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Handwerk & Produktion

KFZ

Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatroniker warten, prüfen und reparieren Autos, Transporter und Motorräder. Sie arbeiten an Mechanik, Elektrik und zunehmend an Elektronik und Hochvoltsystemen.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als KFZ verdient

3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 4.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.300 € 3.800 € 4.600 € 45.600 €

Im Kfz-Handwerk gelten regionale Tarifverträge zwischen IG Metall und den Kfz-Landesverbänden bzw. Innungen, an die aber viele freie Werkstätten nicht gebunden sind und dann teils deutlich darunter zahlen. Markenautohäuser zahlen meist besser als freie Betriebe, und wer bei Herstellern oder Zulieferern nach dem Tarif der Metall- und Elektroindustrie arbeitet, verdient spürbar mehr als in der Werkstatt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker?

Im Werkstattalltag geht es um Inspektionen, Reparaturen und Fehlersuche. Ein typischer Tag beginnt mit Aufträgen aus der Serviceannahme: Ölwechsel, Bremsbeläge und -scheiben tauschen, Reifen wechseln und einlagern, Zahnriemen erneuern, Fahrzeuge für die Hauptuntersuchung vorbereiten. Ein großer Teil der Arbeit ist Diagnose. Mit dem Testgerät werden Fehlerspeicher ausgelesen, Sensoren und Steuergeräte geprüft, Software aktualisiert und Assistenzsysteme wie Abstandsradar oder Spurhaltekamera neu kalibriert. Dazu kommen Klimaanlagenservice, Unfallschäden an Fahrwerk und Achsen sowie der Einbau von Zubehör wie Anhängerkupplungen. Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen gehören Arbeiten an Hochvoltbatterie und Antrieb dazu, für die eine eigene Qualifizierung nötig ist. Jeder Auftrag wird dokumentiert, oft im Kundendienstsystem des Herstellers. Die Ausbildung kennt mehrere Schwerpunkte, etwa Pkw-Technik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System- und Hochvolttechnik sowie Karosserietechnik.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Sie dauert dreieinhalb Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, ein guter Hauptschulabschluss reicht in vielen Werkstätten ebenfalls. Wichtig sind Mathematik, Physik und technisches Verständnis. Die Gesellenprüfung wird als gestreckte Prüfung in zwei Teilen abgelegt. Quereinsteiger mit Erfahrung aus verwandten Metall- oder Elektroberufen können sich über eine Umschulung oder die Externenprüfung bei der Handwerkskammer qualifizieren. Ein Pkw-Führerschein wird fast immer erwartet, spätestens zum Ende der Ausbildung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich: viel Stehen, Arbeiten unter dem Fahrzeug auf der Hebebühne mit über den Kopf gestreckten Armen, gebeugte Haltung im Motorraum, schwere Teile wie Räder und Bremsscheiben. Öl, Schmierstoffe, Abgase und Lärm gehören zum Alltag, im Winter sind Hallen oft kalt. Rücken- und Gelenkbeschwerden sind im Alter verbreitet. Gearbeitet wird meist tagsüber von Montag bis Freitag, häufig auch samstags, in größeren Betrieben und bei Nutzfahrzeugen auch im Schichtbetrieb oder mit Pannen- und Bereitschaftsdienst. Zeitdruck entsteht durch Vorgabezeiten der Hersteller, nach denen Arbeiten abgerechnet werden. Die Technik ändert sich schnell, wer nicht regelmäßig an Schulungen teilnimmt, verliert den Anschluss. Die Bezahlung liegt im Handwerk unter dem, was vergleichbare Fachkräfte in der Industrie verdienen, ein Grund, warum viele Gesellen die Werkstatt nach einigen Jahren verlassen.

Aussichten

Kfz-Werkstätten suchen seit Jahren Fachkräfte, viele Ausbildungs- und Gesellenstellen bleiben unbesetzt. Die Umstellung auf Elektromobilität verändert den Beruf: Verschleißarbeiten am Verbrennungsmotor werden weniger, Diagnose, Software und Hochvolttechnik werden wichtiger. Wer sich hier qualifiziert, hat gute Chancen. Aufstiegswege sind der Kfz-Techniker-Meister, der zur Führung eines eigenen Betriebs berechtigt, der staatlich geprüfte Techniker, der Serviceberater in der Kundenannahme oder der Weg zum Prüfingenieur bei einer Prüforganisation nach einem Studium. Mit Abitur oder Meistertitel ist auch ein Studium der Fahrzeugtechnik möglich. Alternativen außerhalb der Werkstatt bieten Hersteller, Zulieferer, Flottenbetreiber und Pannendienste.

Aufgaben

  • Inspektionen nach Herstellervorgaben durchführen
  • Fehlerspeicher mit Diagnosegeräten auslesen und Fehler eingrenzen
  • Bremsen, Fahrwerk, Kupplung und Abgasanlage reparieren
  • Reifen montieren, wuchten und einlagern
  • Steuergeräte programmieren und Assistenzsysteme kalibrieren
  • Klimaanlagen prüfen und befüllen
  • Fahrzeuge für die Hauptuntersuchung vorbereiten
  • Arbeiten an Hochvoltsystemen von Elektro- und Hybridfahrzeugen ausführen

Voraussetzungen

  • In der Regel mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Technisches Verständnis und Grundkenntnisse in Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und sorgfältiges Arbeiten
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten im Stehen und über Kopf
  • Pkw-Führerschein
  • Bereitschaft zu regelmäßigen Herstellerschulungen und Hochvolt-Qualifizierung

Wo man arbeitet

  • Markengebundene Autohäuser mit Werkstatt
  • Freie Kfz-Werkstätten
  • Reifen- und Schnellservicebetriebe
  • Nutzfahrzeug- und Busbetriebe
  • Pannen- und Abschleppdienste
  • Werkstätten von Fuhrparks und Verkehrsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über die duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer abschließt. Danach ist die Weiterbildung zum Kfz-Techniker-Meister möglich, die in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre dauert.

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