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Bildung & Soziales

SPS-Inhouse Tester / Inbetriebnehmer

SPS-Inhouse-Tester und Inbetriebnehmer prüfen die Steuerungssoftware von Maschinen und Anlagen im eigenen Testfeld oder an Simulationsmodellen, bevor diese zum Kunden gehen. Sie finden Programmfehler, testen Abläufe und Sicherheitsfunktionen und begleiten die Abnahme.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als SPS-Inhouse Tester / Inbetriebnehmer verdient

4.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.400 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 3.900 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.400 € 6.300 € 64.800 €

In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, Entgeltrahmenabkommen ERA), der deutlich über dem Niveau nicht tarifgebundener Firmen und Dienstleister liegt. Stark ins Gewicht fallen außerdem der Abschluss (Facharbeiter, Techniker oder Ingenieur) und der Anteil an Außeneinsätzen, für die Auslösungen und Reisezulagen hinzukommen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein SPS-Inhouse-Tester?

SPS steht für speicherprogrammierbare Steuerung, also den Rechner, der eine Maschine oder Anlage steuert: Förderbänder, Verpackungslinien, Roboterzellen, Abfüllanlagen. Bevor eine solche Anlage ausgeliefert wird, muss ihr Steuerungsprogramm funktionieren. Inhouse-Tester übernehmen diese Prüfung im eigenen Haus, entweder an der real aufgebauten Maschine im Testfeld oder an einem Simulationsmodell, das die Anlage virtuell abbildet. Sie spielen Abläufe durch, lösen gezielt Störungen aus, prüfen Not-Halt, Schutztüren und Lichtgitter, kontrollieren die Signale von Sensoren und Antrieben und vergleichen das Verhalten mit dem Lastenheft. Gefundene Fehler dokumentieren sie, besprechen sie mit den Programmierern oder beheben kleinere Fehler selbst im Programm, etwa in TIA Portal, STEP 7 oder Codesys. Am Ende steht häufig ein Factory Acceptance Test, bei dem der Kunde die Anlage im Werk abnimmt. Je nach Betrieb gehört auch die Inbetriebnahme beim Kunden vor Ort dazu, meist aber in geringerem Umfang als bei reinen Außendienst-Inbetriebnehmern.

Wie wird man SPS-Inhouse-Tester?

Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik, Elektroniker für Betriebstechnik oder Mechatroniker, gefolgt von Berufserfahrung und häufig einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Elektro- oder Automatisierungstechnik. Ebenso gefragt sind Absolventen eines Bachelorstudiums in Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder Mechatronik. Quereinsteiger aus der Instandhaltung oder dem Schaltschrankbau schaffen den Wechsel, wenn sie sich SPS-Kenntnisse über Herstellerschulungen, etwa von Siemens, angeeignet haben. Für Menschen ohne technische Vorbildung ist der Beruf nicht direkt zugänglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert Geduld und Genauigkeit. Ein Test besteht oft darin, denselben Ablauf viele Male mit kleinen Änderungen durchzuspielen und dabei jedes Detail festzuhalten. Fehler zu finden, die nur unter bestimmten Bedingungen auftreten, kann Stunden dauern. Gleichzeitig entsteht kurz vor dem Auslieferungstermin regelmäßig Zeitdruck, weil sich Verzögerungen aus Konstruktion und Programmierung im Testfeld sammeln. Dann sind Überstunden üblich. Die Arbeit im Testfeld findet in Werkshallen statt, mit Lärm, Stehen und Arbeiten an Schaltschränken; Sicherheitsregeln im Umgang mit Elektrik und bewegten Maschinenteilen sind verpflichtend. Gegenüber dem Außendienst ist das Arbeitsleben planbarer, wer aber auch Inbetriebnahmen beim Kunden übernimmt, muss mit Dienstreisen von mehreren Tagen oder Wochen rechnen, teils im Ausland. Englischkenntnisse werden deshalb oft erwartet. Da sich Steuerungssysteme und Software laufend ändern, ist ständiges Weiterlernen Teil des Berufs.

Aussichten

Automatisierungsfachkräfte werden in Maschinen- und Anlagenbau seit Jahren gesucht, und der Bedarf an Testern wächst, weil Firmen Fehler früher und günstiger im eigenen Haus finden wollen als teuer beim Kunden. Die virtuelle Inbetriebnahme an digitalen Modellen gewinnt an Bedeutung und verlangt zusätzliche Kenntnisse in Simulationssoftware. Die Nachfrage hängt allerdings von der Konjunktur im Maschinenbau ab, in schwachen Jahren werden Projekte verschoben. Entwicklungswege führen in die SPS-Programmierung, in die Leitung eines Testfelds, in die Projektleitung oder in die Inbetriebnahme beim Kunden, die durch Auslösungen und Reisezulagen oft besser bezahlt ist.

Aufgaben

  • Steuerungsprogramme an Testanlagen oder Simulationsmodellen prüfen
  • Ein- und Ausgangssignale von Sensoren, Antrieben und Ventilen kontrollieren
  • Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt und Schutztürüberwachung testen
  • Fehler im SPS-Programm suchen, dokumentieren und kleinere Korrekturen vornehmen
  • Testprotokolle und Prüfberichte nach Lastenheft erstellen
  • Werksabnahmen mit Kunden vorbereiten und begleiten
  • Bei Bedarf Anlagen beim Kunden vor Ort in Betrieb nehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in Elektronik oder Mechatronik, Technikerabschluss oder Studium der Elektro- oder Automatisierungstechnik
  • Kenntnisse in SPS-Programmierung, etwa mit Siemens TIA Portal, STEP 7 oder Codesys
  • Verständnis von Schaltplänen, Bussystemen und Antriebstechnik
  • Sorgfalt, Geduld und systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche
  • Grundkenntnisse in Englisch für Dokumentation und Kundenkontakt
  • Bereitschaft zu gelegentlichen Dienstreisen

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbauer
  • Hersteller von Verpackungs- und Fördertechnik
  • Automatisierungs- und Ingenieurdienstleister
  • Automobilzulieferer und Sondermaschinenbau
  • Hersteller von Prozessanlagen für Lebensmittel, Pharma und Chemie

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Mechatroniker, oft ergänzt durch die zweijährige Vollzeit- oder vierjährige Teilzeitweiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Elektro- oder Automatisierungstechnik mit meist sieben Semestern in den Beruf.

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