Was macht ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf Baustellen und bei Kunden statt. Im Neubau werden Leitungen verlegt, Schlitze gestemmt, Dosen gesetzt und Zählerschränke sowie Unterverteilungen bestückt und verdrahtet. In bestehenden Gebäuden geht es um Sanierung, Erweiterung und Fehlersuche: ein Fehlerstromschutzschalter, der immer wieder auslöst, eine defekte Beleuchtung, eine veraltete Anlage, die erneuert werden muss. Hinzu kommen Gebäudesystemtechnik wie KNX-Steuerungen für Licht und Jalousien, Sprechanlagen, Netzwerkverkabelung, Rauchmelder und zunehmend Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladestationen für Elektroautos. Jede Anlage wird nach der Installation gemessen und nach VDE-Vorschriften geprüft, die Ergebnisse werden dokumentiert. Ein Teil der Arbeit ist Kundendienst und Wartung, oft mit Rufbereitschaft.
Wie wird man Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren in einem Handwerksbetrieb und in der Berufsschule. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, die in zwei Teilen abgelegt wird. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen guten Hauptschul- oder einen mittleren Abschluss, vor allem mit soliden Kenntnissen in Mathematik und Physik. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Für Erwachsene gibt es Umschulungen, die in der Regel rund 28 Monate dauern und häufig von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Kürzere Lehrgänge zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ersetzen den vollen Berufsabschluss nicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Kniende Haltungen, Überkopfarbeit, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, Staub beim Stemmen und Bohren sowie Kälte auf Rohbaustellen im Winter gehören dazu. Wer mit Strom arbeitet, muss die Sicherheitsregeln konsequent einhalten, denn Fehler können lebensgefährlich sein, für einen selbst und für spätere Nutzer der Anlage. Normen und Vorschriften ändern sich regelmäßig, Weiterbildung ist daher fester Bestandteil des Berufs. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber, doch Termindruck am Bau, Überstunden zum Projektende und Bereitschaftsdienste am Wochenende sind verbreitet. Bei größeren Projekten kann Montage fern vom Wohnort anfallen. Schwierig ist für manche auch der Kundenkontakt, etwa wenn in bewohnten Räumen gearbeitet wird und Erwartungen an Sauberkeit und Tempo hoch sind.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Energiewende, Elektromobilität, Wärmepumpen und die Sanierung alter Gebäude sorgen für volle Auftragsbücher, gleichzeitig fehlen in vielen Regionen Fachkräfte. Ausgelernte Gesellen finden in der Regel schnell eine Stelle und haben Spielraum bei der Wahl des Betriebs. Wege nach oben führen über die Meisterprüfung, die auch zur Gründung eines eigenen Betriebs berechtigt, über die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder über ein Studium der Elektrotechnik. Spezialisierungen etwa auf Photovoltaik, Gebäudeautomation oder Sicherheitstechnik sind gefragt. Möglich ist auch der Wechsel in die Industrie, zu Netzbetreibern oder in die Haustechnik großer Gebäude, wo die Arbeit körperlich oft weniger belastend ist.