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Logistik & Verkehr

Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung

Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung bringen nachts Ersatzteile, Medikamente, Zeitungen oder Expresssendungen zu Werkstätten, Apotheken, Kliniken und Geschäften, damit die Ware vor Arbeitsbeginn dort ist. Gefahren wird meist mit Transporter bis 3,5 Tonnen, oft allein und ohne Empfänger vor Ort.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung verdient

2.650 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.650 € 2.950 € 31.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €

Viele Stellen, vor allem bei Subunternehmern, zahlen nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn, während tarifgebundene Betriebe nach den regionalen Tarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe mit ver.di mehr zahlen. Den größten Unterschied im Netto machen die Nachtzuschläge, die gesetzlich vorgeschrieben, aber in der Höhe nicht festgelegt sind und bis zu 25 Prozent steuerfrei bleiben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung?

Die Schicht beginnt meist zwischen 22 und 2 Uhr im Depot oder Umschlaglager. Dort werden die Sendungen für die eigene Tour gescannt, nach Reihenfolge der Stopps sortiert und ins Fahrzeug geladen. Danach fährt der Fahrer eine feste oder täglich neu geplante Route ab, häufig 20 bis 60 Stopps. Typische Ware sind Autoteile für Werkstätten und Autohäuser, Arzneimittel für Apotheken, Laborproben, Ersatzteile für Industriebetriebe oder Zeitungen und Zeitschriften. Weil nachts niemand die Sendung annimmt, wird sie in vereinbarte Depots gestellt: in Lagerräume, Garagen, Schließfächer oder Gitterboxen, zu denen der Fahrer Schlüssel oder Codes hat. Jede Zustellung wird mit dem Handscanner dokumentiert, oft mit Foto. Am Ende der Tour werden Retouren und Leergut zurück ins Depot gebracht, Schlüssel abgegeben und Auffälligkeiten gemeldet.

Wie wird man Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung?

Eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht. Die meisten kommen als Quereinsteiger, die wichtigste Voraussetzung ist der Führerschein der Klasse B, mit dem Transporter bis 3,5 Tonnen gefahren werden dürfen. Viele Betriebe verlangen ein bis zwei Jahre Fahrpraxis und ein sauberes Punktekonto in Flensburg. Für schwerere Fahrzeuge sind die Klassen C1 oder C sowie die Berufskraftfahrer-Qualifikation mit Modulen zur Weiterbildung nötig. Wegen der Schlüssel zu fremden Räumen fordern Arbeitgeber fast immer ein polizeiliches Führungszeugnis. Die Einarbeitung dauert meist einige Tage, in denen ein erfahrener Fahrer die Tour zeigt. Wer den Beruf langfristig ausüben will, kann die dreijährige Ausbildung zur Berufskraftfahrerin oder Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen anschließen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft dauerhaft gegen den natürlichen Schlafrhythmus. Viele Fahrer berichten von Schlafproblemen, gereizter Stimmung und Schwierigkeiten, Familie und Freundeskreis mit den Arbeitszeiten zu vereinbaren. Gearbeitet wird meist von Sonntagnacht bis Freitagmorgen, vor Feiertagen oft unter Zeitdruck. Körperlich fordert das ständige Ein- und Aussteigen sowie das Tragen von Kisten, Reifen oder Batterien, die über 20 Kilogramm wiegen können. Hinzu kommen Glätte, Dunkelheit und Müdigkeit am Steuer, die das Unfallrisiko erhöhen. Man ist allein unterwegs und muss Probleme wie einen klemmenden Schlüssel oder eine gesperrte Straße selbst lösen. Die Branche arbeitet stark mit Subunternehmern, bei denen Bezahlung und Arbeitsbedingungen teils knapp am gesetzlichen Minimum liegen. Positiv sehen viele die Ruhe auf leeren Straßen, wenig Kundenkontakt und freie Nachmittage.

Aussichten

Fahrer werden in der gesamten Kurier- und Expressbranche gesucht, die Nachfrage nach Nachtzustellung bei Werkstätten, Großhandel und Pharmalogistik ist stabil. Die Zeitungszustellung schrumpft dagegen mit sinkenden Auflagen. Die Fluktuation ist hoch, deshalb finden auch Bewerber ohne Branchenerfahrung schnell eine Stelle. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen als Tourenplaner, Disponent oder Depotleiter, mit dem Führerschein der Klasse C auch im Fernverkehr. Manche machen sich als Subunternehmer mit eigenem Fahrzeug selbstständig, tragen dann aber das wirtschaftliche Risiko für Fahrzeug, Sprit und Ausfälle.

Aufgaben

  • Sendungen im Depot scannen, sortieren und tourengerecht verladen
  • Feste Nachttouren mit dem Transporter abfahren
  • Ware in Kundendepots, Garagen oder Schließfächern abstellen
  • Zustellungen per Handscanner und Foto dokumentieren
  • Retouren, Leergut und Pfandbehälter einsammeln
  • Kundenschlüssel und Zugangscodes sorgfältig verwalten
  • Fahrzeug vor Fahrtantritt kontrollieren und Schäden melden

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, für größere Fahrzeuge C1 oder C
  • Polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge
  • Bereitschaft zu dauerhafter Nachtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben und Tragen bis etwa 25 Kilogramm
  • Zuverlässigkeit und Ortskenntnis
  • Grundkenntnisse im Umgang mit Scanner und Navigationsgerät

Wo man arbeitet

  • Kurier- und Expressdienste
  • Spezialisierte Nachtexpress-Netzwerke für Ersatzteile
  • Pharmagroßhandel
  • Kfz-Teilegroßhandel
  • Zeitungs- und Pressevertriebe
  • Subunternehmen von Paketdiensten

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist der Quereinstieg mit Führerschein der Klasse B und einer Einarbeitung von wenigen Tagen bis zwei Wochen. Wer sich absichern will, kann die dreijährige duale Ausbildung zur Berufskraftfahrerin oder zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren, die mit einer Prüfung vor der IHK abschließt.

Offene Stellen als Auslieferungsfahrer für die Nachtzustellung

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