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Finanzen & Controlling

Sachbearbeiter Rechnungswesen

Sachbearbeiter im Rechnungswesen buchen Geschäftsvorfälle, prüfen Rechnungen, überwachen Zahlungen und bereiten Monats- und Jahresabschlüsse vor. Sie sorgen dafür, dass die Zahlen eines Unternehmens vollständig, korrekt und prüfbar sind.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sachbearbeiter Rechnungswesen verdient

3.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.300 € 5.000 € 51.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Tarifbindung ab: In der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie nach den jeweiligen Flächentarifverträgen sowie bei Banken nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe liegt es deutlich höher als in kleinen Handelsbetrieben oder Kanzleien ohne Tarif, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L. Eine Fortbildung zum Bilanzbuchhalter hebt das Gehalt spürbar an.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sachbearbeiter Rechnungswesen?

Im Mittelpunkt steht die laufende Buchhaltung. Eingangsrechnungen werden auf sachliche und rechnerische Richtigkeit geprüft, kontiert und zur Zahlung freigegeben. Ausgangsrechnungen werden erstellt oder kontrolliert, Zahlungseingänge den offenen Posten zugeordnet. Bleibt eine Zahlung aus, verschicken Sachbearbeiter Mahnungen und klären Differenzen mit Kunden oder Lieferanten. Dazu kommen Kontoabstimmungen, die Buchung von Bankauszügen, Reisekostenabrechnungen und die Pflege von Stammdaten. Zum Monatsende stehen Abgrenzungen, Umsatzsteuervoranmeldungen und Abstimmungen mit dem Controlling an, zum Jahresende die Vorbereitung des Abschlusses: Inventurwerte übernehmen, Rückstellungen buchen, Unterlagen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zusammenstellen. Gearbeitet wird fast ausschließlich am Bildschirm, meist mit ERP-Systemen wie SAP oder mit DATEV, dazu viel Excel. In größeren Unternehmen ist die Arbeit oft aufgeteilt in Kreditoren-, Debitoren- und Hauptbuchhaltung, in kleinen Betrieben macht eine Person alles.

Wie wird man Sachbearbeiter Rechnungswesen?

Der übliche Weg ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zur Industriekauffrau, zum Kaufmann für Büromanagement oder zur Steuerfachangestellten, mit anschließender Spezialisierung auf die Buchhaltung. Viele ergänzen das durch Lehrgänge der IHK, etwa zur Finanzbuchhalterin, die berufsbegleitend einige Monate dauern. Auch Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiums steigen hier ein, vor allem wenn sie Rechnungswesen als Schwerpunkt hatten. Quereinsteiger aus anderen Büroberufen haben mit einem anerkannten Buchhaltungskurs gute Chancen, weil viele Unternehmen Personal suchen. Ohne Grundkenntnisse in doppelter Buchführung und Umsatzsteuer geht es allerdings nicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist genau, wiederholt sich und lässt wenig Spielraum für Fehler. Wer Freude an Ordnung und Zahlen hat, kommt gut damit zurecht, wer Abwechslung sucht, empfindet den Alltag schnell als eintönig. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, Teilzeit und Homeoffice sind verbreitet. Zum Monatsende und vor allem in der Abschlussphase zu Jahresbeginn steigt der Druck deutlich, Überstunden sind dann üblich. Fristen der Finanzverwaltung sind nicht verhandelbar. Hinzu kommen Gesetzesänderungen im Steuer- und Handelsrecht, neue Pflichten wie die E-Rechnung und regelmäßige Softwareumstellungen, die ständiges Nachlernen verlangen. Die Arbeit ist körperlich nicht belastend, langes Sitzen am Bildschirm ist aber die Regel.

Aussichten

Fachkräfte für Buchhaltung werden in nahezu jeder Branche gesucht, und die Nachfrage ist seit Jahren stabil. Gleichzeitig verändert die Automatisierung den Beruf: Belege werden zunehmend digital erfasst und automatisch vorkontiert, einfache Buchungsarbeiten fallen weg. Gefragt sind deshalb Leute, die Systeme bedienen, Fehler finden und Zusammenhänge verstehen. Wer nur Belege abtippt, hat langfristig schlechte Karten. Aufstiegsmöglichkeiten bietet vor allem die Fortbildung zum Bilanzbuchhalter, die zu eigenverantwortlichen Abschlüssen und höheren Gehältern führt. Weitere Wege führen ins Controlling, in die Steuerabteilung, zur Teamleitung in der Buchhaltung oder über ein berufsbegleitendes Studium in Richtung Finanzleitung.

Aufgaben

  • Eingangsrechnungen prüfen, kontieren und zur Zahlung freigeben
  • Zahlungseingänge offenen Posten zuordnen und Mahnungen verschicken
  • Bankauszüge buchen und Konten abstimmen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen vorbereiten
  • Reisekosten und Spesen abrechnen
  • Monats- und Jahresabschlüsse mit Abgrenzungen und Rückstellungen vorbereiten
  • Unterlagen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zusammenstellen
  • Rückfragen von Lieferanten, Kunden und Fachabteilungen klären

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder betriebswirtschaftliches Studium
  • Sichere Kenntnisse in doppelter Buchführung, Handels- und Umsatzsteuerrecht
  • Routine im Umgang mit ERP-Systemen wie SAP oder DATEV und mit Excel
  • Sorgfalt und Konzentration bei wiederkehrenden Aufgaben
  • Belastbarkeit in Abschluss- und Fristphasen
  • Bereitschaft, sich laufend in Gesetzesänderungen einzuarbeiten

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
  • Öffentliche Verwaltung und kommunale Betriebe
  • Banken und Versicherungen
  • Krankenhäuser, Verbände und soziale Einrichtungen
  • Shared-Service-Center großer Konzerne

Der Weg in den Beruf

Meist führt der Weg über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellte, mit Schwerpunkt Buchhaltung im Betrieb. Ergänzend werden IHK-Lehrgänge zum Finanzbuchhalter besucht, die berufsbegleitend einige Monate dauern. Auch ein Bachelor in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen ermöglicht den Einstieg.

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