Berufskraftfahrer im Nahverkehr
Berufskraftfahrer im Nahverkehr fahren Lkw auf regionalen Touren, beliefern Händler, Baustellen und Betriebe und kehren in der Regel abends zum Standort zurück. Neben dem Fahren gehören Be- und Entladen, Ladungssicherung und Papierkram zum Alltag.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Berufskraftfahrer im Nahverkehr verdient
3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 3.900 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € |
Tarifgebundene Betriebe zahlen nach den Landestarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Verkehrsgewerbe, viele kleinere Speditionen sind aber nicht tarifgebunden und zahlen deutlich weniger. Mehr verdient, wer Gefahrgut fährt, Kranschein oder Tankwagenerfahrung mitbringt oder im Werkverkehr großer Industrie- und Handelsunternehmen angestellt ist.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Berufskraftfahrer im Nahverkehr?
Im Güternahverkehr bewegen Fahrerinnen und Fahrer Waren in einem Umkreis von meist bis zu 150 Kilometern um das Depot. Typisch sind Verteilertouren mit vielen Stopps: Supermärkte am frühen Morgen beliefern, Baustoffe zur Baustelle bringen, Paletten zwischen Lager und Kunde pendeln lassen. Vor der Abfahrt prüfen sie das Fahrzeug, kontrollieren Bremsen, Beleuchtung und Reifen und laden die Ware nach Tourenplan. Die Ladung müssen sie so sichern, dass sie bei einer Vollbremsung nicht verrutscht. Unterwegs bedienen sie Hebebühne, Hubwagen oder Ladekran, lassen sich Lieferscheine quittieren und erfassen Zeiten und Abweichungen im Handscanner oder per App. Lenk- und Ruhezeiten zeichnet der digitale Tachograf auf, und die Verantwortung für deren Einhaltung liegt beim Fahrer.
Wie wird man Berufskraftfahrer im Nahverkehr?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit IHK-Abschluss. Der Führerschein der Klassen C und CE ist darin enthalten, die Kosten trägt der Ausbildungsbetrieb. Dieselbe Ausbildung führt auch in den Personenverkehr, also zum Busfahren. Viele steigen jedoch quer ein: Wer den Führerschein C oder CE macht und die beschleunigte Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und IHK-Prüfung ablegt, darf gewerblich fahren. Diese Umschulung wird häufig von der Agentur für Arbeit gefördert. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht, sonst erlischt die Berechtigung.
Was der Beruf verlangt
Der Nahverkehr gilt als familienfreundlicher als der Fernverkehr, weil keine Nächte in der Kabine anfallen. Dafür beginnt der Tag oft zwischen drei und fünf Uhr morgens, besonders im Lebensmittel- und Getränkehandel. Zehn Stunden Arbeitszeit sind keine Seltenheit. Bei Verteilertouren wird ständig auf- und abgestiegen, Rollcontainer und Getränkekisten werden auch von Hand bewegt, und das bei jedem Wetter. Stau, enge Innenstädte, fehlende Ladezonen und Zeitfenster bei Kunden erzeugen Druck, der sich über den Tag aufbaut. Langes Sitzen belastet Rücken und Kreislauf. Wer Fehler beim Sichern oder Fahren macht, haftet unter Umständen persönlich, und Punkte in Flensburg können die Existenz gefährden. Gute Konzentration, Gelassenheit im Verkehr und ein robuster Körper sind deshalb wichtiger als jede Fahrfreude.
Aussichten
In Deutschland fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer, und ein großer Teil der Beschäftigten geht in den kommenden Jahren in Rente. Stellen im Nahverkehr sind entsprechend leicht zu finden, auch ohne lange Berufserfahrung. Wer sich weiterbilden will, kann Zusatzqualifikationen wie den Gefahrgutschein nach ADR, den Kran- oder Staplerschein erwerben, was bessere Touren und mehr Lohn bringt. Mögliche nächste Schritte sind Disponent, Fuhrparkleiter oder nach weiterer Prüfung Meister für Kraftverkehr. Manche machen sich mit eigenem Fahrzeug als Subunternehmer selbstständig, was allerdings ein hohes finanzielles Risiko birgt. Autonomes Fahren wird den Beruf auf absehbare Zeit nicht ersetzen, gerade auf der letzten Meile mit vielen Stopps.
Aufgaben
- Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit prüfen
- Ware nach Tourenplan laden und mit Gurten und Antirutschmatten sichern
- Kunden auf regionalen Touren in festen Zeitfenstern beliefern
- Mit Hebebühne, Hubwagen oder Ladekran be- und entladen
- Lieferscheine quittieren lassen und Lieferungen im Scanner erfassen
- Lenk- und Ruhezeiten über den digitalen Tachografen einhalten
- Leergut, Paletten und Retouren zurück zum Depot bringen
- Schäden und Mängel am Fahrzeug melden
Voraussetzungen
- Führerschein der Klasse C oder CE mit Schlüsselzahl 95
- Abgeschlossene Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder beschleunigte Grundqualifikation
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen
- Ärztliche Untersuchung und Sehtest für die Fahrerlaubnis
- Körperliche Belastbarkeit für häufiges Be- und Entladen
- Bereitschaft zu sehr frühem Arbeitsbeginn
- Grundlegende Deutschkenntnisse für Kundenkontakt und Lieferpapiere
Wo man arbeitet
- Speditionen und Logistikunternehmen
- Getränke- und Lebensmittelgroßhandel
- Baustoffhandel und Bauunternehmen
- Entsorgungsbetriebe
- Paket- und Kurierdienste
- Werkverkehr von Industriebetrieben
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer dauert drei Jahre und endet mit der IHK-Abschlussprüfung, der Lkw-Führerschein ist darin enthalten. Quereinsteiger erwerben den Führerschein C oder CE und legen die beschleunigte Grundqualifikation ab, was zusammen etwa drei bis sechs Monate dauert.
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