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Handwerk & Produktion

Facharbeiter

Facharbeiter haben eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf und arbeiten in Industrie und Produktion an Maschinen, Anlagen und Werkstücken. Sie fertigen, montieren, warten und prüfen, meist im Schichtbetrieb.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharbeiter verdient

3.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.800 bis 5.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.400 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Am stärksten entscheidet die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifverträgen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie (ERA) oder der IG BCE für die Chemie liegt das Gehalt deutlich über dem kleinerer, nicht tarifgebundener Betriebe. Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge sind hier nicht eingerechnet und erhöhen das tatsächliche Einkommen oft spürbar, auch die Region spielt eine Rolle, mit niedrigeren Werten in Ostdeutschland.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharbeiter?

Facharbeiter ist kein einzelner Ausbildungsberuf, sondern die Bezeichnung für Beschäftigte mit abgeschlossener gewerblich-technischer Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Elektroniker für Betriebstechnik oder Chemikant. Sie richten Maschinen ein, fahren Produktionsanlagen, fertigen Bauteile nach Zeichnung, bauen Baugruppen zusammen und kontrollieren Maße mit Messschieber, Bügelmessschraube oder Messmaschine. Zum Alltag gehört es, Störungen zu erkennen und zu beheben, Werkzeuge zu wechseln, Schmierstoffe nachzufüllen und Verschleißteile zu tauschen. Viele bedienen CNC-Maschinen und ändern Programme an der Steuerung. Daneben dokumentieren sie Stückzahlen, Prüfergebnisse und Ausfälle, übergeben bei Schichtwechsel an die Kollegen und arbeiten neue Mitarbeiter oder Auszubildende ein. Im Unterschied zu angelernten Kräften übernehmen Facharbeiter Aufgaben, die Fachwissen verlangen, und tragen Verantwortung für Qualität und Anlagenverfügbarkeit.

Wie wird man Facharbeiter?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von drei bis dreieinhalb Jahren in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Sie läuft im Betrieb und in der Berufsschule und endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Zweijährige Berufe wie Maschinen- und Anlagenführer sind ebenfalls möglich. Formal reicht oft ein Hauptschulabschluss, viele Betriebe bevorzugen jedoch einen mittleren Schulabschluss und achten auf Noten in Mathematik und Physik. Wer bereits länger als angelernte Kraft arbeitet, kann über die Externenprüfung nachträglich einen Berufsabschluss erwerben, wenn die Berufspraxis etwa das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit beträgt. Die Arbeitsagentur fördert solche Nachqualifizierungen unter bestimmten Bedingungen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend in Werkhallen statt, oft mit Lärm, Ölgeruch, Hitze oder Kälte. Stehen über viele Stunden, Heben schwerer Teile und Arbeiten in ungünstiger Haltung belasten Rücken und Gelenke. Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Schutzbrille gehören zum Alltag. In vielen Betrieben wird im Zwei- oder Dreischichtsystem gearbeitet, teils auch am Wochenende, was Schlaf und Familienleben beeinträchtigen kann. Bei Anlagenstillstand entsteht Zeitdruck, weil jede Stunde Produktionsausfall Geld kostet. Gefragt sind technisches Verständnis, Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft, sich auf neue Maschinen und Software einzustellen. Monotone Abläufe in der Serienfertigung fallen manchen schwer.

Aussichten

Qualifizierte Facharbeiter werden in vielen Regionen gesucht, besonders in Metall, Elektro und Instandhaltung. Gleichzeitig hängt die Lage stark von der Branche ab: In der Automobilzulieferindustrie und energieintensiven Betrieben gibt es Stellenabbau und Kurzarbeit, während Instandhaltung, Anlagenbau und Energietechnik weiter Personal brauchen. Automatisierung verdrängt eher einfache Tätigkeiten, erhöht aber die Anforderungen an Steuerungs- und Elektrokenntnisse. Weiterentwickeln können sich Facharbeiter zum Vorarbeiter oder Schichtführer, über die Fortbildung zum Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker sowie mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung über ein Studium im Ingenieurwesen.

Aufgaben

  • Maschinen und Produktionsanlagen einrichten, bedienen und überwachen
  • Bauteile nach technischen Zeichnungen fertigen und montieren
  • Maße und Qualität mit Messwerkzeugen prüfen
  • Störungen an Anlagen suchen und beheben
  • Wartungsarbeiten durchführen und Verschleißteile tauschen
  • CNC-Programme an der Maschinensteuerung anpassen
  • Produktionsdaten und Prüfergebnisse dokumentieren
  • Angelernte Kräfte und Auszubildende einweisen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf oder bestandene Externenprüfung
  • Technisches Verständnis und sicherer Umgang mit Zeichnungen und Messmitteln
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Heben
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein bei Qualität und Arbeitssicherheit
  • Grundkenntnisse in Steuerungstechnik oder CNC, je nach Einsatzbereich

Wo man arbeitet

  • Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus
  • Automobil- und Zulieferindustrie
  • Chemische und pharmazeutische Industrie
  • Metallverarbeitende Betriebe
  • Lebensmittel- und Kunststoffindustrie
  • Instandhaltungsabteilungen von Industrieunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine duale Ausbildung von drei bis dreieinhalb Jahren, etwa als Industriemechaniker oder Elektroniker für Betriebstechnik, mit Abschlussprüfung vor der IHK oder Handwerkskammer. Zweijährige Berufe wie Maschinen- und Anlagenführer führen ebenfalls zum Facharbeiterabschluss. Angelernte Beschäftigte mit ausreichender Berufspraxis können den Abschluss über die Externenprüfung nachholen.

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