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Bau & Immobilien

Polier Tief- und Straßenbau

Poliere im Tief- und Straßenbau führen die Kolonnen auf Baustellen für Straßen, Kanäle, Leitungen und Erdbauwerke. Sie teilen Personal und Maschinen ein, überwachen Qualität und Sicherheit und sind das Bindeglied zwischen Bauleitung und gewerblichen Beschäftigten.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Polier Tief- und Straßenbau verdient

5.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.900 bis 6.700 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.900 € 4.500 € 5.100 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 4.500 € 5.100 € 5.800 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 5.800 € 6.700 € 69.600 €

In tarifgebundenen Betrieben gilt der Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere des Baugewerbes mit dem zugehörigen Gehaltstarifvertrag, Poliere werden dort je nach Verantwortung in die oberen Gehaltsgruppen eingestuft. Deutliche Unterschiede entstehen durch Tarifbindung, Betriebsgröße und Region sowie durch Auslösungen, Nacht- und Montagezuschläge, die in den Werten nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Polier im Tief- und Straßenbau?

Der Polier leitet die Baustelle vor Ort. Er liest Ausführungspläne und Leistungsverzeichnisse, legt fest, welche Kolonne morgens wo anfängt, und bestellt Asphalt, Schotter, Rohre oder Bordsteine so, dass Lkw und Fertiger nicht stillstehen. Er steckt mit Tachymeter oder GPS-Rover Achsen und Höhen ab, kontrolliert Verdichtung, Gefälle und Einbaustärken und prüft, ob Baugruben richtig verbaut sind. Dazu kommen Bautagesberichte, Stundenzettel, Aufmaße für die Abrechnung und Absprachen mit Bauleitung, Behörden, Versorgern und Anwohnern. Bei Verkehrssicherung, Leitungsauskünften und Arbeitsschutz trägt er Verantwortung. Auf kleineren Baustellen arbeitet er selbst mit, auf großen ist er vor allem mit Organisieren, Kontrollieren und Telefonieren beschäftigt.

Wie wird man Polier im Tief- und Straßenbau?

Der übliche Weg führt über eine Ausbildung in einem Bauberuf, etwa Straßenbauer, Kanalbauer, Rohrleitungsbauer oder Tiefbaufacharbeiter, und mehrere Jahre Berufspraxis. Viele werden zunächst Vorarbeiter oder legen die Prüfung zum Geprüften Werkpolier ab. Danach folgt die Fortbildung zum Geprüften Polier mit Schwerpunkt Tiefbau, die vor einer Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer abgelegt wird. Vorbereitungslehrgänge laufen an Bildungszentren der Bauwirtschaft entweder etwa ein Jahr in Vollzeit oder rund zwei Jahre berufsbegleitend. Inhalte sind Bautechnik, Vermessung, Arbeitsvorbereitung, Kalkulation, Recht und Personalführung. Die Kosten lassen sich über das Aufstiegs-BAföG fördern, manche Betriebe beteiligen sich. Ein Quereinstieg ohne Bauausbildung ist kaum möglich, langjährig erfahrene Vorarbeiter werden aber in manchen Betrieben auch ohne Prüfung als Polier eingesetzt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet draußen statt, bei Hitze über frischem Asphalt ebenso wie bei Regen und Frost. Der Tag beginnt früh, oft vor sechs Uhr, und endet, wenn die Tagesleistung eingebaut ist. Nacht- und Wochenendarbeit gehört bei Arbeiten unter Verkehr, auf Autobahnen oder im Gleisnahbereich dazu. Bei überregionalen Firmen kommen Montagewochen fern von zu Hause hinzu. Körperlich ist die Rolle weniger hart als die der Kolonne, dafür steht der Polier zwischen mehreren Seiten: Die Bauleitung erwartet Termine und Kosten, die Mannschaft faire Einteilung, Auftraggeber und Anwohner wenig Störung. Fehler bei Höhen, Leitungen oder Absicherung können teuer oder gefährlich werden. Wer Konflikte scheut oder unter Zeitdruck schlecht entscheidet, tut sich schwer.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Sanierungsstau bei Straßen, Brücken und Kanälen, der Ausbau von Glasfaser, Fernwärme und Stromnetzen sowie viele altersbedingte Abgänge sorgen dafür, dass Betriebe Poliere suchen. Konjunkturschwankungen treffen den Tiefbau meist weniger stark als den Hochbau, weil öffentliche Auftraggeber dominieren. Erfahrene Poliere können Oberpolier oder Bauleiter werden, sich als Techniker weiterbilden, in die Arbeitsvorbereitung oder Kalkulation wechseln oder mit Meistertitel einen eigenen Betrieb gründen. Auch Bauüberwachung bei Kommunen und Ingenieurbüros ist ein möglicher Wechsel.

Aufgaben

  • Kolonnen, Maschinen und Material täglich einteilen
  • Achsen, Höhen und Gefälle abstecken und kontrollieren
  • Einbau von Asphalt, Pflaster, Kanälen und Leitungen überwachen
  • Verbau, Verkehrssicherung und Arbeitsschutz prüfen
  • Bautagesberichte, Stundenzettel und Aufmaße erstellen
  • Absprachen mit Bauleitung, Behörden und Versorgern führen
  • Auszubildende und neue Mitarbeiter anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Bauberuf des Tief- oder Straßenbaus
  • Mehrjährige Berufspraxis, meist als Vorarbeiter oder Werkpolier
  • Fortbildungsprüfung zum Geprüften Polier, Schwerpunkt Tiefbau
  • Sicheres Lesen von Plänen und Grundkenntnisse in Vermessung
  • Durchsetzungsvermögen und Fähigkeit, ein Team zu führen
  • Führerschein Klasse B, oft auch BE oder C1
  • Wetterfestigkeit und Bereitschaft zu frühen Arbeitszeiten

Wo man arbeitet

  • Straßenbauunternehmen
  • Tiefbau- und Kanalbaufirmen
  • Rohrleitungs- und Netzbaubetriebe
  • Große Bauunternehmen mit Infrastruktursparte
  • Kommunale Bauhöfe und Eigenbetriebe

Der Weg in den Beruf

Nach einer dreijährigen Ausbildung in einem Bauberuf wie Straßenbauer oder Kanalbauer und einigen Jahren Berufspraxis folgt die Fortbildung zum Geprüften Polier mit Schwerpunkt Tiefbau. Die Vorbereitung dauert etwa ein Jahr in Vollzeit oder zwei Jahre berufsbegleitend und endet mit einer Prüfung vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer.

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