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Handwerk & Produktion

Schleifer

Schleifer bearbeiten Werkstücke aus Metall, Hartmetall oder Keramik an Schleifmaschinen auf Maß, oft mit Toleranzen im Tausendstelmillimeter-Bereich. Sie arbeiten meist in der Metallindustrie, im Werkzeugbau oder in Lohnschleifereien.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Schleifer verdient

3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.100 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.100 € 51.600 €

Am stärksten zählt, ob der Betrieb nach dem Tarifvertrag der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie (Entgeltrahmenabkommen ERA) zahlt; kleine Lohnschleifereien ohne Tarif liegen oft deutlich darunter. Dazu kommen Schichtzulagen, die das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen, und der Unterschied zwischen angelernter Bedienung und dem selbstständigen Einrichten und Programmieren.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schleifer?

Schleifer geben Werkstücken ihre endgültige Form und Oberfläche. Wellen, Lagerringe, Zahnräder, Stanzwerkzeuge oder Bohrer kommen vorgedreht oder vorgefräst an die Schleifmaschine und werden dort auf das genaue Maß gebracht. Je nach Betrieb arbeiten Schleifer an Flach-, Rund-, Innen-, Spitzenlos- oder Profilschleifmaschinen, heute überwiegend CNC-gesteuert. Zum Alltag gehören das Lesen technischer Zeichnungen, das Auswählen und Abrichten der Schleifscheibe, das Einrichten und Spannen des Werkstücks, das Eingeben oder Anpassen von Programmen und vor allem das Messen. Mit Messschraube, Feinzeiger, Rauheitsmessgerät oder Koordinatenmessmaschine wird geprüft, ob Maß, Rundheit und Oberfläche stimmen. In der Serienfertigung überwacht ein Schleifer oft mehrere Maschinen gleichzeitig, in der Einzelfertigung und im Werkzeugbau steht er lange an einem einzigen Teil. Außerhalb der Metallbranche gibt es Schleifer auch in der Glas-, Stein- und Schmuckverarbeitung, dort mit eigenen Ausbildungen.

Wie wird man Schleifer?

Einen eigenen Ausbildungsberuf mit dem Namen Schleifer gibt es in der Metallbranche nicht. Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker, in der das Schleifen neben Drehen und Fräsen vermittelt wird; viele Betriebe setzen den Schwerpunkt dann gezielt auf Schleiftechnik. Auch Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker oder Präzisionswerkzeugmechaniker wechseln häufig an die Schleifmaschine. Für das Nachschleifen von Messern und Schneidwerkzeugen gibt es den Handwerksberuf Schneidwerkzeugmechaniker. Ein Quereinstieg als angelernte Kraft ist in der Serienfertigung möglich, dort bedient man zunächst eingerichtete Maschinen. Wer selbst einrichten und programmieren will, braucht meist eine Ausbildung oder lange Praxis und Lehrgänge, etwa bei Maschinenherstellern oder Industrie- und Handelskammern.

Was der Beruf verlangt

Schleifen verlangt Geduld und Genauigkeit. Ein falsch gesetzter Zustellwert kann ein teures Werkstück in Sekunden unbrauchbar machen, und der Druck, Ausschuss zu vermeiden, ist entsprechend hoch. Die Arbeit findet in Werkhallen statt, mit Lärm, Kühlschmierstoff-Nebel und Schleifstaub; Gehörschutz und Schutzbrille gehören dazu, Hautprobleme durch Kühlschmierstoffe sind ein bekanntes Berufsrisiko. Man steht den größten Teil der Schicht, schwere Werkstücke werden zwar mit Kran bewegt, trotzdem ist das Rüsten körperlich fordernd. In der Industrie ist Schichtarbeit verbreitet, häufig im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, teilweise mit Wochenendschichten. In der Serienfertigung kann die Arbeit eintönig werden, wenn über Wochen dasselbe Teil läuft.

Aussichten

Erfahrene Schleifer, die CNC-Maschinen selbstständig einrichten und programmieren, werden gesucht. Viele Betriebe finden kaum Nachwuchs, weil das Schleifen in der Ausbildung oft nur am Rand vorkommt. Die Nachfrage hängt allerdings stark an der Konjunktur der Automobil- und Maschinenbauindustrie; der Wandel zum Elektroantrieb verringert bei manchen Zulieferern den Bedarf an geschliffenen Getriebe- und Motorteilen, während Werkzeug- und Formenbau, Medizintechnik und Luftfahrt stabil bleiben. Wege nach oben führen über die Weiterbildung zum Industriemeister Metall oder zum staatlich geprüften Techniker, über Stellen als Einrichter, Schichtführer oder in der Qualitätssicherung sowie in die Anwendungstechnik bei Herstellern von Schleifmaschinen und Schleifmitteln.

Aufgaben

  • Technische Zeichnungen und Fertigungsaufträge lesen
  • Schleifscheiben auswählen, aufspannen und abrichten
  • Werkstücke ausrichten und spannen
  • CNC-Schleifprogramme eingeben, anpassen und testen
  • Schleifprozesse überwachen und Zustellung korrigieren
  • Maße, Rundheit und Oberflächengüte prüfen und dokumentieren
  • Maschinen reinigen, warten und kleine Störungen beheben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Metallbereich, meist Zerspanungsmechaniker, oder lange Praxis als angelernte Kraft
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen und Verständnis von Toleranzen
  • Grundkenntnisse in CNC-Technik
  • Sorgfalt, Konzentration und Geduld bei feinen Maßen
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Stehvermögen und unempfindliche Haut gegenüber Kühlschmierstoffen

Wo man arbeitet

  • Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus
  • Automobilzulieferer
  • Werkzeug- und Formenbau
  • Lohnschleifereien
  • Wälzlager- und Getriebehersteller
  • Medizintechnik- und Luftfahrtzulieferer

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die duale Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Die Spezialisierung auf das Schleifen erfolgt meist im Ausbildungsbetrieb und durch Herstellerlehrgänge. Angelernte Kräfte kommen über eine Einarbeitung von einigen Wochen bis Monaten an die Maschine.

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