Pflegefachkraft Palliative Care
Pflegt Menschen in der letzten Lebensphase: Schmerz- und Symptomkontrolle, Begleitung der Sterbenden und ihrer Angehörigen.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Palliative Care verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 3.950 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 3.950 € | 4.350 € | 47.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.300 € | 4.800 € | 51.600 € |
Orientierung an den Entgeltgruppen P7 und P8 des TVöD-P und den vergleichbaren AVR-Gruppen von Caritas und Diakonie; private Träger zahlen häufig darunter, Schicht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Pflegefachkräfte mit der Weiterbildung Palliative Care versorgen Menschen, deren Erkrankung nicht mehr heilbar ist. Das Ziel ist nicht Lebensverlängerung, sondern Symptomkontrolle und Lebensqualität bis zuletzt. Grundlage der Qualifikation ist die 160-stündige Weiterbildung nach dem Basiscurriculum von Kern, Müller und Aurnhammer, in Deutschland der verbreitete Standard. Auffällig an diesem Bestand: Die Stellen sind nicht im Hospiz ausgeschrieben, sondern in der stationären Langzeitpflege – ein Zeichen dafür, dass palliative Versorgung zunehmend dort stattfindet, wo die meisten Menschen tatsächlich sterben.
Fachlich geht es um Schmerz- und Symptomerfassung mit standardisierten Skalen, um die Bedarfsmedikation nach ärztlicher Anordnung einschließlich Opiaten und Schmerzpumpen, um Atemnot, Übelkeit, Unruhe, Obstipation und Wundversorgung, um Mundpflege und Lagerung, wenn Essen und Trinken nachlassen. Dazu kommen Gespräche über Behandlungsziele, Patientenverfügung und Vorausplanung, die Begleitung der Angehörigen vor und nach dem Tod sowie die Abstimmung mit Hausärzten, Palliativmedizinern, Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, Hospizdiensten und Seelsorge. Häufig berät die Fachkraft zusätzlich das Team und leitet Kollegen an.
Die Belastung ist nicht vor allem körperlich. Wer diese Arbeit macht, erlebt Sterben regelmäßig und begleitet Menschen, zu denen über Wochen eine Beziehung entstanden ist; Verluste summieren sich, und der Abstand zur eigenen Endlichkeit ist klein. Supervision, Fallbesprechungen und Abschiedsrituale im Team sind deshalb keine Nebensache, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Stelle auf Dauer zu halten ist. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu, in ambulanten Teams zusätzlich Rufbereitschaft.
Aufgaben
- Schmerzen und Symptome mit standardisierten Skalen erfassen und dokumentieren
- Bedarfsmedikation nach ärztlicher Anordnung geben, Schmerzpumpen und Subkutankanülen versorgen
- Atemnot, Übelkeit, Unruhe und Obstipation lindern
- Mundpflege, Lagerung und Hautschutz in der Sterbephase übernehmen
- Angehörige über den Verlauf aufklären und in der Trauer begleiten
- Gespräche über Behandlungsziele und Patientenverfügung vorbereiten und begleiten
- Mit Hausarzt, Palliativmediziner, SAPV-Team, Hospizdienst und Seelsorge abstimmen
- Kollegen im Wohnbereich palliativ beraten und anleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung
- Weiterbildung Palliative Care mit 160 Stunden nach dem Basiscurriculum Kern, Müller und Aurnhammer
- Ein bis zwei Jahre Berufspraxis, meist Bedingung für die Weiterbildung
- Sicherheit im Umgang mit Betäubungsmitteln und deren Dokumentation
- Psychische Belastbarkeit und die Bereitschaft, Sterbebegleitung als Regelfall zu tragen
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten, im ambulanten Dienst zu Rufbereitschaft
- Führerschein Klasse B für Einsätze in der ambulanten Versorgung
Wo man arbeitet
- Stationäre Pflegeeinrichtungen mit palliativem Versorgungsauftrag
- Stationäre Hospize
- Palliativstationen und onkologische Abteilungen im Krankenhaus
- Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
- Ambulante Pflege- und Hospizdienste
- Kinderhospize und Kinderpalliativteams
Der Weg in den Beruf
Voraussetzung ist die dreijährige Pflegeausbildung, heute Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, früher Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege. Nach ein bis zwei Jahren Praxis folgt die Weiterbildung Palliative Care mit 160 Unterrichtsstunden, üblich in vier Blockwochen über einige Monate, angeboten von Hospizakademien, kirchlichen Bildungshäusern und Pflegeschulen; die Kosten übernehmen viele Träger. Darauf aufbauend gibt es die Fachweiterbildung Palliativ- und Hospizpflege, Kurse zur Kinderpalliativpflege und Qualifikationen für die Koordination in Hospiz- und SAPV-Diensten. Für Leitung und Lehre ist ein Masterstudium Palliative Care möglich.
Offene Stellen als Pflegefachkraft Palliative Care
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