Verkaufsleiter Direktvertrieb
Verkaufsleiterinnen und Verkaufsleiter im Direktvertrieb führen ein Team von Außendienst- oder Beraterkräften, die Produkte direkt beim Kunden verkaufen, etwa an der Haustür, bei Hausbesuchen oder auf Verkaufsveranstaltungen. Sie verantworten Umsatzziele, Personalgewinnung und Einarbeitung in ihrem Gebiet.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkaufsleiter Direktvertrieb verdient
4.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 9.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.800 € | 5.000 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.800 € | 6.500 € | 57.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 6.200 € | 9.000 € | 74.400 € |
Einen Tarifvertrag gibt es im Direktvertrieb in der Regel nicht, das Einkommen besteht aus einem frei verhandelten Fixum und einem oft großen Provisionsanteil, der je nach Teamumsatz stark schwankt. Am meisten hängt es von der Branche und dem Vertragsmodell ab: Angestellte bei etablierten Herstellern und Versicherern haben ein verlässliches Grundgehalt, selbstständige Handelsvertreter in Strukturvertrieben oft gar keins.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkaufsleiter im Direktvertrieb?
Im Direktvertrieb werden Produkte ohne Ladengeschäft verkauft: Staubsauger und Küchengeräte beim Hausbesuch, Kosmetik auf Verkaufspartys, Energie- und Telefonverträge an der Haustür, Versicherungen und Finanzprodukte im Wohnzimmer. Der Verkaufsleiter steuert ein Team von Beraterinnen und Beratern, die diese Gespräche führen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, neue Leute zu gewinnen, denn die Fluktuation in diesen Teams ist hoch. Er führt Bewerbungsgespräche, schult Neue im Verkaufsgespräch, begleitet sie bei ersten Terminen und wertet täglich oder wöchentlich Abschlusszahlen aus. Dazu kommen Teambesprechungen, Gebietsplanung, Reklamationen und Berichte an die Vertriebsdirektion. Viele Verkaufsleiter verkaufen zusätzlich selbst, um Ziele zu erreichen oder Vorbild zu sein.
Wie wird man Verkaufsleiter im Direktvertrieb?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Die meisten steigen als Beraterin oder Berater ein und werden nach ein bis drei Jahren mit guten Zahlen zur Teamleitung befördert. Ein Schul- oder Berufsabschluss wird oft nicht verlangt, eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandel, hilft aber. Wer ein Studium in Betriebswirtschaft oder Vertriebsmanagement mitbringt, kann in größeren Unternehmen über Trainee-Programme schneller in Führungspositionen kommen. Im Versicherungs- und Finanzvertrieb ist eine Sachkundeprüfung bei der IHK Pflicht, etwa als Versicherungsfachmann oder Finanzanlagenfachmann. Weiterbildungen wie der Geprüfte Fachwirt im Vertrieb sind möglich, aber nicht verbreitet.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf steht unter dauerndem Zahlendruck. Ein erheblicher Teil des Einkommens hängt an Provisionen und Teamumsatz, schwache Monate schlagen direkt aufs Konto durch. Gearbeitet wird häufig dann, wenn Kunden zu Hause sind, also abends und am Samstag. Viele Stunden entfallen auf Autofahrten im Gebiet. Ablehnung gehört zum Alltag, sowohl bei Kunden als auch bei Bewerbern, und neue Teammitglieder hören oft nach wenigen Wochen wieder auf. Wer führt, muss motivieren können, ohne Druck einfach weiterzureichen, und braucht ein dickes Fell. Ein Teil der Branche arbeitet mit Strukturvertrieben und selbstständigen Handelsvertretern, bei denen das Einkommen stark vom Anwerben weiterer Vertreter abhängt. Solche Modelle sollten vor einer Zusage genau geprüft werden, insbesondere wenn Startpakete selbst bezahlt werden müssen. Seriöse Anbieter zahlen ein festes Grundgehalt und stellen einen Dienstwagen.
Aussichten
Verkaufsleiter werden laufend gesucht, was auch an der hohen Fluktuation liegt. Etablierte Unternehmen mit Haushaltsgeräten, Versicherungen und Bausparverträgen bieten stabile Strukturen, im Haustürgeschäft mit Energie- und Telekommunikationsverträgen ist das Umfeld unruhiger und rechtlich stärker reguliert. Der Online-Handel nimmt dem klassischen Direktvertrieb Marktanteile ab, persönliche Beratung bleibt aber bei erklärungsbedürftigen Produkten gefragt. Wer Erfolge vorweisen kann, steigt zur Regional- oder Bezirksleitung und später in die Vertriebsdirektion auf. Führungserfahrung im Vertrieb lässt sich auch in den Außendienst anderer Branchen oder ins Key-Account-Management mitnehmen.
Aufgaben
- Berater und Beraterinnen anwerben, auswählen und einstellen
- Neue Teammitglieder im Verkaufsgespräch schulen und zu Terminen begleiten
- Umsatzziele für das Team festlegen und Abschlusszahlen auswerten
- Verkaufsgebiete und Einsatzpläne einteilen
- Teambesprechungen und Motivationsrunden leiten
- Kundenbeschwerden und Widerrufe bearbeiten
- Eigene Verkaufstermine wahrnehmen
- Berichte an Regional- oder Vertriebsleitung erstellen
Voraussetzungen
- Mehrjährige Erfahrung im Verkauf, meist im Direkt- oder Außendienstvertrieb
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu viel Fahrzeit
- Sachkundenachweis der IHK im Versicherungs- und Finanzvertrieb
- Belastbarkeit gegenüber Ablehnung und schwankendem Einkommen
- Fähigkeit, ein Team zu führen und anzuleiten
- Bereitschaft zu Abend- und Samstagsarbeit
Wo man arbeitet
- Hersteller mit eigenem Direktvertrieb, etwa für Haushaltsgeräte oder Kosmetik
- Versicherungs- und Bausparunternehmen
- Finanzvertriebe
- Energie- und Telekommunikationsanbieter sowie deren Vertriebspartner
- Vertriebsagenturen im Haustürgeschäft
Der Weg in den Beruf
Ein formaler Ausbildungsweg existiert nicht. Üblich ist der Aufstieg aus dem Verkauf nach ein bis drei Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Berater, gelegentlich auch über ein Trainee-Programm nach einem betriebswirtschaftlichen Studium. Im Versicherungs- und Finanzbereich ist zusätzlich eine Sachkundeprüfung bei der IHK vorgeschrieben.
Offene Stellen als Verkaufsleiter Direktvertrieb
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