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Handwerk & Produktion

Mitarbeiter Reha-Werkstatt

Mitarbeiter in einer Reha-Werkstatt montieren, warten, reparieren und bereiten Hilfsmittel wie Rollstühle, Rollatoren, Pflegebetten und Patientenlifter auf. Sie arbeiten meist für Sanitätshäuser oder Reha-Fachhändler und liefern die Geräte häufig auch selbst zu Kunden aus.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter Reha-Werkstatt verdient

2.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 2.900 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €

Die meisten Sanitätshäuser und Reha-Händler sind nicht tarifgebunden, die Bezahlung wird frei verhandelt und hängt stark von Betriebsgröße, Region und einer abgeschlossenen Fachausbildung ab. Wo Innungsbetriebe tarifgebunden sind, gelten regionale Tarifverträge für das Orthopädietechnik-Handwerk; Außendienst, Notdienste und eine Spezialisierung auf Elektrorollstühle oder Sonderbau heben das Gehalt spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter in der Reha-Werkstatt?

In der Reha-Werkstatt eines Sanitätshauses oder Reha-Fachhändlers werden Hilfsmittel für Menschen mit eingeschränkter Mobilität betreut. Dazu gehören Rollstühle, Elektrorollstühle, Rollatoren, Pflegebetten, Patientenlifter, Duschstühle und Toilettensitzerhöhungen. Neue Geräte werden aus Einzelteilen montiert und an die Maße der Nutzerin oder des Nutzers angepasst: Sitzbreite und Sitzhöhe einstellen, Fußstützen und Armlehnen montieren, Bremsen justieren. Ein großer Teil der Arbeit ist die Reparatur, etwa Reifen und Schläuche wechseln, Lager tauschen, Akkus und Steuerungen von Elektrorollstühlen prüfen oder defekte Motoren von Pflegebetten ersetzen. Viele Hilfsmittel gehören den Krankenkassen und werden nach der Rückgabe wieder eingesetzt. Sie müssen gereinigt, desinfiziert, geprüft und dokumentiert werden, bevor sie an den nächsten Versicherten gehen. Hinzu kommen sicherheitstechnische Kontrollen nach den Vorgaben für Medizinprodukte. In vielen Betrieben fahren die Mitarbeiter auch im Außendienst: Pflegebetten in Wohnungen oder Pflegeheimen aufbauen, Geräte ausliefern, vor Ort reparieren und Angehörige oder Pflegekräfte in die Bedienung einweisen.

Wie wird man Mitarbeiter in der Reha-Werkstatt?

Eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Gesucht werden meist Menschen mit einer abgeschlossenen technischen Ausbildung, etwa als Zweiradmechatroniker, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Industriemechaniker oder Elektroniker. Eine besonders passende Grundlage ist die dreijährige Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker. Viele Betriebe nehmen auch handwerklich geschickte Quereinsteiger und lernen sie im Betrieb an, vor allem für Aufbereitung und Montage. Über Herstellerschulungen und Weiterbildungen, etwa zur Fachkraft für Rehatechnik oder zum Medizinprodukteberater, lässt sich das Fachwissen ausbauen. Für die Auslieferung ist ein Führerschein der Klasse B fast immer Bedingung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Pflegebetten, Lifter und Elektrorollstühle sind schwer und müssen oft über Treppen, durch enge Flure und in kleine Wohnungen getragen werden. Bei der Aufbereitung gehören Desinfektionsmittel und der Umgang mit verschmutzten Geräten zum Alltag. Im Außendienst kommen Zeitdruck, Staus und eng getaktete Touren dazu. Wer Kunden zu Hause besucht, trifft auf Menschen in schwierigen Lebenslagen, auf Schwerkranke oder Sterbende, und auf Angehörige, die unter Druck stehen. Geduld, ein ruhiger Ton und Verständnis für die Situation sind deshalb ebenso wichtig wie handwerkliches Können. Die Arbeitszeiten liegen überwiegend tagsüber an Werktagen, manche Betriebe haben aber Notdienste, etwa für ausgefallene Elektrorollstühle oder dringende Bettlieferungen bei Krankenhausentlassungen. Sorgfältige Dokumentation ist Pflicht, weil Krankenkassen und Medizinprodukterecht jeden Prüfschritt nachvollziehbar verlangen.

Aussichten

Durch die alternde Bevölkerung und den Wunsch vieler Menschen, möglichst lange zu Hause zu leben, steigt der Bedarf an Hilfsmitteln stetig. Sanitätshäuser und Reha-Händler suchen vielerorts dringend technisches Personal, gerade für den Außendienst. Die Bezahlung liegt allerdings eher im mittleren Bereich des Handwerks, weil die Branche stark von den Vertragspreisen der Krankenkassen abhängt. Wer sich auf Elektrorollstühle, Sonderbau oder komplexe Sitzversorgungen spezialisiert, wird zum gefragten Reha-Techniker. Weitere Wege führen in die Werkstattleitung, in die Fachberatung im Außendienst oder über die Meisterprüfung im Orthopädietechniker-Handwerk in eine leitende oder selbstständige Tätigkeit.

Aufgaben

  • Rollstühle, Rollatoren und Pflegebetten montieren und auf Kundenmaße einstellen
  • Reifen, Bremsen, Lager und Antriebe von Hilfsmitteln reparieren
  • Akkus, Steuerungen und Motoren von Elektrorollstühlen und Pflegebetten prüfen und tauschen
  • Zurückgegebene Hilfsmittel reinigen, desinfizieren und für den Wiedereinsatz aufbereiten
  • Sicherheitstechnische Kontrollen durchführen und dokumentieren
  • Geräte zu Kunden, Pflegeheimen und Kliniken ausliefern und vor Ort aufbauen
  • Nutzer, Angehörige und Pflegekräfte in die Bedienung einweisen
  • Ersatzteile bestellen und Reparaturaufträge im Warenwirtschaftssystem erfassen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene technische Ausbildung, etwa in Zweirad-, Kfz-, Metall- oder Orthopädietechnik, oder handwerkliches Geschick für den Quereinstieg
  • Führerschein der Klasse B
  • Körperliche Belastbarkeit für das Tragen schwerer Geräte
  • Grundkenntnisse in Mechanik und einfacher Elektrik
  • Geduld und einfühlsamer Umgang mit kranken, älteren und behinderten Menschen
  • Sorgfalt bei Hygiene und Dokumentation

Wo man arbeitet

  • Sanitätshäuser
  • Reha-Fachhändler und Hilfsmittelversorger
  • Betriebe des Orthopädietechnik-Handwerks
  • Hilfsmittel-Wiedereinsatzzentren
  • Hersteller von Rollstühlen und Pflegebetten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine abgeschlossene dreijährige technische Berufsausbildung, etwa als Orthopädietechnik-Mechaniker, Zweiradmechatroniker oder Kfz-Mechatroniker, gefolgt von einer Einarbeitung im Betrieb und Herstellerschulungen. Quereinsteiger werden häufig über mehrere Monate angelernt. Mit Weiterbildungen zur Fachkraft für Rehatechnik oder der Meisterprüfung im Orthopädietechniker-Handwerk sind Spezialisierung und Leitungsaufgaben möglich.

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