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Gesundheit & Pflege

Wohnbereichsleitung

Führt einen Wohnbereich im Pflegeheim: Dienstplan, Pflegeprozess, Team und Angehörige – und arbeitet weiter selbst am Bewohner.

41 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Wohnbereichsleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 3.750 € 4.100 € 45.000 €
Mit Berufserfahrung 3.750 € 4.150 € 4.600 € 49.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.550 € 5.100 € 54.600 €

Orientierung an den Entgeltgruppen P10 und P11 des TVöD-P und den vergleichbaren AVR-Gruppen von Caritas und Diakonie; bei privaten Trägern liegen die Grundgehälter häufig darunter, Schicht- und Wochenendzuschläge sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Die Wohnbereichsleitung führt eine Einheit von etwa 20 bis 40 Bewohnerinnen und Bewohnern in einer stationären Pflegeeinrichtung. Sie steht zwischen Pflegedienstleitung und Pflegeteam: verantwortlich für die pflegerische Qualität im Bereich, für den Dienstplan und für die Mitarbeiter, ohne die Arbeit am Bewohner zu verlassen. In diesem Bestand ist rund ein Viertel der Stellen als stellvertretende Wohnbereichsleitung ausgeschrieben – der übliche Weg, die Aufgabe kennenzulernen, ohne schon die Gesamtverantwortung zu tragen.

Zum Kern gehören die Pflegeplanung und ihre Fortschreibung, die Steuerung des Pflegeprozesses nach der strukturierten Informationssammlung, die Dienst- und Urlaubsplanung, die Einarbeitung neuer Kräfte und die Anleitung von Auszubildenden. Dazu kommen Pflegevisiten, Übergaben, die Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheken und Therapeuten sowie die Gespräche mit Angehörigen, auch die unangenehmen über Verschlechterung, Sturzrisiko oder Eigenanteil. Bei den Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes ist der Wohnbereich die Ebene, auf der die Dokumentation belegen muss, was tatsächlich getan wurde.

Die Stelle ist eine Sandwichposition, und darin liegt ihre Hauptbelastung. Ausfälle im Team müssen kurzfristig ausgeglichen werden, oft durch eigene Schichten; Vorgaben von oben treffen auf ein Team, das sie umsetzen soll. Gearbeitet wird meist in Vollzeit und unbefristet, häufig mit einem festen Anteil an Frühdiensten statt im vollen Wechsel, doch Wochenend- und Feiertagsdienste bleiben üblich. Die Leitungsaufgabe entlastet nicht von der körperlichen Arbeit: Lagern, Transfer, Grundpflege und Medikamentengabe gehören weiter dazu. Wie groß der Leitungsanteil tatsächlich ausfällt, hängt an der Besetzung des Wohnbereichs und ist der Punkt, nach dem im Vorstellungsgespräch zu fragen ist: Zugesagte Freistellungstage für Planung und Organisation fallen als erstes weg, wenn Personal fehlt.

Aufgaben

  • Dienst- und Urlaubsplanung für den Wohnbereich erstellen und Ausfälle abdecken
  • Pflegeplanungen anlegen, bewerten und fortschreiben
  • Pflegevisiten durchführen und Übergaben leiten
  • Neue Mitarbeiter einarbeiten und Auszubildende anleiten
  • Angehörigengespräche führen und Beschwerden bearbeiten
  • Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheke und Therapeuten organisieren
  • Pflegedokumentation auf Vollständigkeit und Prüffähigkeit kontrollieren
  • Bewohner selbst versorgen: Grundpflege, Behandlungspflege, Medikamentengabe

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung: Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege
  • Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung mit mindestens 460 Unterrichtsstunden, teils erst nach der Einstellung nachzuholen
  • Mehrjährige Berufspraxis in der Pflege, meist mindestens zwei Jahre gefordert
  • Sicherer Umgang mit Dienstplan- und Pflegedokumentationssoftware
  • Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdiensten und zum Einsprung bei Ausfällen
  • Körperliche Belastbarkeit für Transfer, Lagerung und Grundpflege
  • Belastbarkeit in der Rolle zwischen Leitung und Team

Wo man arbeitet

  • Stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren
  • Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen
  • Wohngruppen für Menschen mit Demenz
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe mit Pflegebedarf
  • Betreutes Wohnen mit angeschlossenem Pflegebereich

Der Weg in den Beruf

Der Weg führt über eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung – heute die generalistische Pflegefachfrau beziehungsweise der Pflegefachmann, früher Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege. Darauf folgen zwei bis drei Jahre Berufspraxis und die Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung mit mindestens 460 Unterrichtsstunden, die je nach Bundesland und Anbieter berufsbegleitend acht bis achtzehn Monate dauert. Viele Träger stellen zunächst in die Stellvertretung ein und übernehmen die Kosten der Weiterbildung. Darüber hinaus führen die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung oder ein Studium im Pflegemanagement weiter.

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