Pflegefachkraft Wundexperte
Pflegefachkraft mit Zusatzqualifikation, die chronische Wunden beurteilt, die Versorgung festlegt und die Kollegen dabei anleitet.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Wundexperte verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.600 € | 3.950 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.950 € | 4.350 € | 47.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.300 € | 4.800 € | 51.600 € |
Orientiert an den Entgeltgruppen P7 und P8 des TVöD-P sowie den vergleichbaren AVR-Gruppen von Caritas und Diakonie; private Träger liegen oft darunter. Schicht- und Wochenendzuschläge sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Chronische Wunden heilen nicht von allein und nicht nach Schema. Dekubitus, Ulcus cruris und das diabetische Fußsyndrom brauchen eine Beurteilung, die über den Verbandwechsel hinausgeht: Wundgrund, Rand, Exsudat, Geruch, Schmerz, und vor allem die Ursache dahinter. Genau dafür gibt es die Zusatzqualifikation. Wer sie hat, entscheidet nicht nur, welches Material auf die Wunde kommt, sondern ob Druckentlastung, Kompression oder eine ärztliche Abklärung das eigentliche Thema ist.
Die fachliche Grundlage sind die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege – zur Dekubitusprophylaxe und zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. Sie sind keine Empfehlung, sondern der Maßstab, an dem im Streitfall gemessen wird. Dokumentation ist deshalb kein Beiwerk: Wundverlauf, Fotodokumentation und Begründung der Materialwahl sind der Teil der Arbeit, der im Alltag am ehesten untergeht – und der Teil, nach dem der Medizinische Dienst als Erstes fragt.
Fachlich geht es dabei selten um das teuerste Produkt. Die Wundauflage ist austauschbar; entscheidend sind die Ursachenbehandlung, ein durchgehaltenes Konzept und die Frage, ob Versorgung und Verbandwechselintervall im ganzen Team gleich verstanden werden. Genau daran scheitern chronische Wunden häufiger als an der Medizin.
Die Anzeigen in diesem Bestand kommen überwiegend aus der ambulanten Versorgung und der Langzeitpflege, verteilt auf kleinere Orte statt auf Ballungsräume. Das prägt den Alltag: Wundversorgung im Wohnzimmer, mit dem Material, das da ist, und mit Angehörigen, die zusehen und Fragen stellen. Und es gibt den Punkt, den die Anzeige selten nennt – die Funktion kommt meist zur normalen Schicht dazu. Ohne zugesagte Stunden bleibt sie das, was zwischen zwei Touren übrig ist.
Aufgaben
- Wunden beurteilen und den Verlauf nachvollziehbar dokumentieren
- Versorgungskonzepte festlegen und die Materialauswahl begründen
- Verbandwechsel bei komplexen Wunden selbst durchführen
- Kollegen anleiten und im Team Standards durchsetzen
- Mit Ärzten, Sanitätshäusern und Angehörigen abstimmen
- Druckentlastung und Kompression veranlassen und überwachen
- Fotodokumentation anlegen und für Prüfungen bereithalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachkraft
- Weiterbildung zum Wundexperten, meist nach dem ICW-Curriculum
- Rezertifizierung alle zwei Jahre durch Fortbildungspunkte
- Sicherer Umgang mit Dokumentation und Expertenstandards
- Führerschein Klasse B in der ambulanten Versorgung
- Bereitschaft, Standards auch gegen Gewohnheiten durchzusetzen
Wo man arbeitet
- Ambulante Pflegedienste
- Stationäre Pflegeeinrichtungen
- Kliniken und Wundzentren
- Arztpraxen mit Wundsprechstunde
- Sanitätshäuser und Homecare-Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Am Anfang steht die dreijährige Pflegeausbildung. Darauf setzt die Weiterbildung zum Wundexperten auf, üblicherweise nach dem Curriculum der Initiative Chronische Wunden mit rund 56 Unterrichtsstunden und einer Prüfung; das Zertifikat muss alle zwei Jahre durch Fortbildungen erneuert werden. Wer tiefer einsteigen will, geht zum Pflegetherapeuten Wunde, der deutlich umfangreicher ist. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kurskosten und binden das an eine Rückzahlungsklausel – die Bindungsdauer gehört vor der Zusage geklärt.
Offene Stellen als Pflegefachkraft Wundexperte
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Verwandte Berufe
Pflegefachkraft
Pflegefachkräfte versorgen pflegebedürftige Menschen körperlich und medizinisch, planen den Pflegeprozess und führen ärztliche Anordnungen aus.
- Offene Stellen
- 497
- Monatsbrutto
- 3.200 – 4.900 €
Praxisanleiter
Pflegefachkraft mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation, die Auszubildende im Pflegealltag anleitet, beurteilt und zur Prüfung führt.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.450 – 5.050 €
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