Gerontopsychiatrische Fachkraft
Pflegefachkraft mit gerontopsychiatrischer Weiterbildung, die alte Menschen mit Demenz, Depression oder psychischer Erkrankung pflegt und begleitet.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Gerontopsychiatrische Fachkraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.600 € | 3.900 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 3.950 € | 4.350 € | 47.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.300 € | 4.800 € | 51.600 € |
Grundlage sind die Entgeltgruppen P7 bis P9 TVöD-Pflege und die AVR-Tabellen von Caritas und Diakonie samt der üblichen Zulage für die Weiterbildung. Private Träger ohne Tarifbindung liegen regional darunter.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Die gerontopsychiatrische Fachkraft ist eine examinierte Pflegefachkraft, die eine Weiterbildung von meist 400 bis 500 Stunden für die Arbeit mit alten Menschen mit psychischen Erkrankungen absolviert hat. Den größten Teil machen Demenzen aus, dazu kommen Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen im Alter und Delir. Die Stelle existiert, weil der Pflegealltag mit diesen Bewohnern anders läuft: Ein Mensch mit fortgeschrittener Demenz versteht die Aufforderung nicht, die bei anderen funktioniert, wehrt die Körperpflege ab, läuft nachts durch das Haus, sucht seine vor vierzig Jahren verstorbene Mutter. Wer darauf mit Korrektur und Zeitdruck reagiert, verschärft die Situation. Die Weiterbildung liefert dafür das Handwerkszeug: Validation, Biografiearbeit, Kenntnis der Krankheitsbilder und ihrer Medikamente, strukturierte Verfahren zum Umgang mit herausforderndem Verhalten.
Im Bestand dieses Portals sind die Stellen fast durchgängig in der stationären Altenpflege ausgeschrieben, verteilt über Häuser in ganz Deutschland, überwiegend als feste Anstellung. Die Aufgabe liegt dabei selten neben der Pflege, sondern in ihr: Die Fachkraft arbeitet in der regulären Schicht mit, ist gleichzeitig Ansprechpartnerin für die schwierigen Fälle, berät das Team, führt Angehörigengespräche und gestaltet das Milieu auf dem Wohnbereich mit Orientierungshilfen, Tagesstruktur und Beschäftigungsangeboten. Viele Häuser erwarten zusätzlich die Mitarbeit an der Pflegeplanung und an Fallbesprechungen.
Die Belastung ist doppelt. Zum Schichtdienst mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit und zur körperlichen Arbeit am Bett kommt die emotionale Seite: Aggression, Beschimpfungen, Abwehr gegen die eigene Person, und über Monate der Abbau eines Menschen, den man gut kennt. Angehörige reagieren mit Schuldgefühlen und Vorwürfen. Wer die Weiterbildung macht, bekommt mehr Verantwortung und eine Zulage, arbeitet aber weiter in der Besetzung, die der Dienstplan hergibt.
Aufgaben
- Grund- und Behandlungspflege bei Bewohnern mit Demenz und psychischen Erkrankungen
- Herausforderndes Verhalten einschätzen, Auslöser suchen und Maßnahmen festlegen
- Validierend kommunizieren und Biografiearbeit in die Pflege einbauen
- Tagesstruktur, Orientierungshilfen und Milieu auf dem Wohnbereich gestalten
- Psychopharmaka verabreichen, Wirkung und Nebenwirkung beobachten und melden
- Angehörige zu Krankheitsverlauf und Umgang beraten
- Kollegen im Team anleiten und an Fallbesprechungen teilnehmen
- Pflegeplanung und Verhaltensbeobachtungen dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger
- Weiterbildung Gerontopsychiatrie, in der Regel 400 bis 500 Stunden, oft nach ein bis zwei Berufsjahren
- Bereitschaft zu Schichtdienst einschließlich Nacht, Wochenende und Feiertagen
- Belastbarkeit gegenüber Aggression, Abwehr und wiederkehrenden Konflikten
- Körperliche Belastbarkeit für Transfers, Lagern und Arbeit am Bett
- Geduld und die Fähigkeit, Tempo aus einer Situation herauszunehmen
Wo man arbeitet
- Stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren
- Beschützende und gerontopsychiatrische Wohnbereiche
- Tagespflege und Kurzzeitpflege
- Gerontopsychiatrische Kliniken und Fachabteilungen
- Ambulante Pflegedienste mit Demenzschwerpunkt
Der Weg in den Beruf
Am Anfang steht die dreijährige Pflegeausbildung, heute als generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, früher als Alten- oder Krankenpflege. Darauf setzt die Weiterbildung Gerontopsychiatrische Fachkraft auf, meist 400 bis 500 Stunden Theorie plus Praxisanteile und Abschlussarbeit, berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre. Die Träger verlangen häufig ein bis zwei Jahre Berufserfahrung als Zugang. Die Inhalte und die Anerkennung regeln die Länder unterschiedlich, eine bundesweit einheitliche Ordnung gibt es nicht. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten und binden dafür an eine Rückzahlungsfrist.
Offene Stellen als Gerontopsychiatrische Fachkraft
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