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Finanzen & Controlling

Group Accountant

Group Accountants erstellen den Konzernabschluss eines Unternehmensverbunds nach IFRS oder HGB. Sie führen die Zahlen der Tochtergesellschaften zusammen, konsolidieren sie und stimmen sie mit den Wirtschaftsprüfern ab.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Group Accountant verdient

5.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 8.800 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.500 € 6.400 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.000 € 8.800 € 84.000 €

Das Gehalt hängt vor allem von der Größe und Börsennotierung des Konzerns, der Branche und der Region ab; Großkonzerne im Raum München, Frankfurt oder Hamburg zahlen deutlich mehr als Mittelständler. Einen eigenen Tarifvertrag gibt es nicht, in Konzernen der Metall- und Elektroindustrie oder Chemie werden erfahrene Group Accountants meist außertariflich oberhalb des IG-Metall- bzw. Chemie-Tarifs bezahlt, oft mit variablem Bonus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Group Accountant?

Ein Group Accountant arbeitet im Konzernrechnungswesen einer Unternehmensgruppe. Die einzelnen Tochtergesellschaften im In- und Ausland führen ihre eigene Buchhaltung. Der Group Accountant führt deren Zahlen zu einem Abschluss für den gesamten Konzern zusammen. Dazu sammelt er monatlich, quartalsweise und zum Jahresende die Reporting Packages der Töchter ein und prüft sie auf Plausibilität. Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsätze und Zwischengewinne müssen abgestimmt und eliminiert werden. Er bucht Kapital- und Schuldenkonsolidierung, rechnet Fremdwährungen um und klärt Differenzen mit den Buchhaltungen der Tochtergesellschaften, oft auf Englisch und über Zeitzonen hinweg. Hinzu kommen Anhangangaben, Segmentberichte und Beiträge zum Geschäftsbericht. Er pflegt die konzernweiten Bilanzierungsrichtlinien und beurteilt Sonderfälle wie Unternehmenskäufe, Leasingverträge nach IFRS 16 oder Wertminderungstests. Gearbeitet wird in Konsolidierungssoftware wie SAP S/4HANA Group Reporting, LucaNet oder Tagetik und viel in Excel. Während der Abschlussprüfung beantwortet er die Fragen der Wirtschaftsprüfer und legt Nachweise vor.

Wie wird man Group Accountant?

Der häufigste Weg ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre oder des Finanz- und Rechnungswesens mit Schwerpunkt Bilanzierung, als Bachelor oder Master. Viele steigen nicht direkt ein, sondern sammeln zuerst zwei bis vier Jahre Erfahrung in der Abschlussprüfung bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das gilt als besonders gute Vorbereitung, weil dort Konzernabschlüsse von außen geprüft werden. Ein zweiter Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellte, mehrere Jahre in der Finanzbuchhaltung und eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter IHK, idealerweise mit internationalem Schwerpunkt. Solide IFRS-Kenntnisse und gutes Englisch werden in fast allen Stellenanzeigen verlangt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit folgt einem festen Kalender mit harten Fristen. Zum Monatsabschluss und vor allem zwischen Januar und März, wenn der Jahresabschluss erstellt und geprüft wird, sind Überstunden üblich. Viele Konzerne verkürzen ihre Abschlusszeiträume, was den Druck in diesen Wochen erhöht. Wer hier arbeitet, braucht Genauigkeit, Geduld bei der Suche nach kleinen Differenzen und die Fähigkeit, komplexe Regelwerke anzuwenden. Ein großer Teil der Tätigkeit ist Kommunikation: Kolleginnen in Tochtergesellschaften müssen an Termine erinnert, Fehler höflich, aber bestimmt zurückgegeben werden. Die Arbeit findet am Bildschirm statt und ist körperlich wenig belastend. Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich, in der Abschlussphase wird aber oft Präsenz erwartet. Die Regeln der Rechnungslegung ändern sich laufend, regelmäßige Weiterbildung gehört dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Im Rechnungswesen fehlen Fachkräfte, und Konzernbilanzierer mit IFRS-Erfahrung sind besonders gesucht. Neue Pflichten wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD erweitern das Aufgabenfeld. Automatisierung übernimmt zwar Routinebuchungen, die fachliche Beurteilung und Abstimmung bleiben aber gefragt. Mit Erfahrung führt der Weg zum Senior Group Accountant, zur Teamleitung oder Leitung des Konzernrechnungswesens und später bis zum kaufmännischen Leiter oder CFO. Möglich sind auch Wechsel ins Controlling, in die Steuerabteilung oder in die Beratung.

Aufgaben

  • Reporting Packages der Tochtergesellschaften einsammeln und auf Plausibilität prüfen
  • Konzerninterne Salden abstimmen und Differenzen klären
  • Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung buchen
  • Abschlüsse ausländischer Töchter in Euro umrechnen
  • Konzernanhang, Segmentbericht und Teile des Geschäftsberichts erstellen
  • Konzernbilanzierungsrichtlinien pflegen und Sonderfälle nach IFRS bewerten
  • Fragen der Wirtschaftsprüfer beantworten und Prüfungsnachweise bereitstellen

Voraussetzungen

  • Studium in BWL oder Rechnungswesen oder kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter
  • Fundierte Kenntnisse in IFRS und HGB-Konzernrechnungslegung
  • Verhandlungssicheres Englisch
  • Sicherer Umgang mit Excel und Konsolidierungssoftware
  • Genauigkeit und Belastbarkeit bei festen Abschlussfristen
  • Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit internationalen Tochtergesellschaften

Wo man arbeitet

  • Konzernzentralen von Industrieunternehmen
  • Börsennotierte Unternehmen
  • Mittelständische Unternehmensgruppen mit Auslandstöchtern
  • Banken und Versicherungskonzerne
  • Private-Equity-Beteiligungsgesellschaften
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre oder Rechnungswesen (drei bis dreieinhalb Jahre), häufig gefolgt von einigen Jahren in der Wirtschaftsprüfung. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung in der Buchhaltung und der IHK-Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter in den Beruf.

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