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Handwerk & Produktion

Zweiradmechatroniker / Fahrradmonteur

Zweiradmechatroniker und Fahrradmonteure bauen, warten und reparieren Fahrräder, E-Bikes und je nach Fachrichtung auch Motorräder. Sie arbeiten überwiegend in Fachwerkstätten und Fahrradgeschäften mit Kundenkontakt.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Zweiradmechatroniker / Fahrradmonteur verdient

2.750 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 4.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.800 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.450 € 2.750 € 3.200 € 33.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.300 € 4.000 € 39.600 €

Die meisten Fahrradwerkstätten sind nicht tarifgebunden, die Löhne werden frei verhandelt und liegen in kleinen Fachgeschäften oft nahe am Mindestlohn; nur einzelne Betriebe orientieren sich an den regionalen Tarifverträgen des Kfz-Handwerks, was vor allem in der Motorradtechnik vorkommt. Höher bezahlt werden Meister und Werkstattleiter sowie Stellen bei Herstellern, Leasinganbietern und großen Ketten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Zweiradmechatroniker oder Fahrradmonteur?

Der Arbeitsalltag besteht zum größten Teil aus Reparatur und Wartung. Bremsen werden eingestellt, Beläge und Ketten getauscht, Schaltungen justiert, Laufräder zentriert und Schläuche geflickt. Neue Räder kommen oft vormontiert im Karton und müssen vor der Übergabe fertig aufgebaut, eingestellt und geprüft werden. Ein wachsender Teil der Arbeit betrifft E-Bikes: Motoren und Akkus werden mit Herstellersoftware ausgelesen, Fehlercodes gedeutet, Firmware aktualisiert und defekte Komponenten getauscht. Dazu kommen Kundengespräche an der Werkstatttheke, Kostenvoranschläge, Ersatzteilbestellungen und oft auch der Verkauf im Laden. Zweiradmechatroniker der Fachrichtung Motorradtechnik arbeiten an Verbrennungsmotoren, Fahrwerken und Fahrzeugelektrik und bereiten Fahrzeuge für die Hauptuntersuchung vor. Fahrradmonteure übernehmen vor allem Montage, Inspektionen und Standardreparaturen.

Wie wird man Zweiradmechatroniker oder Fahrradmonteur?

Zweiradmechatroniker ist ein dualer Ausbildungsberuf im Handwerk mit einer Dauer von dreieinhalb Jahren, wahlweise in der Fachrichtung Fahrradtechnik oder Motorradtechnik. Die Ausbildung zum Fahrradmonteur dauert zwei Jahre und kann anschließend um die verbleibende Zeit zum Zweiradmechatroniker verlängert werden. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschulabschluss, häufig einen mittleren Abschluss. Quereinstieg ist verbreitet: Viele Werkstätten stellen technisch geschickte Menschen mit Erfahrung aus dem Hobby oder verwandten Berufen als Monteure ein und lernen sie an. Wer später einen anerkannten Abschluss möchte, kann über die Externenprüfung nachziehen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet im Stehen statt, oft über Stunden in derselben Haltung am Montageständer. Schwere E-Bikes und Motorräder müssen gehoben und rangiert werden, die Hände kommen mit Fett, Öl und Reinigern in Kontakt. Das Geschäft ist stark saisonabhängig: Von März bis in den Sommer stauen sich die Aufträge, Kundschaft wartet ungeduldig, Überstunden sind in dieser Zeit üblich. Im Winter wird es ruhiger, manche Betriebe bauen dann Stunden ab. Samstagsarbeit gehört im Einzelhandel fast immer dazu. Die Technik ändert sich schnell, weil jeder Hersteller eigene Systeme, Werkzeuge und Diagnoseprogramme hat, was ständiges Nachlernen bedeutet. Beim Umgang mit Hochvoltakkus und bei sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen und Gabeln ist sorgfältiges Arbeiten Pflicht. Die Bezahlung liegt im Vergleich zu anderen technischen Handwerksberufen eher niedrig.

Aussichten

Fachkräfte werden in vielen Regionen gesucht, weil die Zahl der E-Bikes und Dienstfahrräder stark gestiegen ist und Ausbildungsplätze nicht im selben Maß mitgewachsen sind. Werkstatttermine sind vielerorts über Wochen ausgebucht. Nach dem Boom der Pandemiejahre hat der Fahrradhandel allerdings mit Überbeständen und Insolvenzen zu kämpfen, einzelne Betriebe sind wirtschaftlich unsicher. Neben Fachhändlern bieten Leasingdienstleister, Sharing-Anbieter, Hersteller und mobile Werkstätten Stellen. Mit der Meisterprüfung lassen sich eine Werkstatt leiten, Lehrlinge ausbilden oder ein eigener Betrieb gründen. Weitere Wege führen über den Servicetechniker bei Herstellern, die Weiterbildung zum Techniker oder in den technischen Außendienst.

Aufgaben

  • Bremsen, Schaltungen und Federelemente einstellen und warten
  • Verschleißteile wie Ketten, Reifen und Bremsbeläge austauschen
  • Neue Fahrräder und E-Bikes montieren und verkaufsfertig machen
  • E-Bike-Antriebe mit Diagnosesoftware auslesen und Fehler beheben
  • Laufräder einspeichen und zentrieren
  • Kunden beraten und Kostenvoranschläge erstellen
  • Ersatzteile bestellen und Werkstattaufträge dokumentieren

Voraussetzungen

  • Meist Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Grundkenntnisse in Elektrik und Umgang mit Diagnosesoftware
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Stehen und Heben schwerer Räder
  • Sorgfalt bei sicherheitsrelevanten Bauteilen
  • Freundlicher Umgang mit Kundschaft
  • Für Motorradtechnik ein Führerschein der Klasse A hilfreich

Wo man arbeitet

  • Fahrradfachgeschäfte mit Werkstatt
  • Motorradwerkstätten und Vertragshändler
  • Fahrrad-Leasing- und Sharing-Anbieter
  • Fahrrad- und E-Bike-Hersteller
  • Mobile Fahrradwerkstätten
  • Baumärkte und Sportfachhandel mit Werkstatt

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung zum Zweiradmechatroniker dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, wahlweise in Fahrrad- oder Motorradtechnik. Die Ausbildung zum Fahrradmonteur dauert zwei Jahre und kann zum Zweiradmechatroniker fortgesetzt werden. Quereinsteiger arbeiten oft zunächst angelernt und können den Abschluss über die Externenprüfung erwerben.

Offene Stellen als Zweiradmechatroniker / Fahrradmonteur

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