Karosseriebauer für PKW
Karosseriebauer für PKW reparieren und erneuern beschädigte Fahrzeugkarosserien nach Unfällen, Rost oder Verschleiß. Der Ausbildungsberuf heißt offiziell Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker in der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Karosseriebauer für PKW verdient
3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € |
In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Tarifverträge des Kfz-Handwerks, die sich je nach Bundesland deutlich unterscheiden; viele kleine Karosseriebetriebe zahlen jedoch ohne Tarifbindung und darunter. Höhere Gehälter gibt es eher in Vertragswerkstätten großer Autohäuser, in Süddeutschland sowie mit Meistertitel oder Spezialisierung auf Aluminium und Assistenzsysteme.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Karosseriebauer für PKW?
Der Arbeitsalltag dreht sich um beschädigte Autos. Nach einem Unfall wird zuerst der Schaden aufgenommen: Welche Teile sind verformt, ist der Rahmen verzogen, sind Airbags oder Sensoren betroffen? Mit Messsystemen wird geprüft, ob die Karosserie noch maßhaltig ist. Verbogene Bleche werden ausgebeult, gerichtet oder herausgetrennt und durch neue Teile ersetzt. Dazu gehört Schweißen, Nieten, Kleben und Schleifen, oft an Aluminium, hochfesten Stählen oder Verbundwerkstoffen, die jeweils eigene Verfahren verlangen. Türen, Kotflügel, Scheiben und Stoßfänger werden aus- und eingebaut, Spaltmaße eingestellt und Fahrerassistenzsysteme nach der Reparatur neu kalibriert. Kleinere Dellen entfernen viele Betriebe ohne Lackierung mit Ausbeultechnik. Hinzu kommen Kostenvoranschläge, Abstimmung mit Gutachtern und Versicherungen sowie die Übergabe an die Lackiererei.
Wie wird man Karosseriebauer für PKW?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker in der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik. Sie dauert dreieinhalb Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder mittlerem Schulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik helfen. Quereinsteiger aus verwandten Metallberufen, etwa Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer, können mit Berufserfahrung über eine verkürzte Ausbildung oder eine Externenprüfung zum Abschluss kommen. Ohne Ausbildung ist eine Anstellung als Helfer möglich, verantwortungsvolle Reparaturen bleiben dann aber meist Fachkräften vorbehalten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Viel Zeit wird im Stehen, gebückt oder in unbequemer Haltung unter und neben dem Fahrzeug verbracht. Lärm beim Schleifen und Hämmern, Schweißrauch, Staub und Klebstoffdämpfe gehören dazu, Schutzausrüstung ist Pflicht. Kleine Schnitt- und Brandverletzungen kommen vor, langfristig belasten Rücken und Gelenke. Gearbeitet wird meist tagsüber von Montag bis Freitag, in manchen Betrieben auch samstags. Zeitdruck entsteht, weil Kunden und Versicherungen auf kurze Standzeiten drängen. Gleichzeitig verlangt die Arbeit Genauigkeit: Ein falsch gerichteter Träger oder eine schlechte Schweißnaht gefährdet die Sicherheit. Moderne Fahrzeuge erfordern laufende Weiterbildung, weil Hersteller eigene Reparaturvorgaben und Werkstoffe einsetzen.
Aussichten
Fachkräfte werden gesucht, viele Betriebe finden kaum Nachwuchs. Unfallschäden entstehen unabhängig von der Antriebsart, deshalb bleibt der Beruf auch mit der Elektromobilität gefragt, verändert sich aber: Hochvoltsysteme, Leichtbau und Sensorik verlangen zusätzliche Qualifikationen, etwa eine Hochvolt-Schulung. Aufstiegsmöglichkeiten bieten die Meisterprüfung im Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk, die zur Betriebsleitung oder Selbstständigkeit berechtigt, sowie die Weiterbildung zum Techniker oder zum Kfz-Sachverständigen. Wer sich auf Aluminiumreparatur, Oldtimer-Restaurierung oder Smart Repair spezialisiert, kann sich in Nischen gut positionieren.
Aufgaben
- Unfallschäden begutachten und Karosserie vermessen
- Verformte Bleche ausbeulen und richten
- Beschädigte Karosserieteile heraustrennen und neue einschweißen, nieten oder kleben
- Anbauteile wie Türen, Hauben und Scheiben aus- und einbauen
- Spaltmaße einstellen und Oberflächen für die Lackierung vorbereiten
- Fahrerassistenzsysteme nach der Reparatur kalibrieren
- Kostenvoranschläge erstellen und mit Gutachtern abstimmen
Voraussetzungen
- Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss, rechtlich nicht vorgeschrieben
- Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
- Grundkenntnisse in Mathematik und Physik
- Körperliche Belastbarkeit, auch bei Arbeit in Zwangshaltungen
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Führerschein Klasse B, in vielen Betrieben erwartet
Wo man arbeitet
- Karosserie- und Lackierfachbetriebe
- Kfz-Werkstätten und Autohäuser
- Vertragswerkstätten von Fahrzeugherstellern
- Betriebe für Oldtimer-Restaurierung
- Smart-Repair- und Ausbeulbetriebe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker in der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Danach ist die Meisterprüfung im Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk der wichtigste Aufstiegsweg.
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