Human Resources
HR-Fachkräfte kümmern sich um alles, was mit den Beschäftigten eines Unternehmens zu tun hat: Stellen besetzen, Verträge aufsetzen, Gehälter abrechnen, Beschäftigte und Führungskräfte in arbeitsrechtlichen Fragen beraten. Der Beruf verbindet Verwaltung, Recht und viel Kommunikation.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Human Resources verdient
4.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 8.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.200 € | 8.000 € | 74.400 € |
Das Gehalt hängt stark von Branche, Unternehmensgröße und Funktion ab: Sachbearbeitung wird deutlich niedriger bezahlt als Referenten- oder Business-Partner-Stellen, Konzerne zahlen mehr als kleine Betriebe. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L, in der Metall- und Elektroindustrie der Entgeltrahmentarifvertrag der IG Metall, in vielen anderen Firmen wird frei verhandelt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine HR-Fachkraft?
Human Resources, im Deutschen Personalwesen, umfasst die Verwaltung und Betreuung der Beschäftigten eines Betriebs. Im Alltag heißt das: Stellenanzeigen formulieren und schalten, Bewerbungen sichten, Vorstellungsgespräche führen, Arbeitsverträge erstellen, neue Mitarbeitende einarbeiten lassen. Dazu kommen Personalakten, Krankmeldungen, Urlaubs- und Arbeitszeitkonten, Elternzeitanträge, Zeugnisse und Kündigungen. In vielen Betrieben gehört die Vorbereitung der Gehaltsabrechnung dazu, oft in Programmen wie SAP HCM, DATEV oder Personio. Personalreferentinnen und -referenten beraten Führungskräfte bei Abmahnungen, Versetzungen oder Konflikten im Team und verhandeln mit dem Betriebsrat. In größeren Unternehmen teilt sich die Arbeit auf: Recruiting, Personalentwicklung, Entgeltabrechnung und HR Business Partner sind dann getrennte Stellen. In kleinen Firmen macht eine Person alles.
Wie wird man HR-Fachkraft?
Einen festen Weg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personal, der Psychologie, der Wirtschaftspsychologie oder des Personalmanagements. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement oder Personaldienstleistungskaufmann, und anschließend die IHK-Fortbildung zur Personalfachkaufleute. Quereinsteigende aus Verwaltung, Vertrieb oder sozialen Berufen schaffen den Wechsel oft über eine Assistenz- oder Sachbearbeitungsstelle in der Personalabteilung. Kenntnisse im Arbeits-, Sozialversicherungs- und Lohnsteuerrecht werden fast immer erwartet und müssen laufend aufgefrischt werden, weil sich Gesetze und Rechtsprechung oft ändern.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet am Schreibtisch statt und ist körperlich nicht belastend, geht aber häufig an die Nerven. HR-Fachkräfte stehen zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften, Betriebsrat und Beschäftigten und müssen Entscheidungen vertreten, die sie nicht selbst getroffen haben. Kündigungsgespräche, Stellenabbau, Konflikte und persönliche Krisen von Mitarbeitenden gehören dazu. Verschwiegenheit ist zwingend, denn Gehälter, Krankheiten und Abmahnungen sind vertraulich. Ein großer Teil der Arbeit ist Verwaltung und Dokumentation, was manche unterschätzen, die sich vor allem für den Umgang mit Menschen interessieren. Fehler bei Fristen oder in der Abrechnung haben direkte Folgen. Die Arbeitszeiten sind meist regulär, zum Monatsende, bei Umstrukturierungen und in Phasen mit vielen offenen Stellen fallen Überstunden an. Homeoffice ist in vielen Unternehmen zumindest teilweise möglich.
Aussichten
Der Fachkräftemangel hat die Bedeutung von Personalabteilungen gestärkt, besonders im Recruiting und in der Mitarbeiterbindung. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung den Beruf: Bewerbermanagement, Zeiterfassung und Abrechnung laufen zunehmend automatisiert, einfache Sachbearbeitung wird weniger. Gefragt sind Leute, die Arbeitsrecht beherrschen, beraten können und mit HR-Software und Daten umgehen. Auf Einstiegsstellen bewerben sich oft viele, der Einstieg ohne Berufserfahrung kann schwierig sein. Entwicklungswege führen zur HR Business Partnerin, in die Personalentwicklung, in die Spezialisierung auf Entgeltabrechnung oder Arbeitsrecht und bis zur Leitung der Personalabteilung. Auch der Wechsel in Personalberatungen oder die Selbstständigkeit als Recruiterin ist verbreitet.
Aufgaben
- Stellenanzeigen schreiben und auf Jobportalen veröffentlichen
- Bewerbungen sichten und Vorstellungsgespräche führen
- Arbeitsverträge, Zeugnisse und Kündigungsschreiben erstellen
- Personalakten, Urlaubs- und Krankheitsdaten pflegen
- Daten für die monatliche Gehaltsabrechnung vorbereiten
- Führungskräfte in arbeitsrechtlichen Fragen beraten
- Mit dem Betriebsrat Maßnahmen abstimmen und verhandeln
- Einarbeitung und Weiterbildungen organisieren
Voraussetzungen
- Studium mit Personalschwerpunkt oder kaufmännische Ausbildung, oft mit Fortbildung zur Personalfachkauffrau oder zum Personalfachkaufmann (IHK)
- Kenntnisse im Arbeits-, Sozialversicherungs- und Lohnsteuerrecht
- Sicherer Umgang mit Office-Programmen und HR-Software wie SAP, DATEV oder Personio
- Diskretion und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit vertraulichen Daten
- Gesprächsführung und Belastbarkeit in Konfliktsituationen
- Sorgfalt bei Fristen und Dokumentation
Wo man arbeitet
- Personalabteilungen in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen
- Öffentliche Verwaltung und Behörden
- Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen
- Personaldienstleister und Zeitarbeitsfirmen
- Personalberatungen
- Steuerkanzleien mit Lohnbuchhaltung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, Personalmanagement oder Wirtschaftspsychologie über drei bis dreieinhalb Jahre. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender, meist berufsbegleitender IHK-Fortbildung zur Personalfachkauffrau oder zum Personalfachkaufmann in den Beruf, die rund ein bis zwei Jahre dauert.
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