Kraftfahrer CE
Kraftfahrer mit der Führerscheinklasse CE fahren Lkw mit Anhänger oder Sattelzüge bis 40 Tonnen und transportieren Güter im Nah-, Regional- oder Fernverkehr. Neben dem Fahren gehören Ladungssicherung, Fahrzeugkontrolle und Papierkram zum Alltag.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kraftfahrer CE verdient
3.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 3.900 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € |
Nur ein Teil der Betriebe zahlt nach den regionalen Lohntarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe, die ver.di mit den Landesverbänden abschließt; viele kleinere Speditionen verhandeln frei und zahlen deutlich weniger. Spürbar mehr gibt es im Gefahrgut-, Tank- und Schwertransport sowie im Werkverkehr großer Unternehmen, und im Fernverkehr kommen steuerfreie Spesen hinzu, die hier nicht eingerechnet sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kraftfahrer CE?
Kraftfahrer der Klasse CE steuern Sattelzüge und Lastzüge mit bis zu 40 Tonnen Gesamtgewicht, im kombinierten Verkehr auch mehr. Vor der Abfahrt prüfen sie Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Kupplung, stecken die Fahrerkarte ein und planen die Route unter Berücksichtigung von Lenk- und Ruhezeiten, Durchfahrtshöhen und Gewichtsbeschränkungen. An der Laderampe überwachen sie das Be- und Entladen oder fassen selbst mit an, bedienen Hubwagen oder Ladebordwand und sichern die Ladung mit Gurten, Kantenschutz und Antirutschmatten. Unterwegs halten sie Kontakt zur Disposition, reagieren auf Staus und Terminverschiebungen und erledigen Lieferscheine, Frachtbriefe und Zolldokumente. Je nach Einsatz fahren sie Tankzüge, Kühlauflieger, Kipper, Containerchassis oder Planenauflieger, im Nahverkehr mit vielen Stopps am Tag, im Fernverkehr oft eine Woche am Stück.
Wie wird man Kraftfahrer CE?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der der Führerschein und die Grundqualifikation enthalten sind. Häufiger ist der Quereinstieg: Wer die Fahrerlaubnis CE erwirbt und die beschleunigte Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und einer theoretischen Prüfung bei der IHK ablegt, darf gewerblich fahren. Die Kosten von mehreren tausend Euro übernehmen oft die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Bundeswehr beim Ausscheiden oder der künftige Arbeitgeber, teils gegen eine Bindungsklausel. Alle fünf Jahre sind 35 Stunden Weiterbildung Pflicht, sonst erlischt die Berechtigung. Für Gefahrgut kommt die ADR-Bescheinigung hinzu.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist anstrengender, als er von außen wirkt. Lange Sitzzeiten, Termindruck, dichter Verkehr und enge Zeitfenster an den Rampen sorgen für Stress. Im Fernverkehr verbringen Fahrer die Woche in der Kabine, schlafen auf Rastplätzen, die oft überfüllt sind und kaum saubere Sanitäranlagen bieten. Wartezeiten beim Entladen werden nicht immer bezahlt, und das Verhältnis zu Verladern ist mitunter rau. Arbeitsbeginn ist häufig mitten in der Nacht oder am frühen Morgen, Wochenendarbeit kommt vor. Familie und Freundeskreis leiden unter der Abwesenheit, was viele nach einigen Jahren in den Nahverkehr wechseln lässt. Ladungssicherung und Entladen können körperlich fordernd sein, besonders bei Stückgut ohne Stapler. Fehler bei Lenkzeiten oder Ladungssicherung führen zu Bußgeldern, die den Fahrer persönlich treffen können. Gesundheitlich sind Rücken, Gewicht und Schlaf Dauerthemen.
Aussichten
In Deutschland fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer, und jedes Jahr gehen mehr in Rente, als nachkommen. Arbeit findet praktisch jeder mit gültigem Führerschein und Qualifikation, auch ohne lange Erfahrung. Der Mangel verbessert allmählich die Verhandlungsposition, bei vielen Speditionen bleiben Bezahlung und Arbeitsbedingungen aber bescheiden, auch wegen des Preisdrucks durch osteuropäische Konkurrenz. Besser gestellt sind Fahrer im Tank- und Gefahrguttransport, bei Werkverkehren großer Industrie- und Handelsunternehmen oder im Schwertransport. Entwicklungswege führen in die Disposition, zur Ausbildung von Fahrern, zum Fuhrparkleiter, über den Meister im Kraftverkehr oder in die Selbstständigkeit. Automatisiertes Fahren wird den Beruf auf absehbare Zeit nicht ersetzen, vor allem nicht beim Rangieren, Laden und auf der letzten Meile.
Aufgaben
- Abfahrtskontrolle an Zugmaschine und Auflieger durchführen
- Touren planen und Lenk- und Ruhezeiten einhalten
- Ladung verladen, sichern und auf Schäden prüfen
- Sattelzüge und Lastzüge im Straßenverkehr steuern und rangieren
- Frachtpapiere, Lieferscheine und Zolldokumente bearbeiten
- Mit Disposition und Kunden Liefertermine abstimmen
- Kleinere Störungen beheben und Schäden melden
Voraussetzungen
- Fahrerlaubnis der Klassen C und CE
- Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und Weiterbildung alle fünf Jahre
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen
- Ärztliche Untersuchung und ausreichendes Sehvermögen
- Belastbarkeit bei langen Fahrzeiten und unregelmäßigen Arbeitszeiten
- Orientierungssinn und grundlegende Deutschkenntnisse für Papiere und Kommunikation
Wo man arbeitet
- Speditionen und Transportunternehmen
- Logistikdienstleister und Paketzentren
- Werkverkehr von Industrie und Handel
- Baustofftransport und Entsorgungsunternehmen
- Tank- und Gefahrgutlogistik
Der Weg in den Beruf
Üblich ist entweder die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit IHK-Abschluss oder der Quereinstieg über Führerschein CE und beschleunigte Grundqualifikation, was meist drei bis sechs Monate dauert. Alle fünf Jahre müssen 35 Stunden Weiterbildung nachgewiesen werden.
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