Umwelttechnologe
Umwelttechnologen sorgen dafür, dass Trinkwasser sauber ankommt, Abwasser gereinigt wird, Abfälle verwertet werden und Kanäle sowie Industrieanlagen funktionsfähig bleiben. Sie bedienen, überwachen und warten technische Anlagen und nehmen Proben.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Umwelttechnologe verdient
3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 4.700 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.000 € | 3.300 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.700 € | 48.000 € |
Bei kommunalen Wasserwerken, Kläranlagen und Abwasserverbänden gilt meist der TVöD, bei Stadtwerken häufig der TV-V (Tarifvertrag Versorgungsbetriebe), private Entsorger zahlen nach Branchen- oder Haustarifen. Im privaten Rohr- und Kanalservice ist die Bezahlung oft frei verhandelt und schwankt stärker, Zulagen für Rufbereitschaft und Schichtdienst kommen in allen Bereichen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Umwelttechnologe?
Umwelttechnologen arbeiten an den Anlagen, die im Alltag kaum jemand sieht: Wasserwerke, Kläranlagen, Kanalnetze, Wertstoffhöfe, Sortier- und Kompostieranlagen. Seit 2024 gibt es den Beruf mit vier Fachrichtungen: Wasserversorgung, Abwasserbewirtschaftung, Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie Rohr-, Kanal- und Industrieservice. In der Wasserversorgung steuern sie Pumpen und Filter, nehmen Wasserproben und prüfen Werte wie pH, Trübung oder Chlorgehalt. Auf der Kläranlage überwachen sie Belebungsbecken, dosieren Fällmittel, behandeln Klärschlamm und dokumentieren Messdaten im Prozessleitsystem. In der Abfallwirtschaft nehmen sie Abfälle an, ordnen sie Entsorgungswegen zu, bedienen Sortiertechnik und achten auf Gefahrstoffe. Im Kanal- und Industrieservice reinigen sie Leitungen mit Hochdruckspülfahrzeugen, inspizieren Rohre mit Kamerasystemen und sanieren Schäden. Zur Arbeit gehören in allen Richtungen Wartung, kleinere Reparaturen, Störungssuche und das Führen von Betriebstagebüchern.
Wie wird man Umwelttechnologe?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule, die mit der Prüfung vor der zuständigen Stelle endet. Die Fachrichtung wird mit dem Ausbildungsbetrieb festgelegt. Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein, solide Kenntnisse in Mathematik, Chemie und Physik sind hilfreich. Wer bereits eine Ausbildung in einem Metall-, Elektro- oder Chemieberuf hat, findet als Quereinsteiger oft über eine Umschulung oder eine Anstellung mit anschließender Externenprüfung in den Beruf. Nach einigen Jahren Praxis ist die Fortbildung zum Meister für Umwelttechnik oder zum staatlich geprüften Techniker möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet zu einem großen Teil draußen und in Anlagen statt, bei Hitze, Kälte und Regen. Geruch, Schmutz, Lärm und der Kontakt mit Abwasser, Keimen oder Chemikalien gehören dazu, Schutzkleidung und Atemschutz sind häufig Pflicht. In Kanälen und Schächten wird in engen Räumen gearbeitet, was Trittsicherheit und eine gewisse Robustheit voraussetzt. Kläranlagen und Wasserwerke laufen rund um die Uhr, deshalb sind Rufbereitschaft, Wochenenddienste und je nach Betrieb auch Schichtarbeit üblich. Gleichzeitig verlangt der Beruf Sorgfalt: Messwerte müssen stimmen, Grenzwerte eingehalten und Abläufe lückenlos dokumentiert werden, weil Fehler direkt die Trinkwasserqualität oder Gewässer betreffen können. Im Kanalservice kommen viel Fahrzeit und schweres Gerät hinzu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind Pflichtaufgaben der Kommunen und konjunkturunabhängig, viele Fachkräfte gehen in den kommenden Jahren in Rente, und Betriebe finden schon heute schwer Nachwuchs. Strengere Umweltauflagen, die Modernisierung alter Kanalnetze und der Ausbau der Kreislaufwirtschaft erhöhen den Bedarf zusätzlich. Wer sich weiterbildet, kann Schichtleitung, Betriebsleitung kleinerer Anlagen oder Aufgaben in der Prozessautomatisierung übernehmen. Mit Meister- oder Technikerabschluss sind auch Stellen in Planung, Überwachung und bei Behörden erreichbar.
Aufgaben
- Wasser- und Abwasserproben nehmen und im Betriebslabor analysieren
- Pumpen, Filter, Becken und Dosieranlagen über das Prozessleitsystem steuern
- Anlagen warten, Störungen suchen und kleinere Reparaturen ausführen
- Kanäle mit Hochdruckspültechnik reinigen und per Kamera inspizieren
- Abfälle annehmen, einstufen und Verwertungswegen zuordnen
- Messwerte, Wartungen und Betriebsdaten dokumentieren
- Rufbereitschaft übernehmen und bei Ausfällen eingreifen
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss wird von den meisten Betrieben erwartet
- Grundverständnis in Mathematik, Chemie, Physik und Technik
- Unempfindlichkeit gegenüber Geruch, Schmutz und Witterung
- Körperliche Belastbarkeit und Trittsicherheit, auch in engen Schächten
- Sorgfalt beim Messen und Dokumentieren
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Wochenenddiensten
- Führerschein Klasse B, im Kanalservice oft auch C oder CE
Wo man arbeitet
- Kommunale Wasserwerke und Stadtwerke
- Kläranlagen und Abwasserverbände
- Entsorgungsunternehmen und Recyclinganlagen
- Rohr- und Kanalreinigungsfirmen
- Industriebetriebe mit eigener Wasser- oder Abwasseraufbereitung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer der vier Fachrichtungen, die mit der Abschlussprüfung zum Umwelttechnologen endet. Danach sind Fortbildungen zum Meister für Umwelttechnik oder zum staatlich geprüften Techniker möglich.
Offene Stellen als Umwelttechnologe
In der Suche fortsetzenUmwelttechnologe (m/w/d)
Umwelttechnologe (m/w/d)
Umwelttechnologe (m/w/d)
Verwandte Berufe
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bauen, warten und reparieren Heizungen, Wärmepumpen, Bäder, Trinkwasser- und Lüftungsanlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden. Sie arbeiten auf Baustellen und im Kundendienst direkt bei den Kunden.
- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.600 €
Chemielaborant
Chemielaboranten führen Analysen und Synthesen im Labor durch, prüfen Rohstoffe und Produkte und dokumentieren Messergebnisse nach festen Vorgaben.
- Offene Stellen
- 22
- Monatsbrutto
- 3.050 – 5.050 €
Chemikant
Chemikanten fahren und überwachen Produktionsanlagen der chemischen und pharmazeutischen Industrie und stellen dort Stoffe in großen Mengen her.
- Offene Stellen
- 25
- Monatsbrutto
- 3.150 – 5.200 €
Rohrleitungsbauer
Verlegt erdverlegte Leitungen für Wasser, Gas, Wärme und Abwasser – im Graben, unter Verkehr und unter Druckprüfung.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 2.800 – 4.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...