Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r
Pflegefachkraft mit Hygieneweiterbildung, die Hygieneplan, Begehungen, Schulungen und Ausbruchsmanagement in der Einrichtung verantwortet.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.350 € | 3.650 € | 3.950 € | 43.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.650 € | 4.000 € | 4.400 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.950 € | 4.350 € | 4.850 € | 52.200 € |
Hergeleitet aus den Entgeltgruppen P7 und P8 TVöD-Pflege und den AVR-Tabellen kirchlicher Träger, zuzüglich einer Funktionszulage. Die Weiterbildung allein hebt das Grundentgelt nicht, die übertragene Funktion tut es.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Die hygienebeauftragte Pflegekraft ist eine examinierte Pflegefachkraft mit einer Weiterbildung von meist 120 bis 200 Stunden. Sie setzt in ihrer Einrichtung um, was das Infektionsschutzgesetz und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut, kurz KRINKO, vorgeben: Hygieneplan schreiben und aktuell halten, Standards für Händedesinfektion, Wundversorgung, Katheterpflege und Aufbereitung festlegen, Begehungen durchführen, Abweichungen aufschreiben, Kollegen schulen und Schulungen nachweisen. Bei Ausbrüchen von Noroviren, Influenza oder multiresistenten Erregern organisiert sie Isolierung, Schutzausrüstung und Meldewege und arbeitet mit dem Gesundheitsamt zusammen. Im Anzeigenbestand dieses Portals stehen diese Stellen fast ausschließlich in der stationären Altenpflege, teils mit Freistellung aus der Pflege.
Die Bezeichnung wird häufig mit der Hygienefachkraft verwechselt, und der Unterschied ist erheblich. Die Hygienefachkraft hat eine zweijährige Fachweiterbildung absolviert, arbeitet in Kliniken meist ganz oder überwiegend freigestellt und betreut mehrere Bereiche fachlich. Die hygienebeauftragte Pflegekraft bleibt Teil ihres Teams, hat ein Kurzcurriculum und einige Stunden im Monat für die Aufgabe. Sie berät, dokumentiert und schult, ist aber weder Hygienefachkraft noch Krankenhaushygienikerin und hat in der Regel keine Weisungsbefugnis.
Genau das ist der schwierige Teil der Rolle. Wer Standards durchsetzen soll, ohne Vorgesetzter zu sein, muss überzeugen, wiederholen und unangenehme Rückmeldungen geben, an Kollegen, mit denen er in der nächsten Schicht wieder zusammenarbeitet. Dazu kommt der Aufwand für Nachweise: Schulungsprotokolle, Begehungsberichte, Prüfpläne, Vorbereitung von Prüfungen durch Gesundheitsamt und Medizinischen Dienst. Die Pflegearbeit läuft daneben weiter, mit Schichtdienst, Wochenenden und der üblichen Besetzung.
Aufgaben
- Hygieneplan der Einrichtung erstellen, prüfen und fortschreiben
- Regelmäßige Hygienebegehungen auf den Wohnbereichen durchführen und protokollieren
- Kollegen zu Händehygiene, Schutzausrüstung und Aufbereitung schulen
- Standards für Wundversorgung, Katheter- und Sondenpflege festlegen
- Bei Ausbrüchen Isolierung, Schutzmaßnahmen und Meldewege organisieren
- Multiresistente Erreger erfassen und den Umgang im Haus abstimmen
- Mit Hygienefachkraft, Hausarzt und Gesundheitsamt zusammenarbeiten
- Begehungen durch Gesundheitsamt und Medizinischen Dienst vorbereiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder ein gleichwertiger Pflegeabschluss
- Weiterbildung zur hygienebeauftragten Pflegekraft, in der Regel 120 bis 200 Stunden
- Kenntnis von Infektionsschutzgesetz und KRINKO-Empfehlungen sowie Bereitschaft, sie nachzulesen
- Sorgfalt und Ausdauer bei Dokumentation und Schulungsnachweisen
- Fähigkeit, Regeln ohne Weisungsbefugnis im Team durchzusetzen
- Weiterhin Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst, solange keine Freistellung vereinbart ist
- Jährliche Fortbildung, um die Funktion zu behalten
Wo man arbeitet
- Stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren
- Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken
- Ambulante Pflegedienste und Tagespflegen
- Einrichtungen der Behindertenhilfe
- Dialysezentren und ambulante Operationszentren
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine abgeschlossene Pflegeausbildung, üblich sind zusätzlich zwei Jahre Berufserfahrung. Die Weiterbildung zur hygienebeauftragten Pflegekraft folgt dem Kurzcurriculum der Fachgesellschaften und umfasst meist 120 bis 200 Stunden, berufsbegleitend über einige Monate, mit Abschlussarbeit oder Prüfung. Die Kosten übernehmen häufig die Träger, weil sie die Funktion besetzen müssen. Wer weiter will, absolviert die zweijährige Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft; das ist ein anderer Abschluss mit eigener Anerkennung und deutlich größerem Aufgabenkreis.
Offene Stellen als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r
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