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Gesundheit & Pflege

Praxisanleiter

Pflegefachkraft mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation, die Auszubildende im Pflegealltag anleitet, beurteilt und zur Prüfung führt.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Praxisanleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.450 € 3.750 € 4.100 € 45.000 €
Mit Berufserfahrung 3.750 € 4.150 € 4.550 € 49.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.500 € 5.050 € 54.000 €

Abgeleitet aus den Entgeltgruppen P8 und P9 TVöD-Pflege sowie den AVR von Caritas und Diakonie, jeweils mit der üblichen Praxisanleiterzulage. Ohne Tarifbindung und ohne Freistellung liegen die Werte häufig niedriger.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter verantworten den praktischen Teil der Pflegeausbildung. Sie sind selbst examinierte Pflegefachkräfte und haben eine berufspädagogische Zusatzqualifikation erworben. Ihre Aufgabe ist, aus dem, was auf dem Wohnbereich oder der Station ohnehin passiert, eine Lernsituation zu machen: einen Verband erst vormachen, dann begleiten, dann beobachten und anschließend besprechen. Dazu kommen Erstgespräch und Einarbeitung neuer Auszubildender, Zwischen- und Abschlussgespräche, Beurteilungen, der Nachweis der Lernziele, die Abstimmung mit der Pflegeschule und die Begleitung der praktischen Prüfung. Im Bestand dieses Portals sind die Stellen vor allem in der stationären Altenpflege ausgeschrieben, in großen Städten wie in kleineren Orten, und ein Teil ausdrücklich mit Freistellung aus der Pflege.

Genau daran hängt der ehrliche Punkt dieses Berufs. Das Pflegeberufegesetz und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung schreiben vor, dass mindestens zehn Prozent der Einsatzzeit einer Auszubildenden als geplante und strukturierte Anleitung stattfinden. Diese Vorgabe ist eindeutig, sie scheitert im Alltag aber regelmäßig an der Besetzung: Wer gleichzeitig in der Schicht eingeteilt ist, leitet nicht an, sondern versorgt Bewohner, und die geplante Anleitung fällt aus oder wird nachträglich dokumentiert. Häuser, die eine Freistellung zusichern, lösen das Problem, viele andere verteilen die Aufgabe auf Kräfte, die weiter voll im Dienstplan stehen.

Die Rolle ist deshalb eine Doppelrolle mit eingebautem Konflikt: Lernen braucht Zeit, die Versorgung fordert Tempo. Hinzu kommt der unangenehme Teil der Pädagogik. Wer beurteilt, muss auch sagen, dass eine Leistung nicht genügt, muss Gespräche über Abbruchgedanken, Überforderung und Fehlzeiten führen und Konflikte zwischen Auszubildenden und Team aushalten. Die Zusatzqualifikation bringt eine Zulage, die Verantwortung wächst deutlicher als das Entgelt.

Aufgaben

  • Geplante Anleitungen vorbereiten, durchführen und mit der Auszubildenden reflektieren
  • Lernziele des Einsatzes festlegen und ihren Nachweis führen
  • Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche führen und Beurteilungen schreiben
  • Auszubildende auf die praktische Prüfung vorbereiten und sie dort begleiten
  • Pflegetechniken und Hygieneregeln vormachen und Durchführung kontrollieren
  • Mit der Pflegeschule Einsatzpläne und Ausbildungsstände abstimmen
  • Das Team für die Ausbildung gewinnen und Konflikte im Einsatz klären
  • Bei Freistellung weiter in der Pflege mitarbeiten, wenn der Dienstplan es verlangt

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in der Pflege und in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung
  • Berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden, bei älteren Abschlüssen 200 Stunden
  • Jährlich mindestens 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung als Pflicht
  • Bereitschaft zu Schichtdienst, solange keine vollständige Freistellung vereinbart ist
  • Fähigkeit, Kritik verständlich und belegbar zu formulieren
  • Sorgfalt bei Dokumentation, Beurteilungen und Nachweisen

Wo man arbeitet

  • Stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren
  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Ambulante Pflegedienste
  • Pflegeschulen und Bildungszentren der Träger
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe und Rehabilitation

Der Weg in den Beruf

Voraussetzung ist die abgeschlossene Pflegeausbildung, meist mit einem Jahr Berufserfahrung. Darauf folgt die berufspädagogische Zusatzqualifikation: Seit dem Pflegeberufegesetz umfasst sie mindestens 300 Stunden, ältere Weiterbildungen mit 200 Stunden bleiben in der Regel anerkannt, müssen aber teils aufgestockt werden. Die Kurse laufen berufsbegleitend über mehrere Monate bis zu einem Jahr und schließen mit Kolloquium und Praxisaufgabe ab. Danach sind jährlich mindestens 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung verpflichtend. Ein Pflegepädagogikstudium ersetzt die Qualifikation und öffnet den Weg in die Pflegeschule.

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