Kraftfahrer im Nahverkehr
Kraftfahrer im Nahverkehr fahren Lkw im regionalen Güterverkehr, meist im Umkreis von etwa 50 bis 150 Kilometern. Sie beliefern Supermärkte, Baustellen, Werkstätten und Lager und sind in der Regel jeden Abend zu Hause.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kraftfahrer im Nahverkehr verdient
2.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.400 bis 3.700 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.650 € | 2.900 € | 31.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.650 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.250 € | 3.700 € | 39.000 € |
Viele Speditionen sind nicht tarifgebunden; wo ein Tarif gilt, sind es meist die Landestarifverträge für das private Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe mit ver.di. Deutlich besser zahlen oft der Werkverkehr großer Industrie- und Handelsunternehmen sowie Fahrten mit Gefahrgut oder Ladekran, während kleine Transportbetriebe am unteren Rand liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Kraftfahrer im Nahverkehr?
Kraftfahrer im Nahverkehr bringen Waren über kurze und mittlere Strecken zu ihren Empfängern. Typisch sind Touren vom Zentrallager zu Filialen im Lebensmitteleinzelhandel, die Belieferung von Baustellen mit Baustoffen, der Getränkevertrieb, Paket- und Stückgutverteilung oder der Pendelverkehr zwischen Werken. Gefahren werden Lkw zwischen 7,5 und 40 Tonnen, oft Wechselbrücken, Kühlfahrzeuge oder Lkw mit Ladekran. Der Tag beginnt mit der Abfahrtskontrolle: Reifen, Licht, Bremsen, Ladungssicherung. Danach folgen mehrere Stopps, an denen die Fahrer selbst be- und entladen, häufig mit Hubwagen oder Ladebordwand. Sie lassen Lieferscheine quittieren, nehmen Leergut und Retouren mit und dokumentieren Abweichungen über Handscanner oder Telematik. Anders als im Fernverkehr stehen nicht lange Autobahnstrecken im Mittelpunkt, sondern Stadtverkehr, enge Zufahrten und viele Kundenkontakte.
Wie wird man Kraftfahrer im Nahverkehr?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer, in der Führerschein und Berufskraftfahrerqualifikation enthalten sind. Viele kommen jedoch als Quereinsteiger: Sie erwerben den Führerschein der Klasse C oder CE und legen die beschleunigte Grundqualifikation mit 140 Unterrichtsstunden und IHK-Prüfung ab. Die Kosten dafür übernehmen häufig die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder der künftige Arbeitgeber. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht. Für bestimmte Ladungen kommen Zusatznachweise hinzu, etwa der ADR-Schein für Gefahrgut oder der Staplerschein.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitstag beginnt oft sehr früh, Abfahrten um vier oder fünf Uhr sind im Handel und auf dem Bau üblich. Schichten von zehn Stunden und mehr kommen vor, auch Samstagsarbeit. Der Zeitdruck ist hoch: Lieferfenster sind eng, Staus, Baustellen und fehlende Halteflächen in Innenstädten verschärfen ihn. Körperlich ist der Nahverkehr anstrengender als der Fernverkehr, weil viel selbst geladen wird, Getränkekisten, Rollcontainer oder Baumaterial, bei jedem Wetter. Rücken und Gelenke werden über die Jahre stark beansprucht. Hinzu kommen die Verantwortung für Fahrzeug und Ladung, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und ein oft rauer Ton an Rampen und auf Baustellen. Wer konzentriert und gelassen bleibt, sich orientieren kann und mit Kunden zurechtkommt, kommt mit dem Beruf gut klar. Der Vorteil gegenüber dem Fernverkehr ist klar: Übernachtungen im Lkw entfallen fast immer.
Aussichten
In Deutschland fehlen Zehntausende Lkw-Fahrer, und viele der heutigen Fahrer gehen in den nächsten Jahren in Rente. Die Nachfrage ist entsprechend hoch, Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf selten ein Thema. Die Bezahlung ist dennoch eher mäßig und steigt mit der Erfahrung nur langsam. Wer sich weiterentwickeln will, kann sich auf Gefahrgut, Kran- oder Schwertransporte spezialisieren, als Disponent ins Büro wechseln, Fuhrparkleiter werden oder sich zum Fahrlehrer weiterbilden. Auch der Wechsel in den Werkverkehr großer Industriebetriebe ist eine Option, dort sind die Bedingungen oft geregelter.
Aufgaben
- Abfahrtskontrolle am Lkw durchführen
- Ware im Lager übernehmen und Ladung sichern
- Touren nach Plan fahren und Lieferfenster einhalten
- Ware beim Kunden ausladen, auch mit Hubwagen oder Ladebordwand
- Lieferscheine quittieren lassen und Abweichungen dokumentieren
- Leergut, Paletten und Retouren zurücknehmen
- Fahrerkarte und Lenkzeiten im Blick behalten
- kleinere Mängel melden und das Fahrzeug sauber halten
Voraussetzungen
- Führerschein der Klasse C oder CE
- Berufskraftfahrerqualifikation (Grundqualifikation oder Ausbildung) mit Eintrag der Schlüsselzahl 95
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen
- körperliche Belastbarkeit für regelmäßiges Be- und Entladen
- Orientierungssinn und sicheres Fahren im Stadtverkehr
- Pünktlichkeit und Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn
- je nach Ladung ADR-Schein oder Staplerschein
Wo man arbeitet
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Lebensmittel- und Getränkehandel
- Baustoffhandel und Bauunternehmen
- Paket- und Stückgutdienste
- Werkverkehr von Industriebetrieben
- Entsorgungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit IHK-Abschluss, die Führerschein und Berufskraftfahrerqualifikation einschließt. Quereinsteiger erwerben den Führerschein CE und die beschleunigte Grundqualifikation, was zusammen meist drei bis sechs Monate dauert.
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