examinierter Altenpfleger
Examinierte Altenpfleger versorgen, pflegen und begleiten ältere und pflegebedürftige Menschen in Heimen, ambulanten Diensten und Kliniken. Sie übernehmen grund- und behandlungspflegerische Aufgaben, planen die Pflege und tragen fachliche Verantwortung für Pflegehilfskräfte.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als examinierter Altenpfleger verdient
3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 5.300 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.500 € | 3.800 € | 42.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.300 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.500 € | 5.300 € | 54.000 € |
Das Gehalt hängt vor allem vom Träger ab: Kommunale Einrichtungen zahlen nach TVöD-P, kirchliche nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, private Anbieter nach Haustarif, seit 2022 aber mindestens auf Tarifniveau und nicht unter dem Pflegemindestlohn für Fachkräfte. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen kommen hinzu und machen in der Praxis oft mehrere hundert Euro im Monat aus, Leitungsfunktionen heben das Gehalt deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein examinierter Altenpfleger?
Der Arbeitstag besteht aus Grundpflege und Behandlungspflege. Zur Grundpflege gehört, Bewohnerinnen und Bewohnern beim Waschen, Anziehen, Essen und beim Toilettengang zu helfen, sie zu lagern und zu mobilisieren. Die Behandlungspflege ist Aufgabe der Fachkraft: Medikamente stellen und verabreichen, Insulin spritzen, Wunden versorgen, Blutdruck und Blutzucker messen, Katheter und Sonden betreuen. Dazu kommen die Pflegeplanung und eine umfangreiche Dokumentation, Absprachen mit Hausärzten, Therapeuten und Angehörigen sowie die Anleitung von Pflegehilfskräften und Auszubildenden. Viele der Pflegebedürftigen sind an Demenz erkrankt, was Geduld und Erfahrung im Umgang verlangt. Auch die Begleitung Sterbender gehört zum Beruf. Im ambulanten Dienst fahren Altenpfleger von Haushalt zu Haushalt und arbeiten dort meist allein.
Wie wird man examinierter Altenpfleger?
Seit 2020 gilt das Pflegeberufegesetz. Der übliche Weg ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen in Heim, ambulantem Dienst und Krankenhaus. Wer den Schwerpunkt Altenpflege wählt, kann im dritten Jahr den gesonderten Abschluss Altenpflegerin oder Altenpfleger erwerben. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Pflegehelferausbildung. Die Ausbildung wird vergütet. Für Quereinsteiger gibt es Teilzeitmodelle und Förderung über die Agentur für Arbeit. Pflegehelfer können die Ausbildung unter Umständen verkürzen. Alternativ führt ein Pflegestudium zur Berufszulassung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Heben, Umlagern und viel Stehen belasten Rücken und Gelenke, auch wenn Hilfsmittel wie Lifter vorhanden sind. Gearbeitet wird im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, an Wochenenden und Feiertagen. In vielen Einrichtungen herrscht Personalmangel, was zu Zeitdruck, kurzfristigem Einspringen und dem Gefühl führt, den Menschen nicht gerecht zu werden. Die Fachkraft trägt Verantwortung für Fehler bei Medikamenten und muss Veränderungen im Gesundheitszustand früh erkennen. Emotional fordern der Umgang mit Demenz, Aggression, schwierigen Angehörigen und mit dem Tod. Wer das auf Dauer gut aushalten will, braucht Abgrenzung und ein stabiles Team. Die Arbeit bringt dafür viel direkten Kontakt und das Erleben, im Alltag anderer Menschen wirklich etwas zu verändern.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen, weil die Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst und viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Arbeitslosigkeit ist unter examinierten Pflegekräften kaum ein Thema, Stellen gibt es nahezu überall. Seit 2022 müssen Pflegeeinrichtungen nach Tarif oder tarifähnlich bezahlen, was die Gehälter spürbar angehoben hat. Entwicklungswege führen über Weiterbildungen zur Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung oder Praxisanleitung sowie in Fachgebiete wie Gerontopsychiatrie, Palliativpflege oder Wundmanagement. Ein Studium in Pflegemanagement oder Pflegepädagogik öffnet Leitungs- und Lehrpositionen.
Aufgaben
- Pflegebedürftige beim Waschen, Anziehen und Essen unterstützen
- Medikamente stellen und verabreichen, Injektionen geben
- Wunden versorgen und Vitalwerte kontrollieren
- Pflegeplanung erstellen und Pflege dokumentieren
- Mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen Absprachen treffen
- Pflegehilfskräfte und Auszubildende anleiten
- Menschen mit Demenz betreuen und Sterbende begleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachkraft oder Altenpfleger mit staatlicher Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung
- Körperliche Belastbarkeit, besonders für Rücken und Gelenke
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten
- Einfühlungsvermögen und Geduld im Umgang mit alten und kranken Menschen
- Sorgfalt bei Medikamenten und Dokumentation
- Für ambulante Dienste meist Führerschein Klasse B
Wo man arbeitet
- Stationäre Pflegeheime
- Ambulante Pflegedienste
- Tagespflegeeinrichtungen
- Geriatrische Kliniken und Rehaeinrichtungen
- Hospize und Palliativstationen
- Betreutes Wohnen und Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz, wahlweise mit dem Abschluss Pflegefachfrau/Pflegefachmann oder mit Vertiefung Altenpflege und dem Abschluss Altenpflegerin/Altenpfleger. Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung und ist vergütet. Teilzeit- und verkürzte Varianten gibt es für Quereinsteiger und Pflegehelfer.
Offene Stellen als examinierter Altenpfleger
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Verwandte Berufe
Altenpflegehelfer
Unterstützt alte Menschen bei Körperpflege, Essen und Alltag – auf Grundlage einer ein- bis zweijährigen landesrechtlich geregelten Ausbildung.
- Offene Stellen
- 54
- Monatsbrutto
- 2.850 – 3.700 €
Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger versorgen Patienten im Krankenhaus und in anderen Einrichtungen pflegerisch und medizinisch – ein Abschluss, der seit 2020 in der Pflegefachfrau und dem Pflegefachmann aufgeht.
- Offene Stellen
- 151
- Monatsbrutto
- 3.300 – 5.000 €
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.
- Offene Stellen
- 86
- Monatsbrutto
- 3.050 – 4.700 €
Pflegedienstleiter
Pflegedienstleiter führen den Pflegebereich eines ambulanten Dienstes, eines Pflegeheims oder einer Klinik. Sie planen Personal, verantworten die Pflegequalität und tragen die fachliche Gesamtverantwortung gegenüber Kassen und Aufsichtsbehörden.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 3.800 – 7.500 €
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