Student Research Assistant
Studentische Research Assistants, an Hochschulen meist studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte genannt, unterstützen neben dem Studium Forschungsprojekte in Labor, Datenauswertung oder Literaturarbeit. Die Stellen sind befristet, in Teilzeit und an eine Immatrikulation gebunden.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Student Research Assistant verdient
2.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 3.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.450 € | 3.000 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.700 € | 3.300 € | 32.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.600 € | 34.800 € |
Die Werte sind auf Vollzeit hochgerechnet, tatsächlich sind die Stellen Teilzeit mit meist 10 bis 19 Wochenstunden, das reale Monatsentgelt liegt daher bei einem Bruchteil. An Hochschulen der Länder gelten die Stundensätze aus der Vereinbarung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder zum TV-L für Hilfskräfte, in Berlin der TV Stud III; mit Bachelorabschluss gibt es einen höheren Satz, Werkstudentenstellen in der Industrie zahlen spürbar mehr.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Student Research Assistant?
Studentische Research Assistants arbeiten Doktorandinnen, Postdocs und Professoren in laufenden Forschungsprojekten zu. Was genau anfällt, hängt stark von Fach und Arbeitsgruppe ab. In einem biologischen oder chemischen Labor heißt das etwa Puffer und Nährmedien ansetzen, Proben vorbereiten, Zellkulturen pflegen, Messreihen durchführen und Geräte reinigen. In datenlastigen Fächern stehen Datensätze bereinigen, Auswertungsskripte in Python oder R schreiben und Grafiken für Veröffentlichungen erstellen im Vordergrund. Dazu kommen fast überall Literaturrecherche, das Pflegen von Literaturdatenbanken, Protokollführung und organisatorische Aufgaben wie das Bestellen von Verbrauchsmaterial oder die Vorbereitung von Tagungen. Ein Teil der Arbeit ist Routine und wenig anspruchsvoll. Wer länger in einer Gruppe bleibt, bekommt oft eigenständige Teilaufgaben, aus denen nicht selten eine Abschlussarbeit entsteht.
Wie wird man Student Research Assistant?
Eine Ausbildung gibt es nicht. Voraussetzung ist die Einschreibung an einer Hochschule, meist in einem fachlich passenden Studiengang. Viele Stellen werden ab dem dritten oder vierten Semester vergeben, wenn Grundlagen aus Praktika und Vorlesungen vorhanden sind. Ausgeschrieben werden sie an Lehrstühlen, in Instituten außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und über Karriereportale, viele aber auch ohne Ausschreibung über Kontakte aus Lehrveranstaltungen. Eine direkte Anfrage bei Arbeitsgruppen ist üblich und oft erfolgreich. Mit abgeschlossenem Bachelor ist im Masterstudium eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft möglich, die etwas besser vergütet wird. In Unternehmen heißt dieselbe Tätigkeit meist Werkstudententätigkeit in Forschung und Entwicklung.
Was der Beruf verlangt
Die Stellen umfassen typischerweise zehn bis neunzehn Wochenstunden und müssen mit Vorlesungen, Prüfungen und Praktika vereinbart werden. In Prüfungsphasen kollidieren Laborzeiten und Lernzeit regelmäßig. Verträge laufen oft nur über ein Semester oder wenige Monate und werden dann verlängert oder nicht, was die Planung erschwert. Laborarbeit verlangt Sorgfalt und das Einhalten von Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Chemikalien, biologischem Material oder Lasern. Experimente richten sich nicht nach Stundenplänen, Zellkulturen müssen auch am Wochenende versorgt werden. Der Lohn liegt nur wenig über dem gesetzlichen Mindestlohn, Nebenjobs in Gastronomie oder Industrie bringen teils mehr. Dafür sind die Arbeitszeiten meist flexibel, und die Abhängigkeit von einzelnen Betreuenden kann sowohl Förderung als auch Belastung bedeuten.
Aussichten
Hochschulen und Forschungsinstitute beschäftigen sehr viele Hilfskräfte, Stellen gibt es in nahezu allen Fächern, besonders in Lebenswissenschaften, Chemie, Physik und Informatik. Die Tätigkeit ist kein Beruf auf Dauer, sondern endet mit dem Studium, zudem begrenzt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz die Gesamtdauer. Ihr Wert liegt in praktischer Erfahrung, Kontakten und Einblick in den Forschungsalltag. Viele Promotionsstellen werden an Personen vergeben, die zuvor als Hilfskraft in der Gruppe gearbeitet haben. Auch für den Einstieg in die industrielle Forschung, etwa in Pharma, Chemie oder Medizintechnik, ist die Erfahrung ein Pluspunkt.
Aufgaben
- Proben vorbereiten, Lösungen ansetzen und Messreihen im Labor durchführen
- Zellkulturen pflegen und Versuchsprotokolle führen
- Messdaten bereinigen und mit Python, R oder Excel auswerten
- Abbildungen und Tabellen für Publikationen und Vorträge erstellen
- Fachliteratur recherchieren und Literaturdatenbanken pflegen
- Verbrauchsmaterial bestellen und Laborgeräte warten
- Tutorien oder Praktika für jüngere Studierende begleiten
Voraussetzungen
- Immatrikulation an einer Hochschule, meist in einem fachnahen Studiengang
- Grundkenntnisse aus dem Studium, oft ab dem dritten Semester
- Sorgfalt und Zuverlässigkeit beim Dokumentieren von Versuchen
- Bereitschaft, Sicherheitsunterweisungen zu absolvieren und Schutzvorschriften einzuhalten
- Je nach Stelle Programmierkenntnisse oder Erfahrung mit Statistiksoftware
- Gute Englischkenntnisse zum Lesen von Fachliteratur
Wo man arbeitet
- Universitäten und Fachhochschulen
- Außeruniversitäre Forschungsinstitute wie Max-Planck-, Fraunhofer-, Helmholtz- oder Leibniz-Institute
- Universitätskliniken
- Forschungsabteilungen in Pharma-, Chemie- und Biotechnologieunternehmen
Der Weg in den Beruf
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht, Voraussetzung ist ein laufendes Studium, meist ab dem dritten Semester. Die Anstellung erfolgt als studentische Hilfskraft, mit Bachelorabschluss als wissenschaftliche Hilfskraft, befristet für ein oder mehrere Semester. Die Tätigkeit endet spätestens mit dem Studienabschluss.
Offene Stellen als Student Research Assistant
In der Suche fortsetzenStudent / Research Assistant (m/f/d)
Student Research Assistant (m/f/d/x)
Student Research Assistant - Speculative Application (f/m/d)
Verwandte Berufe
Chemielaborant
Chemielaboranten führen Analysen und Synthesen im Labor durch, prüfen Rohstoffe und Produkte und dokumentieren Messergebnisse nach festen Vorgaben.
- Offene Stellen
- 22
- Monatsbrutto
- 3.050 – 5.050 €
Wissenschaftliche/r Mitarbeiter
Forscht, lehrt und schreibt Drittmittelanträge an Hochschule oder Institut – fast immer befristet und oft auf halber Stelle.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 4.300 – 6.600 €
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