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Vertrieb & Kundenservice

Individualkundenberater

Berät vermögende und einkommensstarke Privatkunden einer Bank ganzheitlich zu Anlage, Vorsorge und Finanzierung – eine Stufe über der klassischen Privatkundenberatung.

27 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Individualkundenberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.700 € 4.100 € 4.500 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.050 € 4.550 € 5.100 € 54.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.450 € 5.100 € 5.800 € 61.200 €

Grundlage sind der TVöD-S der Sparkassen, für Individualkundenberater üblicherweise Entgeltgruppe 9b bis 9c, sowie die Tarifgruppen 7 bis 9 des Tarifvertrags für das private Bankgewerbe. Außertarifliche Verträge sind im gehobenen Segment verbreitet; Leistungszulagen und Sonderzahlungen sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Der Individualkundenberater betreut Kunden, deren Finanzen über ein Girokonto und einen Sparplan hinausgehen: Selbstständige, Freiberufler, Führungskräfte, Erben, Eigentümer vermieteter Immobilien. Sparkassen und Banken teilen ihre Privatkunden nach Einkommen und Vermögen in Segmente, und das Individualkundengeschäft liegt zwischen der Privatkundenberatung und dem Private Banking oder der Vermögensverwaltung. Jeder Berater hat einen festen Kundenstamm, den er aktiv betreut, statt auf Anfragen zu warten.

Inhaltlich ist die Beratung breit. Wertpapieranlage mit Fonds, Anleihen und Aktien gehört ebenso dazu wie Altersvorsorge, Absicherung von Risiken, Baufinanzierung und Anschlussfinanzierung sowie Fragen zu Erbschaft und Vermögensübertragung, bei denen der Berater mit Spezialisten und Steuerberatern zusammenarbeitet. Die Anlageberatung unterliegt strengen Vorgaben: Geeignetheitsprüfung, Erklärung zur Geeignetheit, Kostentransparenz, Nachhaltigkeitspräferenzen. Das kostet Zeit und verlangt, dass der Berater sein Fachwissen regelmäßig nachweist und auffrischt.

In diesem Bestand kommen die Anzeigen vor allem von Sparkassen, daneben von einer Großbank. Viele sind einer bestimmten Filiale oder Geschäftsstelle zugeordnet, oft in kleineren Orten, was zeigt, dass diese Beratung trotz Filialschließungen vor Ort stattfindet. Gut jede vierte Anzeige bietet Teilzeit an, ungewöhnlich viel für eine Beraterfunktion und ein Hinweis darauf, dass Institute um erfahrene Berater werben.

Die Ziele sind in der Regel vertrieblich gesetzt: Volumen im Wertpapiergeschäft, Neukredite, Vorsorgeabschlüsse. Wie stark das den Alltag prägt, unterscheidet sich zwischen den Häusern und ist eine gute Frage im Bewerbungsgespräch. Mit weiterer Qualifikation führt der Weg ins Private Banking, in die Vermögensberatung oder in die Leitung einer Filiale oder eines Beratungscenters.

Aufgaben

  • Einen festen Stamm gehobener Privatkunden betreuen und aktiv ansprechen
  • Ganzheitliche Finanzanalysen erstellen und Strategien entwickeln
  • Zu Wertpapieren, Fonds und Anlageformen beraten
  • Baufinanzierungen und Anschlussfinanzierungen strukturieren
  • Altersvorsorge und Absicherung mit Verbundpartnern planen
  • Beratung nach den regulatorischen Vorgaben dokumentieren
  • Spezialisten für Vermögensnachfolge, Steuer und Immobilien einbinden

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Bankausbildung
  • Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Sparkassenfachwirt
  • Mehrjährige Erfahrung in der Privatkundenberatung
  • Sichere Kenntnisse im Wertpapiergeschäft und in der Baufinanzierung
  • Sachkundenachweise für Anlage- und Immobilienkreditberatung
  • Kommunikationsstärke und Vertriebsorientierung

Wo man arbeitet

  • Sparkassen
  • Volks- und Raiffeisenbanken
  • Private Geschäftsbanken
  • Beratungscenter und Filialen
  • Telefonische und digitale Beratungseinheiten

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg beginnt mit der Ausbildung zum Bankkaufmann oder einem dualen Studium bei einer Bank, gefolgt von einigen Jahren in der Privatkundenberatung. Für das Individualkundengeschäft wird meist der Bankfachwirt oder bei Sparkassen der Sparkassenfachwirt vorausgesetzt, zunehmend auch der Bank- oder Sparkassenbetriebswirt. Hinzu kommen die gesetzlich geforderte Sachkunde für Anlageberatung und Immobiliar-Verbraucherdarlehen und regelmäßige Fortbildungen. Zertifikate wie der Certified Financial Planner führen in Richtung Private Banking.

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