Hörakustiker für
Hörakustiker messen das Gehör, passen Hörsysteme individuell an und betreuen Menschen mit Hörminderung über Jahre hinweg. Der Beruf verbindet Handwerk, Medizintechnik und Beratung im Verkaufsgeschäft.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hörakustiker für verdient
3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € |
Für das Hörakustik-Handwerk gibt es keinen flächendeckenden Tarifvertrag, die Gehälter werden meist frei verhandelt und hängen stark vom Meistertitel, von der Filialleitung und davon ab, ob ein großes Filialunternehmen oder ein kleiner Inhaberbetrieb zahlt. Viele Arbeitgeber zahlen zusätzlich umsatzabhängige Provisionen, die in den Werten nicht enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Hörakustiker?
Hörakustiker arbeiten meist in einem Fachgeschäft und haben täglich Kundenkontakt. Ein typischer Termin beginnt mit einem Gespräch über die Hörsituation, danach folgen eine Ohrinspektion mit dem Otoskop und ein Hörtest in der schallgedämmten Kabine: Ton- und Sprachaudiometrie, manchmal Messungen im Störgeräusch. Auf Grundlage der Werte und einer ärztlichen Verordnung wählen sie gemeinsam mit der Kundschaft ein Hörsystem aus. Sie nehmen Ohrabformungen, fertigen oder bestellen Otoplastiken, programmieren die Geräte am Computer und stellen sie in mehreren Sitzungen fein ein. Dazu kommen Reparaturen, Reinigung, Batteriewechsel, das Erklären der Bedienung und die Abrechnung mit den Krankenkassen. Einige spezialisieren sich auf die Versorgung von Kindern, auf Gehörschutz für Industrie und Musiker oder auf die Nachsorge bei Cochlea-Implantaten.
Wie wird man Hörakustiker?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk. Die Berufsschule ist zentral organisiert: Der Unterricht findet in Blöcken an der Landesberufsschule für Hörakustiker in Lübeck statt, was mehrere Wochen Aufenthalt außerhalb des Wohnorts bedeutet. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein. Nach der Gesellenprüfung führt die Meisterprüfung zum Hörakustikermeister, der Voraussetzung für die Leitung oder Gründung eines eigenen Geschäfts ist. Alternativ gibt es Bachelorstudiengänge in Hörakustik oder Audiologie, etwa in Lübeck, Oldenburg oder Aalen. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist kaum möglich, Umschulungen werden aber angeboten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich leicht, verlangt aber Fingerfertigkeit im Umgang mit sehr kleinen Bauteilen und Geduld mit Menschen, die oft älter sind, schlecht hören und ihre Hörminderung nur ungern akzeptieren. Viele Anpassungen ziehen sich über Wochen, weil sich das Gehör erst an die Geräte gewöhnen muss. Der Beruf ist zu einem großen Teil Verkauf: Gerade in Filialketten gibt es Umsatzvorgaben, und das Gespräch über teure Zuzahlungen gehört zum Alltag. Wer das als Druck empfindet, sollte es vorher wissen. Gearbeitet wird zu Ladenöffnungszeiten, also häufig auch samstags, Nacht- und Schichtdienste gibt es dagegen nicht. Technisches Verständnis ist nötig, denn Hörsysteme werden mit Software verschiedener Hersteller programmiert und vernetzen sich mit Smartphones.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und steigt, weil die Bevölkerung altert und Hörminderungen häufiger erkannt und versorgt werden. Viele Betriebe suchen Fachkräfte, besonders Meisterinnen und Meister für die Filialleitung. Nach einigen Berufsjahren sind die Meisterprüfung, die Selbstständigkeit mit eigenem Geschäft oder ein Studium übliche Entwicklungsschritte. Weitere Wege führen in die Pädakustik, in Cochlea-Implantat-Zentren an Kliniken, in die Schulung und Anwendungstechnik bei Herstellern oder in den Außendienst.
Aufgaben
- Hörtests in der Messkabine durchführen und auswerten
- Ohren mit dem Otoskop untersuchen und Ohrabformungen nehmen
- Hörsysteme beraten, auswählen und am Computer programmieren
- Otoplastiken und Gehörschutz anfertigen oder anpassen
- Geräte reinigen, warten und kleinere Reparaturen ausführen
- Kundschaft in Bedienung und Pflege der Hörsysteme einweisen
- Kostenvoranschläge erstellen und mit Krankenkassen abrechnen
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss oder Abitur
- Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Feinmotorisches Geschick für kleine Bauteile
- Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit älteren und schwerhörigen Menschen
- Freude an Beratung und Verkauf
- Bereitschaft zu mehrwöchigem Blockunterricht in Lübeck während der Ausbildung
Wo man arbeitet
- Inhabergeführte Hörakustik-Fachgeschäfte
- Filialen großer Hörakustik- und Optikketten
- HNO-Kliniken und Cochlea-Implantat-Zentren
- Pädakustische Einrichtungen
- Hörgerätehersteller
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk mit Gesellenprüfung, die Berufsschule findet als Blockunterricht in Lübeck statt. Danach kann die Meisterprüfung zum Hörakustikermeister folgen, alternativ ein etwa dreieinhalbjähriges Bachelorstudium in Hörakustik oder Audiologie.
Offene Stellen als Hörakustiker für
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