Was macht ein Infrastructure Engineer?
Infrastructure Engineers kümmern sich um alles, was unter einer Anwendung liegt. Sie richten virtuelle Maschinen und Container-Plattformen ein, konfigurieren Netzwerke, Firewalls und Load Balancer und verwalten Speichersysteme. Ein großer Teil der Arbeit besteht heute darin, Infrastruktur als Code zu beschreiben, etwa mit Terraform oder Ansible, statt Server von Hand einzurichten. Dazu kommen Monitoring und Logging: Dashboards aufbauen, Alarme einstellen, Auslastung beobachten. Wenn ein Dienst ausfällt, suchen sie die Ursache, stellen den Betrieb wieder her und dokumentieren, was passiert ist. Sie spielen Sicherheitsupdates ein, verwalten Zugriffsrechte und Zertifikate und planen Backups und Notfallwiederherstellung. Je nach Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt auf eigenen Rechenzentren, auf Public Clouds wie AWS, Azure oder Google Cloud oder auf einer Mischung. Die Abgrenzung zu DevOps Engineers, Systemadministratoren und Site Reliability Engineers ist in der Praxis fließend.
Wie wird man Infrastructure Engineer?
Einen festgelegten Weg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines verwandten Fachs. Ebenso verbreitet ist der Einstieg über die dreijährige duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, oft gefolgt von einigen Jahren als Systemadministrator. Quereinsteiger aus anderen technischen Berufen schaffen den Wechsel meist über Weiterbildungen, Umschulungen und Herstellerzertifikate, etwa von AWS, Microsoft, Red Hat oder der Linux Foundation. Arbeitgeber achten stark auf nachweisbare Praxis: Wer Linux sicher beherrscht, Skripte schreiben kann und eigene Projekte vorweisen kann, hat bessere Chancen als mit einem Abschluss allein.
Was der Beruf verlangt
Die Technik ändert sich schnell. Werkzeuge, die heute Standard sind, können in wenigen Jahren abgelöst sein, und ein Teil der Weiterbildung geschieht neben der Arbeit. Viele Stellen sind mit Rufbereitschaft verbunden: Fällt nachts oder am Wochenende ein System aus, muss jemand reagieren. Störungen erzeugen Druck, weil oft ganze Abteilungen oder Kunden nicht arbeiten können, bis der Fehler behoben ist. Fehler in der Konfiguration können weitreichende Folgen haben, daher ist sorgfältiges Arbeiten wichtiger als Tempo. Wartungsarbeiten werden häufig auf Randzeiten gelegt. Der Beruf ist überwiegend Bildschirmarbeit, körperlich wenig belastend, aber geistig fordernd. Englisch ist im Alltag nötig, weil Dokumentation, Fehlermeldungen und oft auch Teams englischsprachig sind. Remote-Arbeit ist verbreitet, Präsenz im Rechenzentrum aber je nach Stelle weiterhin gefragt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch, weil Unternehmen aller Branchen Anwendungen in die Cloud verlagern, Systeme automatisieren und höhere Anforderungen an IT-Sicherheit erfüllen müssen. Fachkräfte mit Erfahrung in Cloud-Plattformen, Kubernetes und Automatisierung werden besonders gesucht. Für Berufseinsteiger ohne Praxis ist der Markt enger als für erfahrene Kräfte. Entwicklungswege führen in Richtung Cloud-Architektur, Site Reliability Engineering, Plattform-Engineering oder IT-Sicherheit. Mit Erfahrung sind auch Teamleitung, technische Leitung oder eine selbständige Tätigkeit als Berater möglich. Klassische Administrationsaufgaben ohne Automatisierung verlieren dagegen an Bedeutung.