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Technik & Ingenieurwesen

Elektroniker für Windenergieanlagen

Elektroniker für Windenergieanlagen errichten, warten und reparieren die elektrische und elektronische Ausstattung von Windrädern an Land und auf See. Die Arbeit findet überwiegend in großer Höhe, in engen Gondeln und auf wechselnden Baustellen statt.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Windenergieanlagen verdient

3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.400 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €

Ein Teil der großen Hersteller zahlt nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) oder nach Haustarifen, viele Servicefirmen sind nicht tarifgebunden und zahlen deutlich weniger. Das tatsächliche Einkommen hängt stark von Montagezulagen, Auslöse, Bereitschaftsdiensten und vor allem von Offshore-Einsätzen ab, die gegenüber der Arbeit an Land spürbar besser vergütet werden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Windenergieanlagen?

Die meiste Zeit verbringen Elektroniker für Windenergieanlagen im Service. Sie fahren im Team von zwei oder drei Leuten zu Windparks, steigen über Leitern oder mit einer Befahranlage in den Turm und arbeiten in der Gondel, im Turmfuß oder in der Nabe. Dort prüfen sie Umrichter, Generatoren, Schaltschränke, Sensoren und die Steuerung der Rotorblattverstellung. Sie lesen Fehlerprotokolle aus, messen Spannungen und Isolationswerte, tauschen defekte Platinen, Schütze oder Kabel und dokumentieren jeden Schritt im Serviceprotokoll. Bei der planmäßigen Wartung kommen mechanische Aufgaben hinzu: Schrauben nachziehen, Getriebeöl prüfen, Bremsen kontrollieren. Bei der Errichtung neuer Anlagen verkabeln sie Turmsegmente und Gondel und nehmen die Anlage in Betrieb. Ein Teil der Arbeit läuft über die Fernüberwachung, bei der Störungen aus der Leitwarte analysiert und Anlagen per Software neu gestartet werden.

Wie wird man Elektroniker für Windenergieanlagen?

Einen eigenen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf mit genau dieser Bezeichnung gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder als Mechatroniker. Einige Hersteller und Servicefirmen bilden selbst aus und legen den betrieblichen Teil von Anfang an auf Windenergie. Wer bereits eine elektrotechnische Ausbildung hat, kann über eine Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen umsteigen, etwa beim Bildungszentrum für Erneuerbare Energien (BZEE) oder bei der IHK. Pflicht sind in jedem Fall eine arbeitsmedizinische Untersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr und die Sicherheitstrainings nach dem Standard der Global Wind Organisation, unter anderem Höhenrettung und Erste Hilfe. Für Offshore-Einsätze kommen eine eigene ärztliche Untersuchung und ein Seenot-Training hinzu. Quereinsteiger ohne elektrotechnische Ausbildung werden meist nur als Helfer eingesetzt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Ein Aufstieg über die Leiter auf hundert Meter und mehr mit Werkzeug und Sicherungsausrüstung gehört zum Alltag, Höhenangst schließt den Beruf aus. In der Gondel ist es eng, im Sommer heiß, im Winter kalt, und bei Sturm oder Gewitter muss die Arbeit unterbrochen werden. Elektrotechnisch geht es um Mittelspannung und hohe Leistungen, Fehler können lebensgefährlich sein. Viele Stellen sind Montagestellen: Die Woche wird in Hotels oder Pensionen verbracht, oft weit vom Wohnort entfernt. Offshore wird meist im Wechsel von zwei Wochen Arbeit und zwei Wochen frei gearbeitet, mit Zwölfstundenschichten auf Plattformen oder Schiffen. Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze bei Störungen sind verbreitet. Für das Familienleben ist das eine erhebliche Belastung, und viele wechseln nach einigen Jahren in Tätigkeiten mit weniger Reisen.

Aussichten

Der Ausbau der Windenergie an Land und auf See ist politisch gewollt, gleichzeitig muss der wachsende Anlagenbestand dauerhaft gewartet werden. Die Nachfrage nach qualifiziertem Servicepersonal ist entsprechend hoch, und Betriebe klagen über Fachkräftemangel. Konjunkturelle Schwankungen bei Herstellern betreffen vor allem die Errichtung, weniger den Service. Mit Erfahrung führt der Weg zum Teamleiter, Supervisor oder Inbetriebnahmespezialisten. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister öffnet Stellen in Service-Planung, Fernüberwachung, Qualitätssicherung oder Betriebsführung von Windparks, die meist mit weniger Reisetätigkeit verbunden sind.

Aufgaben

  • Elektrische Komponenten in Gondel, Nabe und Turmfuß warten und prüfen
  • Störungen an Umrichtern, Generatoren und Steuerungen eingrenzen und beheben
  • Messungen von Spannung, Strom und Isolationswerten durchführen
  • Defekte Baugruppen, Sensoren und Kabel austauschen
  • Neue Anlagen verkabeln und in Betrieb nehmen
  • Mechanische Wartungsarbeiten wie Schraubenkontrolle und Ölwechsel unterstützen
  • Fehlerdaten per Fernüberwachung auslesen und auswerten
  • Arbeiten in Serviceberichten dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker, Mechatroniker oder in einem vergleichbaren elektrotechnischen Beruf
  • Arbeitsmedizinische Eignung für Arbeiten mit Absturzgefahr und Schwindelfreiheit
  • Sicherheitszertifikate nach GWO-Standard, offshore zusätzlich Seenot-Training
  • Gute körperliche Fitness für Aufstiege über lange Leitern
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu wochenlanger Montage
  • Englischkenntnisse für Herstellerdokumentation und internationale Teams

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Windenergieanlagen
  • Unabhängige Servicefirmen für Windparks
  • Betreiber von Windparks und Energieversorger
  • Offshore-Windparks und Umspannplattformen
  • Montage- und Errichtungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, für Energie- und Gebäudetechnik oder als Mechatroniker mit Abschluss vor der IHK oder Handwerkskammer. Danach folgen eine Einarbeitung beim Arbeitgeber oder eine mehrmonatige Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen sowie die verpflichtenden Sicherheitstrainings.

Offene Stellen als Elektroniker für Windenergieanlagen

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