Was macht ein SHK-MVTler?
Die Abkürzung MVT steht im SHK-Fachgroßhandel für Mitarbeitende im Verkauf an der Theke, oft im sogenannten Abholmarkt oder Abhollager. Die Kundschaft besteht fast ausschließlich aus Installateuren, Heizungsbauern und Kältetechnikern, die morgens vor Baustellenbeginn Material holen. Der Tag beginnt deshalb früh, häufig ab sechs Uhr. An der Theke nehmen MVTler Bestellungen auf, suchen passende Fittings, Rohre, Ventile, Pumpen, Armaturen oder Ersatzteile für Heizkessel heraus, prüfen Verfügbarkeiten im Warenwirtschaftssystem und buchen die Ware auf das Kundenkonto. Ein großer Teil der Arbeit ist technisches Übersetzen: Ein Monteur beschreibt ein defektes Teil oder bringt es mit, und an der Theke muss die richtige Artikelnummer gefunden werden, oft unter Herstellern mit Tausenden ähnlicher Teile. Dazu kommen Rückgaben und Reklamationen, das Bestellen von Sonderware, das Auffüllen der Regale, Kassieren bei Barkunden und das Bereitstellen vorkommissionierter Aufträge. In ruhigeren Stunden werden Lieferungen vorbereitet und Inventuren gemacht.
Wie wird man SHK-MVTler?
Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement, viele Großhändler bilden direkt für die Theke aus. Ebenso gefragt sind Fachkräfte für Lagerlogistik oder Fachlageristen mit Interesse an Technik. Besonders geschätzt werden Quereinsteiger aus dem Handwerk, etwa Anlagenmechaniker SHK, die nach Jahren auf der Baustelle körperlich kürzertreten wollen. Sie kennen das Material und die Sprache der Kundschaft. Produktwissen wird intern und über Herstellerschulungen vermittelt, ein Staplerschein wird oft im Betrieb erworben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist von Spitzenzeiten geprägt. Morgens drängen sich Handwerker an der Theke, alle haben es eilig, und Fehler fallen erst auf der Baustelle auf, was zu verärgerten Rückrufen führt. Ruhe und ein dickes Fell im Umgangston gehören dazu. Man steht fast den ganzen Tag, läuft durchs Lager und hebt schwere Teile wie Heizkörper, Rohrbündel oder Speicher. Der frühe Arbeitsbeginn ist nicht verhandelbar, manche Abholmärkte haben samstags geöffnet. Das Sortiment ist riesig und ändert sich ständig, besonders bei Wärmepumpen und neuer Heiztechnik, sodass laufendes Lernen nötig ist. Wer kein Interesse an Technik hat, tut sich schwer.
Aussichten
Der SHK-Großhandel sucht seit Jahren Personal für Theke und Lager, und durch Heizungstausch und energetische Sanierung bleibt die Nachfrage aus dem Handwerk hoch. Gleichzeitig verlagert sich ein Teil der Bestellungen auf Onlineshops und Abholstationen, die Theke bleibt aber für Beratung und Eilbedarf wichtig. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Abholmarkts, in den Innendienst mit Projektgeschäft, in den Außendienst bei Großhändlern oder Herstellern oder über eine Weiterbildung zum Fachwirt für Groß- und Außenhandel in Führungsaufgaben.