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IT & Software

ERP Finance Consultant

ERP Finance Consultants richten die Finanz- und Controllingmodule von ERP-Systemen wie SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics oder Oracle ein und passen sie an die Abläufe von Unternehmen an. Sie verbinden Buchhaltungswissen mit Systemkenntnis.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als ERP Finance Consultant verdient

6.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.000 bis 10.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €
Mit Berufserfahrung 5.300 € 6.200 € 7.300 € 74.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.200 € 10.000 € 98.400 €

Die Gehälter werden meist frei verhandelt, einen branchenweiten Tarifvertrag gibt es nicht; am stärksten wirken Systemwissen (SAP S/4HANA wird besser bezahlt), Beratungshaus gegen Inhouse-Stelle und Unternehmensgröße. Große Beratungen und Konzerne zahlen oft Boni und Dienstwagen zusätzlich, Freelancer rechnen mit Tagessätzen ab und liegen deutlich über diesen Werten, tragen aber das Auslastungsrisiko.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein ERP Finance Consultant?

Ein ERP Finance Consultant sorgt dafür, dass Buchhaltung, Controlling und Finanzplanung eines Unternehmens im ERP-System korrekt abgebildet werden. Am häufigsten geht es um SAP mit den Modulen FI und CO, zunehmend um S/4HANA, daneben um Microsoft Dynamics 365, Oracle oder DATEV-nahe Lösungen im Mittelstand. Der Alltag besteht aus Workshops mit der Finanzabteilung, in denen Prozesse wie Kreditorenbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung, Monatsabschluss oder Kostenstellenrechnung aufgenommen werden. Daraus entstehen Fachkonzepte, nach denen das System konfiguriert wird: Kontenpläne anlegen, Buchungskreise einrichten, Steuerschlüssel pflegen, Zahlungsläufe und Mahnverfahren einstellen. Danach folgen Tests, Datenmigration aus Altsystemen, Schulungen der Anwender und die Begleitung des Go-live. Im laufenden Betrieb bearbeiten Consultants Störungstickets, klären Abweichungen in Abschlüssen und setzen gesetzliche Änderungen um, etwa zur E-Rechnung.

Wie wird man ERP Finance Consultant?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Viele kommen über ein Studium der Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen in den Beruf, oft mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Controlling. Beratungshäuser stellen Absolventen als Junior Consultants ein und schulen sie intern sowie über Herstellerzertifizierungen, etwa die SAP-Zertifizierung für Financial Accounting. Ein verbreiteter Quereinstieg führt über die Buchhaltung: Wer als Finanzbuchhalterin oder Bilanzbuchhalter jahrelang mit SAP gearbeitet hat und Key-User-Aufgaben übernommen hat, kann mit Weiterbildung in die Beratung wechseln. Fachwissen über Bilanzierung nach HGB und IFRS wiegt dabei oft schwerer als Programmierkenntnisse.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt zwei Denkweisen zugleich: die eines Buchhalters, der weiß, warum eine Buchung so laufen muss, und die eines Systemspezialisten, der weiß, wo man das einstellt. Projekte haben feste Termine, besonders Go-lives zum Jahreswechsel oder Quartalsbeginn, und in diesen Phasen sind Überstunden und Wochenendarbeit üblich. In Beratungshäusern gehört Reisetätigkeit zum Alltag, auch wenn seit einigen Jahren mehr remote gearbeitet wird. Schwer fällt vielen der Spagat zwischen Kundenwünschen, Budget und Systemgrenzen, ebenso der Druck, wenn nach der Umstellung der Monatsabschluss hakt und die Finanzabteilung auf Lösungen wartet. Das ständige Lernen neuer Releases ist Pflicht und nicht immer in der Arbeitszeit unterzubringen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Viele Unternehmen müssen bis Ende der 2020er Jahre von SAP ECC auf S/4HANA umsteigen, weil die Wartung des alten Systems ausläuft, und dafür fehlen erfahrene Finance-Berater. Auch die Digitalisierung von Rechnungsprozessen und neue Berichtspflichten schaffen Arbeit. Entwicklungswege führen zum Senior Consultant, Projektleiter oder Solution Architect, in die Teamleitung eines Beratungshauses oder in die Selbstständigkeit als Freelancer, die gut bezahlt, aber mit Auftragsrisiko verbunden ist. Andere wechseln inhouse in die IT-Abteilung eines Konzerns und tauschen Reisen gegen geregeltere Arbeitszeiten.

Aufgaben

  • Finanzprozesse in Workshops mit Buchhaltung und Controlling aufnehmen
  • Fachkonzepte für Module wie SAP FI und CO schreiben
  • Kontenpläne, Buchungskreise und Steuerschlüssel im System einrichten
  • Datenmigration aus Altsystemen planen und prüfen
  • Testfälle für Monats- und Jahresabschluss durchführen
  • Anwender in der Finanzabteilung schulen
  • Störungstickets im laufenden Betrieb bearbeiten
  • Gesetzliche Änderungen wie die E-Rechnung im System umsetzen

Voraussetzungen

  • Studium in BWL, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbar, alternativ Berufserfahrung in Buchhaltung mit Weiterbildung
  • Sicheres Wissen in Rechnungswesen, HGB und möglichst IFRS
  • Kenntnisse eines ERP-Systems, meist SAP, Zertifizierung von Vorteil
  • Analytisches Denken und Sorgfalt bei Zahlen
  • Kommunikationsstärke im Umgang mit Fachabteilungen
  • Gutes Englisch für internationale Projekte
  • Reisebereitschaft, vor allem in Beratungshäusern

Wo man arbeitet

  • IT-Beratungshäuser und SAP-Partnerunternehmen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
  • IT-Abteilungen von Konzernen und großen Mittelständlern
  • Softwarehersteller
  • Selbstständig als Freelancer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in BWL oder Wirtschaftsinformatik (drei bis fünf Jahre), gefolgt von ein bis zwei Jahren Einarbeitung als Junior Consultant mit Herstellerzertifizierung. Quereinsteiger aus der Buchhaltung, etwa mit kaufmännischer Ausbildung und Abschluss als Bilanzbuchhalter, wechseln nach mehreren Jahren SAP-Praxis über interne Programme oder Zertifikatskurse von einigen Monaten in die Beratung.

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