Abfüller
Abfüller bedienen und überwachen Anlagen, die Getränke, Lebensmittel, Chemikalien, Kosmetik oder Arzneimittel in Flaschen, Dosen, Kanister oder Fässer füllen, verschließen und etikettieren. Die Arbeit ist meist angelernt und läuft häufig im Schichtbetrieb.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Abfüller verdient
2.850 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.550 € | 2.900 € | 30.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.850 € | 3.300 € | 34.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.200 € | 3.800 € | 38.400 € |
Das Gehalt hängt vor allem von der Branche und der Tarifbindung ab: In der chemischen und pharmazeutischen Industrie gilt der Flächentarif der IG BCE mit deutlich höheren Entgelten, in Brauereien und der Ernährungsindustrie regionale Tarifverträge der NGG, während kleine Betriebe und Zeitarbeit oft nahe am Mindestlohn zahlen. Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Abfüller?
Abfüller arbeiten an Abfüllanlagen in Brauereien, Mineralbrunnen, Molkereien, Chemiebetrieben oder in der Pharma- und Kosmetikherstellung. Sie richten die Maschinen für einen Auftrag ein, legen Leergut, Deckel, Etiketten und Kartons nach, starten die Linie und beobachten den Lauf. Sie kontrollieren Füllmengen, Verschlüsse und Etiketten, ziehen Stichproben, wiegen nach und tragen die Ergebnisse in Prüfprotokolle ein. Stockt die Linie, weil eine Flasche umgefallen ist oder ein Etikett schief klebt, greifen sie ein und beheben kleine Störungen selbst. Bei größeren Defekten holen sie die Instandhaltung. Zum Alltag gehören außerdem das Reinigen und Desinfizieren der Anlage beim Produktwechsel, das Umrüsten auf andere Gebinde und das Bereitstellen der fertigen Paletten, oft mit dem Gabelstapler oder Hubwagen. In der Chemie werden auch Fässer und Container von Hand befüllt, verwogen und gekennzeichnet.
Wie wird man Abfüller?
Eine eigene Ausbildung mit dem Titel Abfüller gibt es nicht. Die meisten werden im Betrieb angelernt, die Einarbeitung dauert einige Wochen bis wenige Monate. Ein Schulabschluss wird selten verlangt, technisches Verständnis und Zuverlässigkeit zählen mehr. Wer eine Ausbildung möchte, findet sie in verwandten Berufen: Maschinen- und Anlagenführer dauert zwei Jahre, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Brauer und Mälzer oder Chemikant drei Jahre. Mit einem solchen Abschluss sind höhere Eingruppierungen und Aufgaben wie das Führen einer ganzen Linie erreichbar. In Lebensmittelbetrieben ist eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz Pflicht, in der Pharmaindustrie eine Schulung in Guter Herstellungspraxis. Ein Staplerschein erleichtert den Einstieg.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Stehen und Gehen statt, in lauten Hallen mit Gehörschutz, oft in feuchter oder kühler Umgebung, in der Chemie auch mit Schutzkleidung und Atemschutz. Kisten, Kanister und Rollen mit Etikettenmaterial wollen gehoben werden. Viele Betriebe fahren zwei oder drei Schichten, Wochenend- und Nachtarbeit kommt vor, im Sommer haben Getränkehersteller Hochsaison mit Überstunden. Die Tätigkeit ist über weite Strecken gleichförmig, verlangt aber dauerhafte Aufmerksamkeit, denn ein übersehener Fehler kann eine ganze Charge unbrauchbar machen. Hygiene- und Dokumentationsvorschriften sind streng und lassen wenig Spielraum.
Aussichten
Abfüller werden in der Ernährungs-, Getränke- und Chemieindustrie laufend gesucht, gerade für Schichtbetrieb und in der Saison. Ein Teil der Stellen wird über Zeitarbeit besetzt, was oft niedrigere Bezahlung und befristete Einsätze bedeutet. Die Automatisierung schreitet voran: einfache Handgriffe fallen weg, gefragt sind zunehmend Leute, die Anlagen einrichten, Störungen verstehen und Bildschirmsteuerungen bedienen. Wer sich weiterbildet, kann Linienführer oder Schichtführer werden oder über eine Externenprüfung einen Berufsabschluss nachholen. Mit Ausbildung und Berufserfahrung steht später auch der Weg zum Industriemeister offen.
Aufgaben
- Abfüllanlagen einrichten, starten und während des Laufs überwachen
- Leergut, Verschlüsse, Etiketten und Verpackungsmaterial nachlegen
- Füllmengen, Verschlüsse und Etiketten kontrollieren und Stichproben ziehen
- Prüfergebnisse und Chargendaten protokollieren
- kleinere Störungen an der Linie beheben und größere an die Instandhaltung melden
- Anlagen beim Produktwechsel reinigen, desinfizieren und umrüsten
- Fässer und Kanister von Hand befüllen, verwiegen und kennzeichnen
- fertige Paletten bereitstellen und mit Hubwagen oder Stapler transportieren
Voraussetzungen
- kein bestimmter Abschluss erforderlich, technisches Verständnis erwünscht
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz in Lebensmittelbetrieben
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit
- körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Heben
- Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Abläufen
- Staplerschein von Vorteil
Wo man arbeitet
- Brauereien und Mineralbrunnen
- Getränke- und Fruchtsafthersteller
- Molkereien und Lebensmittelbetriebe
- Chemie- und Mineralölbetriebe
- Pharma- und Kosmetikhersteller
- Zeitarbeitsfirmen
Der Weg in den Beruf
Die meisten Abfüller werden ohne Ausbildung in einigen Wochen bis Monaten im Betrieb angelernt. Wer einen Abschluss anstrebt, macht die zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer oder eine dreijährige Ausbildung etwa zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik; Angelernte können den Abschluss auch über eine Externenprüfung nachholen.
Offene Stellen als Abfüller
In der Suche fortsetzenAbfüller (m/w/d) | 19 € – 25,68 € / Std.
Abfüller (m/w/d)
Abfüller (m/w/d)
Abfüller (m/w/d)
Abfüller (m/w/d)
Verwandte Berufe
Brauer und Mälzer
Brauer und Mälzer stellen aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser Bier und Malz her und steuern dabei Maischen, Gärung, Lagerung, Filtration und Abfüllung. Sie arbeiten in Handwerksbrauereien, Großbrauereien und Mälzereien.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
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Chemikanten fahren und überwachen Produktionsanlagen der chemischen und pharmazeutischen Industrie und stellen dort Stoffe in großen Mengen her.
- Offene Stellen
- 25
- Monatsbrutto
- 3.150 – 5.200 €
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- Offene Stellen
- 25
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.500 €
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Maschinen- und Anlagenführer rüsten Produktionsanlagen, bedienen und überwachen sie, beheben Störungen und prüfen die Qualität der Erzeugnisse.
- Offene Stellen
- 277
- Monatsbrutto
- 2.450 – 4.300 €
Produktionshelfer
Arbeitet ohne Fachausbildung in der Fertigung mit – an Maschinen, Montagelinien und Verpackung, häufig im Schichtbetrieb und über Personaldienstleister.
- Offene Stellen
- 132
- Monatsbrutto
- 2.350 – 3.300 €
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