Facharzt der Neurologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie erkennen und behandeln Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskulatur, etwa Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson. Sie arbeiten in Kliniken, Rehaeinrichtungen oder in eigener Praxis.
67 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt der Neurologie verdient
8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.700 € | 7.000 € | 7.500 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.500 € | 8.000 € | 9.000 € | 96.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 10.500 € | 15.000 € | 126.000 € |
In Kliniken richtet sich das Gehalt meist nach dem TV-Ärzte/VKA (kommunale Häuser), dem TV-Ärzte/TdL (Unikliniken) oder Haustarifen privater Träger wie Helios oder Asklepios; Dienste, Bereitschaften und Oberarztposition machen den größten Unterschied. Chefärzte und niedergelassene Neurologen verhandeln frei bzw. leben vom Praxisumsatz, dort ist die Spanne deutlich weiter.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt der Neurologie?
Im Mittelpunkt steht die neurologische Untersuchung: Reflexe prüfen, Kraft, Gefühl, Koordination und Sprache testen, Augenbewegungen beurteilen. Daraus und aus dem Gespräch mit Patienten und Angehörigen entsteht eine Verdachtsdiagnose, die mit Zusatzuntersuchungen gesichert wird. Dazu gehören das Ableiten und Auswerten von EEG, die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und das EMG, Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße und die Lumbalpunktion zur Untersuchung des Nervenwassers. CT- und MRT-Bilder werden gemeinsam mit der Radiologie beurteilt. In der Klinik ist die Akutneurologie prägend: Auf der Stroke Unit zählt beim Schlaganfall jede Minute, die Entscheidung über eine Lysetherapie oder eine Thrombektomie fällt unter Zeitdruck. Hinzu kommen epileptische Anfälle, Hirnhautentzündungen und plötzliche Lähmungen. Ein großer Teil der Arbeit betrifft chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz, Migräne oder Polyneuropathien, die über Jahre begleitet werden. Arztbriefe, Gutachten und Dokumentation nehmen viel Zeit in Anspruch.
Wie wird man Facharzt der Neurologie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und drei Monaten mit anschließender Approbation. Der Studienplatz ist wegen hoher Zulassungshürden schwer zu bekommen. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens 60 Monaten als Assistenzärztin oder Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie umfasst die stationäre Neurologie, die Intensivmedizin und je nach Landesärztekammer anrechenbare Zeiten in angrenzenden Fächern wie der Psychiatrie. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht; Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachrichtungen können sich aber Teile ihrer Weiterbildung anrechnen lassen.
Was der Beruf verlangt
In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Alltag, besonders an Häusern mit Stroke Unit. Die Arbeitszeiten liegen häufig über der vertraglich vereinbarten Wochenstunde, Personalmangel verschärft das. Fachlich ist Neurologie anspruchsvoll: Viele Krankheitsbilder sind selten, die Symptome oft unspezifisch, die Therapieoptionen entwickeln sich schnell. Belastend ist der Umgang mit unheilbaren und fortschreitenden Erkrankungen wie ALS oder schweren Demenzen sowie mit Patienten, die nach einem Schlaganfall dauerhaft beeinträchtigt bleiben. Gespräche über schlechte Prognosen, Therapiebegrenzung und Lebensende gehören dazu. Gefragt sind genaue Beobachtung, Geduld bei der Untersuchung und die Fähigkeit, im Notfall schnell zu entscheiden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Eine älter werdende Bevölkerung bedeutet mehr Schlaganfälle, Parkinson- und Demenzerkrankungen, gleichzeitig bleiben Stellen in Kliniken und Praxen vor allem außerhalb der Großstädte unbesetzt. Nach der Facharztprüfung führt der Weg in der Klinik zur Oberärztin oder zum Oberarzt und später möglicherweise zur Chefarztposition. Alternativ ist die Niederlassung in eigener Praxis oder die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum möglich, was planbarere Arbeitszeiten bringt. Spezialisierungen etwa in Epileptologie, neurologischer Intensivmedizin, Schlafmedizin oder Neurogeriatrie sowie Tätigkeiten in Forschung, Rehabilitation, Gutachtenwesen oder Pharmaindustrie sind weitere Wege.
Aufgaben
- Patienten neurologisch untersuchen und Anamnese erheben
- EEG, EMG und Nervenleitmessungen durchführen und auswerten
- Lumbalpunktionen vornehmen und Liquorbefunde beurteilen
- Schlaganfallpatienten auf der Stroke Unit akut behandeln
- CT- und MRT-Befunde gemeinsam mit der Radiologie beurteilen
- Langzeittherapien bei Multipler Sklerose, Parkinson oder Epilepsie planen und anpassen
- Arztbriefe, Befunde und Gutachten schreiben
- Nacht- und Bereitschaftsdienste in der Notaufnahme übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und ärztliche Approbation
- Mindestens 60 Monate Weiterbildung und bestandene Facharztprüfung
- Sorgfältige Beobachtungsgabe und analytisches Denken
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck im Notfall
- Belastbarkeit für Schicht- und Bereitschaftsdienste
- Einfühlungsvermögen im Umgang mit chronisch und schwer kranken Menschen
- Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischen Abschlüssen Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser mit neurologischer Abteilung und Stroke Unit
- Universitätskliniken
- Neurologische Rehabilitationskliniken
- Niedergelassene Facharztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine Weiterbildung von mindestens 60 Monaten an zugelassenen Kliniken. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer, insgesamt dauert der Weg also rund elf bis zwölf Jahre ab Studienbeginn.
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- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 6.300 – 15.000 €
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- Offene Stellen
- 32
- Monatsbrutto
- 6.700 – 14.000 €
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