Zum Inhalt springen
Bildung & Soziales

Sozialarbeiter/Sozialpädagogen

Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa bei Armut, Sucht, Gewalt, Wohnungslosigkeit oder Erziehungsproblemen. Sie arbeiten in Jugendämtern, Beratungsstellen, Schulen, Kliniken und bei freien Trägern.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sozialarbeiter/Sozialpädagogen verdient

4.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €

Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (Entgeltgruppen S11b bis S17), bei den Ländern der TV-L; kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder AVR Diakonie meist ähnlich. Deutlich weniger zahlen oft nicht tarifgebundene freie Träger, mehr gibt es vor allem im Jugendamt und mit Leitungsaufgaben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was machen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen?

Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen unterstützen Menschen, die ihre Probleme nicht allein lösen können. Die Arbeit hängt stark vom Einsatzfeld ab. Im Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamts prüfen sie Hinweise auf Kindeswohlgefährdung, führen Hausbesuche durch, planen Hilfen zur Erziehung und nehmen Kinder im Notfall in Obhut. In der Schulsozialarbeit sprechen sie mit Schülern über Mobbing, Schulverweigerung oder Konflikte zu Hause. In Suchtberatung, Schuldnerberatung, Wohnungslosenhilfe oder im Krankenhaussozialdienst klären sie Ansprüche, stellen Anträge bei Behörden, vermitteln in Therapien oder Pflegeeinrichtungen und begleiten über Wochen oder Monate. Ein großer Teil der Arbeit findet am Schreibtisch statt: Gespräche dokumentieren, Hilfepläne schreiben, Berichte für Gerichte und Kostenträger verfassen, mit anderen Stellen telefonieren.

Wie wird man Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge?

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium der Sozialen Arbeit an einer Hochschule, meist über sechs bis sieben Semester. Viele Arbeitgeber, vor allem Jugendämter, verlangen zusätzlich die staatliche Anerkennung, die je nach Bundesland in das Studium integriert ist oder nach einem Anerkennungsjahr erteilt wird. Duale Studiengänge und berufsbegleitende Studienmodelle ermöglichen Menschen mit Berufserfahrung, etwa Erzieherinnen, den Wechsel. Ein Master ist für die praktische Arbeit nicht nötig, öffnet aber Wege in Leitung, Forschung und Lehre. Ohne Studium ist ein Quereinstieg in die Kernaufgaben kaum möglich, wohl aber in Assistenz- und Betreuungstätigkeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist psychisch belastend. Sozialarbeiter erleben Armut, Gewalt, Vernachlässigung und Krisen aus nächster Nähe und müssen Entscheidungen treffen, deren Folgen schwer wiegen, etwa ob ein Kind in der Familie bleibt. Klienten sind nicht immer kooperativ, manchmal aggressiv. Hohe Fallzahlen, Personalmangel und Dokumentationspflichten führen in vielen Diensten zu Zeitdruck, gerade im Jugendamt. Viele Stellen bei freien Trägern sind befristet oder an Projektfinanzierung gebunden, Teilzeit ist verbreitet. In Beratungsstellen sind die Arbeitszeiten meist geregelt, in stationären Einrichtungen, Notdiensten und der Wohnungslosenhilfe kommen Abend-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste hinzu. Wer in diesem Beruf bleiben will, braucht die Fähigkeit, Abstand zu halten, und nutzt Supervision.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren steigend. Jugendämter, Schulen, Ganztagsangebote und Träger der Eingliederungshilfe suchen dringend Personal, offene Stellen bleiben oft lange unbesetzt. Berufseinsteiger finden daher in der Regel schnell eine Stelle, wenn auch nicht immer unbefristet. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen über Spezialisierungen wie Kinderschutzfachkraft, Suchttherapie, Mediation oder systemische Beratung sowie über Leitungsfunktionen in Teams, Einrichtungen oder Ämtern. Ein Wechsel zwischen Arbeitsfeldern ist im Lauf des Berufslebens üblich und gut möglich.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche mit Einzelnen, Familien und Gruppen führen
  • Hinweise auf Kindeswohlgefährdung prüfen und Hausbesuche machen
  • Hilfepläne erstellen und mit Klienten und Kostenträgern abstimmen
  • Anträge auf Sozialleistungen stellen und bei Behördengängen begleiten
  • Berichte und Stellungnahmen für Gerichte und Ämter schreiben
  • Mit Schulen, Ärzten, Therapeuten und anderen Diensten zusammenarbeiten
  • In akuten Krisen eingreifen und Schutzmaßnahmen einleiten
  • Gruppenangebote und Projekte planen und durchführen

Voraussetzungen

  • Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik
  • Staatliche Anerkennung, bei vielen Arbeitgebern verpflichtend
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
  • Sicherheit im Gespräch, auch in Konflikten
  • Kenntnisse im Sozialrecht und sorgfältige Dokumentation
  • Führerschein für Hausbesuche oft erwünscht

Wo man arbeitet

  • Jugendämter und Sozialbehörden
  • Freie Träger der Jugend- und Sozialhilfe
  • Schulen und Ganztagseinrichtungen
  • Beratungsstellen für Sucht, Schulden oder Familie
  • Krankenhäuser und Rehakliniken
  • Einrichtungen der Wohnungslosen- und Eingliederungshilfe

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium der Sozialen Arbeit an einer Hochschule mit sechs bis sieben Semestern, auch dual oder berufsbegleitend möglich. Je nach Bundesland folgt ein Anerkennungsjahr oder die staatliche Anerkennung ist bereits in das Studium integriert.

Offene Stellen als Sozialarbeiter/Sozialpädagogen

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Erzieher

Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in Kita, Hort und Jugendhilfe, fördern ihre Entwicklung und arbeiten eng mit den Eltern zusammen.

Offene Stellen
210
Monatsbrutto
3.200 – 4.900 €

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.

Offene Stellen
86
Monatsbrutto
3.050 – 4.700 €

Heilpädagoge

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Verhaltensauffälligkeit. Sie erheben den Förderbedarf, planen gezielte Förderung und beraten Angehörige und Fachkräfte.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.000 – 5.300 €

Psychologe

Untersucht Erleben und Verhalten mit wissenschaftlichen Methoden und wendet sie in Diagnostik, Beratung, Personalarbeit und Forschung an.

Offene Stellen
19
Monatsbrutto
3.400 – 7.000 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz