Produktionsmitarbeiter Kunststoff
Produktionsmitarbeiter in der Kunststoffverarbeitung bedienen und überwachen Spritzgieß-, Extrusions- oder Blasformmaschinen, entnehmen und prüfen Teile und verpacken die fertige Ware. Der Beruf ist meist ein angelernter Einstieg in die Industrie und läuft häufig im Schichtbetrieb.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Produktionsmitarbeiter Kunststoff verdient
2.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 3.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € |
Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: Es gelten regionale Tarifverträge der kunststoffverarbeitenden Industrie mit der IG BCE, in manchen Betrieben der Chemie- oder Metalltarif, während Zeitarbeit nach dem Tarifwerk der Zeitarbeit (GVP/DGB) oft am unteren Rand liegt. Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge, die hier nicht eingerechnet sind, erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Produktionsmitarbeiter Kunststoff?
Produktionsmitarbeiter arbeiten an Anlagen, die aus Kunststoffgranulat Teile herstellen: Gehäuse für Elektrogeräte, Autoteile, Rohre, Folien, Flaschen oder Verpackungen. Sie füllen Granulat und Farbstoffe nach, entnehmen fertige Teile aus der Spritzgießmaschine oder vom Förderband, entgraten Kanten, schneiden Angüsse ab und kontrollieren die Teile auf Fehler wie Lunker, Verzug, Schlieren oder falsche Maße. Dafür nutzen sie Messschieber, Lehren und Sichtprüfung nach Prüfplan. Fehlerhafte Teile werden aussortiert und dokumentiert, gute Teile gezählt, verpackt und etikettiert. Viele montieren außerdem kleine Baugruppen, setzen Einlegeteile ein oder bedienen Schweiß- und Bedruckanlagen. Fällt eine Maschine aus oder zeigt Störungen, melden sie das an den Einrichter oder Schichtführer. Mit wachsender Erfahrung übernehmen manche selbst einfache Einstellarbeiten oder Werkzeugwechsel.
Wie wird man Produktionsmitarbeiter Kunststoff?
Eine formale Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen Menschen mit oder ohne Schulabschluss ein und lernen sie direkt an der Maschine an, oft in wenigen Tagen bis Wochen. Ein großer Teil der Stellen wird über Zeitarbeitsfirmen besetzt, aus denen später teils eine Übernahme folgt. Grundkenntnisse in Deutsch für Arbeitsanweisungen und Sicherheitsunterweisungen werden erwartet. Ein Staplerschein ist von Vorteil. Wer sich weiterentwickeln will, kann die zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik anschließen, auch als Externenprüfung nach mehreren Jahren Berufspraxis.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast immer im Zwei- oder Dreischichtbetrieb statt, in vielen Betrieben auch am Wochenende, weil Anlagen möglichst ohne Unterbrechung laufen sollen. Man steht den größten Teil der Schicht, wiederholt dieselben Handgriffe im Takt der Maschine und trägt Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und oft Handschuhe. In den Hallen ist es warm, laut, und je nach Material riecht es nach erhitztem Kunststoff. Die Teile können heiß sein, Kisten und Säcke mit Granulat sind schwer. Die Monotonie fällt vielen schwerer als die körperliche Belastung, dazu kommt der Druck, Stückzahlen und Qualität gleichzeitig einzuhalten. Aufmerksamkeit bleibt trotzdem nötig, denn ein übersehener Fehler kann eine ganze Charge unbrauchbar machen.
Aussichten
Die Kunststoffverarbeitung ist in Deutschland eine große Branche mit vielen mittelständischen Betrieben, besonders als Zulieferer für Automobil, Verpackung, Bau und Medizintechnik. Angelernte Kräfte werden laufend gesucht, die Stellen sind aber konjunkturabhängig und bei Zeitarbeit wenig sicher. Automatisierung ersetzt zunehmend einfache Entnahme- und Verpackungsarbeiten, während Kenntnisse im Umrüsten und in der Maschinenbedienung gefragter werden. Wer Verantwortung übernimmt, kann zum Maschinenbediener, Einrichter oder Schichtführer aufsteigen. Mit Ausbildung und späterer Weiterbildung zum Industriemeister Kunststoff und Kautschuk oder zum Techniker stehen auch Führungsaufgaben offen.
Aufgaben
- Spritzgieß-, Extrusions- oder Blasformanlagen bedienen und überwachen
- Fertige Teile entnehmen, entgraten und Angüsse entfernen
- Teile per Sichtprüfung und mit Messmitteln auf Fehler kontrollieren
- Granulat, Farbmittel und Verpackungsmaterial nachfüllen
- Gute Teile zählen, verpacken und etikettieren
- Ausschuss und Stückzahlen im Schichtprotokoll dokumentieren
- Störungen an Einrichter oder Schichtführer melden
- Kleine Baugruppen montieren oder Einlegeteile einsetzen
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Abschluss nötig, Hauptschulabschluss ist von Vorteil
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, oft auch am Wochenende
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Heben
- Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Arbeitsabläufen
- Deutschkenntnisse für Arbeitsanweisungen und Sicherheitsunterweisungen
- Staplerschein ist häufig erwünscht
Wo man arbeitet
- Kunststoffverarbeitende Betriebe (Spritzguss, Extrusion)
- Automobilzulieferer
- Hersteller von Verpackungen und Folien
- Hersteller von Rohren und Bauprodukten
- Medizintechnik-Hersteller
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in der Industrie
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt meist ohne Ausbildung über eine Einarbeitung im Betrieb von einigen Tagen bis Wochen, häufig über Zeitarbeit. Wer aufsteigen will, kann die zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder die dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik mit IHK-Abschluss machen, auch berufsbegleitend oder als Externenprüfung.
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- Monatsbrutto
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