Verkäufer / Aushilfe
Verkäuferinnen, Verkäufer und Aushilfen bedienen Kundschaft im Einzelhandel, kassieren, räumen Ware ein und halten die Verkaufsfläche in Ordnung. Der Einstieg ist als Aushilfe ohne Ausbildung möglich, die reguläre Fachkraft lernt den Beruf in einer zweijährigen dualen Ausbildung.
26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer / Aushilfe verdient
2.750 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.450 € | 2.750 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.750 € | 3.100 € | 33.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € |
Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Betrieb nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes zahlt; nicht tarifgebundene Händler zahlen Aushilfen oft nur knapp über dem Mindestlohn. Ausgebildete Verkäufer verdienen mehr als ungelernte Aushilfen, und Zuschläge für Spät-, Nacht- und Sonntagsarbeit sind in den Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer oder eine Aushilfe?
Die Arbeit findet fast vollständig auf der Verkaufsfläche statt. Morgens wird angelieferte Ware angenommen, mit dem Lieferschein abgeglichen, ausgepackt und in Regale geräumt. Preisschilder werden angebracht oder elektronisch aktualisiert, abgelaufene Ware aussortiert, Lücken nachgefüllt. Im Lauf des Tages kommen Kundinnen und Kunden mit Fragen: wo ein Produkt steht, welche Größe passt, ob etwas nachbestellt werden kann. In Fachgeschäften für Mode, Schuhe oder Elektronik gehört die Beratung zum Kern der Arbeit, im Lebensmittelhandel und in Drogerien dagegen vor allem Kasse und Warenverräumung. An der Kasse werden Waren gescannt, Bar- und Kartenzahlungen abgewickelt, Umtausch und Reklamationen bearbeitet und am Ende der Schicht die Kasse abgerechnet. Aushilfen übernehmen meist einfachere Teile davon, etwa Auffüllen und Kassieren, während ausgebildete Verkäuferinnen und Verkäufer auch bei Bestellungen, Inventur und Warenpräsentation mitarbeiten.
Wie wird man Verkäufer oder Aushilfe?
Als Aushilfe ist kein Abschluss nötig. Viele Stellen werden als Minijob oder in Teilzeit vergeben und eignen sich für Schülerinnen, Studierende oder den Wiedereinstieg nach einer Elternzeit. Die Einarbeitung erfolgt direkt im Betrieb und dauert wenige Tage bis Wochen. Wer dauerhaft im Handel arbeiten will, macht die duale Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin. Sie dauert zwei Jahre, findet im Betrieb und in der Berufsschule statt und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss. Nach der Ausbildung lässt sich ein drittes Jahr anschließen, das zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel führt. Quereinsteiger mit Berufserfahrung als Aushilfe können unter Umständen direkt zur Abschlussprüfung zugelassen werden.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich anstrengender, als er von außen wirkt. Man steht oder geht fast die ganze Schicht, hebt Kartons und Getränkekisten und arbeitet in Kühlbereichen oder an zugigen Eingängen. Die Öffnungszeiten bestimmen die Arbeitszeit: Spätdienste bis 20 oder 22 Uhr und Samstagsarbeit sind die Regel, in Bahnhöfen, Tankstellen und Tourismusorten auch Sonntage. Viele Betriebe planen kurzfristig und bieten vor allem Teilzeitverträge an, eine Vollzeitstelle ist nicht überall zu bekommen. In vielen Filialen ist die Personaldecke dünn, sodass wenige Beschäftigte Kasse, Fläche und Lieferung gleichzeitig abdecken müssen. Dazu kommen unfreundliche oder aggressive Kundschaft, Diebstahl und der Druck, an der Kasse genau und schnell zu sein. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des Arbeitsmarkts, besonders in Betrieben ohne Tarifbindung.
Aussichten
Personal wird im Einzelhandel ständig gesucht, Aushilfen finden fast überall schnell eine Stelle. Gleichzeitig verändert sich der Beruf: Selbstbedienungskassen, Onlinehandel und Filialschließungen reduzieren vor allem einfache Kassentätigkeiten, während Beratung und Warenpflege wichtig bleiben. Mit Ausbildung und Erfahrung führt der Weg zur Erstkraft, zur stellvertretenden Filialleitung oder über eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zur Handelsfachwirtin in die Filial- oder Bezirksleitung. Auch der Wechsel in den Außendienst oder den Einkauf ist möglich.
Aufgaben
- Ware annehmen, kontrollieren und in Regale einräumen
- Preise auszeichnen und Mindesthaltbarkeitsdaten prüfen
- Kundschaft beraten und Produkte zeigen
- Kassieren und die Kasse am Schichtende abrechnen
- Umtausch und Reklamationen bearbeiten
- Verkaufsfläche sauber und ordentlich halten
- Bei Inventur und Bestellungen mitarbeiten
Voraussetzungen
- Für Aushilfen kein Abschluss nötig, für die Ausbildung meist Hauptschul- oder mittlerer Schulabschluss
- Freundlicher und geduldiger Umgang mit Kundschaft
- Sicheres Rechnen und Sorgfalt beim Umgang mit Geld
- Belastbarkeit für langes Stehen und Heben
- Bereitschaft zu Spät- und Samstagsdiensten
- Gute Deutschkenntnisse für Beratung und Kassengespräche
Wo man arbeitet
- Supermärkte und Discounter
- Drogeriemärkte
- Modegeschäfte und Kaufhäuser
- Bau- und Elektronikmärkte
- Bäckereien und Tankstellenshops
- Kleine Fachgeschäfte
Der Weg in den Beruf
Als Aushilfe beginnt man ohne Abschluss nach kurzer Einarbeitung im Betrieb. Die reguläre Qualifikation ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin mit IHK-Abschluss. Mit einem dritten Ausbildungsjahr wird daraus der Abschluss Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel.
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