckter Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Formal genügt ein Hauptschulabschluss, tatsächlich stellen die Betriebe überwiegend mit mittlerem Abschluss ein und achten auf Mathematik und Physik. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung um ein halbes Jahr möglich. Nach einigen Jahren im Betrieb stehen der Industriemeister Elektrotechnik, der staatlich geprüfte Techniker oder eine Spezialisierung auf Automatisierungs- und Antriebstechnik offen; mit Meister- oder Technikerbrief ist auch ein Studium der Elektrotechnik ohne Abitur möglich.

Offene Stellen als Elektroniker für Betriebstechnik

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Elektroniker für Automatisierungstechnik planen, programmieren und warten die Steuerungen, Sensoren und Antriebe, die industrielle Anlagen automatisch laufen lassen.

Offene Stellen
18
Monatsbrutto
3.050 – 5.300 €

Industriemechaniker

Hält Maschinen und Anlagen in Betrieb: fertigt Bauteile nach Zeichnung, montiert Baugruppen, wartet und sucht Störungen.

Offene Stellen
127
Monatsbrutto
2.800 – 5.000 €

Mechatroniker

Mechatroniker bauen und halten Anlagen instand, in denen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik zusammenwirken, und suchen Störungen über alle drei.

Offene Stellen
72
Monatsbrutto
3.000 – 5.200 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz