Facharzt Hämatologie und Onkologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Hämatologie und Onkologie erkennen und behandeln Blutkrankheiten und Krebserkrankungen, vor allem mit medikamentösen Therapien wie Chemo-, Immun- und zielgerichteter Therapie. Sie begleiten Patientinnen und Patienten oft über Jahre, von der Diagnose bis zur Nachsorge oder Palliativversorgung.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Hämatologie und Onkologie verdient
7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.700 € | 7.000 € | 7.400 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 7.900 € | 8.700 € | 94.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 10.500 € | 15.000 € | 126.000 € |
In Kliniken gilt meist der TV-Ärzte/VKA für kommunale Häuser oder der TV-Ärzte/TdL für Universitätskliniken, die Spanne ist dort eng und steigt vor allem mit Berufsjahren und dem Aufstieg zur Oberärztin; Dienste werden zusätzlich vergütet. Deutlich höhere und weiter streuende Einkommen entstehen bei Chefärzten mit frei verhandelten Verträgen und in der eigenen Niederlassung, wo das Einkommen von Patientenzahl und Praxisorganisation abhängt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Hämatologie und Onkologie?
Die Arbeit dreht sich um zwei Gruppen von Erkrankungen: Störungen des Blutes und des blutbildenden Systems, etwa Anämien, Gerinnungsstörungen, Leukämien und Lymphome, sowie solide Tumoren wie Brust-, Darm- oder Lungenkrebs. Im Alltag gehören dazu das Auswerten von Blutbildern und Knochenmarkpunktionen, das Besprechen von Befunden aus Bildgebung und Pathologie, das Festlegen und Dosieren von Chemo-, Immun- und Antikörpertherapien sowie das Erkennen und Behandeln von Nebenwirkungen wie Infektionen oder Blutbildveränderungen. In Tumorkonferenzen wird gemeinsam mit Chirurgie, Strahlentherapie und Radiologie über das Vorgehen entschieden. Ein großer Teil der Zeit entfällt auf Gespräche: Diagnosen mitteilen, Therapieoptionen erklären, Prognosen einordnen, mit Angehörigen sprechen. Hinzu kommen Dokumentation, Arztbriefe und an Kliniken häufig die Betreuung von Studienpatienten.
Wie wird man Facharzt für Hämatologie und Onkologie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von rund sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung nach der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Sie dauert in der Regel 72 Monate, davon ein Teil in der allgemeinen Inneren Medizin, einschließlich Notaufnahme und Intensivmedizin, der größere Teil in der Hämatologie und Onkologie. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Wer bereits Facharzt für Innere Medizin ist, kann die Schwerpunktweiterbildung anschließen und so Zeit einsparen. Zusatzqualifikationen wie Palliativmedizin oder Stammzelltransplantation werden häufig später erworben.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist emotional fordernd. Viele Patienten sind schwer krank, ein Teil von ihnen stirbt trotz Behandlung, und die Ärztin oder der Arzt führt diese Gespräche immer wieder selbst. Wer das nicht dauerhaft aushalten und zugleich Abstand wahren kann, gerät schnell an Grenzen. Fachlich ändert sich das Gebiet sehr schnell: Neue Wirkstoffe, Leitlinien und molekulare Diagnostik verlangen ständige Fortbildung. In Kliniken gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Alltag, besonders während der Weiterbildung. Die Dokumentationslast ist hoch, und Personalengpässe auf Station verdichten die Arbeit. In der Praxis sind die Arbeitszeiten planbarer, dafür kommen wirtschaftliche Verantwortung und Abrechnungsfragen hinzu.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. Mit einer älter werdenden Bevölkerung nehmen Krebserkrankungen zu, und weil Therapien länger wirken, leben viele Menschen über Jahre mit ihrer Erkrankung und brauchen fortlaufende Behandlung. Kliniken und ambulante Zentren suchen entsprechend Fachärzte, auch außerhalb der Ballungsräume. Entwicklungswege führen in der Klinik zur Oberärztin oder zum Chefarzt, an Universitätskliniken in Forschung und Lehre mit Habilitation. Alternativ ist die Niederlassung in einer onkologischen Schwerpunktpraxis oder die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum möglich. Auch die pharmazeutische Industrie, etwa in der klinischen Entwicklung, stellt Onkologen ein.
Aufgaben
- Blutbilder, Knochenmark- und Gewebebefunde auswerten
- Knochenmarkpunktionen durchführen
- Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien planen und dosieren
- Nebenwirkungen und Infektionen unter Therapie erkennen und behandeln
- Diagnose- und Aufklärungsgespräche mit Patienten und Angehörigen führen
- Fälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorstellen
- Arztbriefe und Therapiedokumentation schreiben
- Patienten in klinischen Studien betreuen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung durch die Landesärztekammer nach rund sechs Jahren Weiterbildung
- Psychische Belastbarkeit im Umgang mit schwerer Krankheit und Tod
- Fähigkeit, schwierige Nachrichten verständlich und einfühlsam zu überbringen
- Bereitschaft zu ständiger Fortbildung und Lesen englischsprachiger Fachliteratur
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten in der Klinik
Wo man arbeitet
- Universitätskliniken
- Kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
- Onkologische Schwerpunktpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Rehabilitationskliniken
- Pharmazeutische Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Nach einem rund sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine Weiterbildung von 72 Monaten in Innerer Medizin und Hämatologie und Onkologie an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
Offene Stellen als Facharzt Hämatologie und Onkologie
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