Mitarbeiter Kommissionierung
Mitarbeiter in der Kommissionierung stellen in Lagern und Verteilzentren Waren nach Auftrag zusammen, prüfen sie und bereiten sie für den Versand vor. Die Tätigkeit ist meist ohne Ausbildung zugänglich, körperlich fordernd und häufig im Schichtbetrieb organisiert.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mitarbeiter Kommissionierung verdient
2.650 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.250 bis 3.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.250 € | 2.450 € | 2.750 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.650 € | 2.950 € | 31.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.650 € | 2.950 € | 3.400 € | 35.400 € |
Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist: Im Handel gelten die Tarifverträge des Groß- und Außenhandels bzw. des Einzelhandels, in Speditionen die regionalen Tarifverträge für das Speditions- und Logistikgewerbe, in der Zeitarbeit die Tarifverträge GVP/DGB, während viele Versandlager nur knapp über dem Mindestlohn zahlen. Schicht-, Nacht- und Kühlzulagen sowie der Staplerschein können das Monatseinkommen spürbar erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mitarbeiter in der Kommissionierung?
Kommissionierer holen Waren aus dem Lager und stellen sie so zusammen, wie ein Kunde oder eine Filiale sie bestellt hat. Den Auftrag liefert heute meist ein Handscanner, eine Sprachsteuerung über Headset (Pick-by-Voice) oder ein Leuchtsignal am Regal (Pick-by-Light). Die Beschäftigten fahren mit Kommissionierwagen, Hubwagen oder Flurförderzeugen durch die Gänge, entnehmen Kartons, Getränkekisten oder Kleinteile, scannen jeden Artikel und legen ihn in Behälter oder auf Paletten. Fehlmengen und beschädigte Ware werden gemeldet, fertige Sendungen gewickelt, etikettiert und an den Warenausgang gebracht. In Versandlagern des Onlinehandels kommt oft das Verpacken hinzu, im Lebensmittelgroßhandel die Arbeit im Kühl- oder Tiefkühlbereich. Gearbeitet wird nach Vorgaben: Pro Stunde ist eine bestimmte Zahl an Positionen oder Kolli zu schaffen, die Fehlerquote wird erfasst.
Wie wird man Mitarbeiter in der Kommissionierung?
Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe lernen neue Kräfte in wenigen Tagen an, der Einstieg läuft häufig über Zeitarbeitsfirmen, besonders vor Saisonspitzen wie dem Weihnachtsgeschäft. Gute Chancen auf eine feste Stelle hat, wer zuverlässig erscheint und die Vorgaben erfüllt. Ein Staplerschein, der in einem ein- bis dreitägigen Lehrgang erworben wird, erweitert die Einsatzmöglichkeiten deutlich. Wer sich dauerhaft in der Logistik halten will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik oder zum Fachlageristen machen, auch berufsbegleitend oder über eine Externenprüfung nach mehreren Jahren Berufserfahrung. Grundkenntnisse in Deutsch genügen oft, weil die Geräte mit Zahlen und Symbolen arbeiten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Über eine Schicht kommen viele Kilometer Laufweg zusammen, dazu wiederholtes Heben, Bücken und Strecken, je nach Lager mit Lasten über 20 Kilogramm. Rücken- und Gelenkbeschwerden sind verbreitet. Viele Lager arbeiten im Zwei- oder Dreischichtsystem, mit Nachtschichten und Samstagsarbeit; im Lebensmittelbereich beginnt die Frühschicht oft sehr früh. In Kühllagern kommt Kälte hinzu, in Hallen im Sommer Hitze. Die Leistung wird laufend gemessen, was als Druck empfunden wird, und die Tätigkeit ist eintönig. Wer hier arbeitet, braucht Ausdauer, Konzentration auch in der achten Stunde und Sorgfalt, denn jeder Fehlgriff landet als Reklamation beim Kunden.
Aussichten
Durch den Onlinehandel und zentralisierte Lager im Handel werden Kommissionierer in großer Zahl gesucht, Stellen gibt es fast überall, vor allem an Autobahnknoten und in Logistikparks. Gleichzeitig automatisieren viele Betriebe: Fahrerlose Transportsysteme, Shuttlelager und Ware-zur-Person-Stationen ersetzen Laufwege und manche Handgriffe. Die Arbeit verschwindet dadurch nicht sofort, verändert sich aber hin zur Bedienung und Überwachung von Anlagen. Aufstiegswege führen über den Staplerschein in den Wareneingang oder die Verladung, über eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und später zu Vorarbeiter- oder Schichtleiterstellen. Mit Weiterbildung zum Logistikmeister sind auch Führungsaufgaben im Lager möglich. Ohne Qualifizierung bleiben Lohn und Aufstieg begrenzt.
Aufgaben
- Aufträge per Scanner, Headset oder Pick-by-Light abarbeiten
- Waren aus Regalen und Fächern entnehmen und auf Richtigkeit prüfen
- Artikel scannen und in Behälter, Kartons oder auf Paletten packen
- Paletten mit Hubwagen oder Kommissionierfahrzeug bewegen
- Sendungen wickeln, etikettieren und zum Warenausgang bringen
- Fehlmengen, Bruch und falsch eingelagerte Ware melden
- Leerbehälter und Verpackungsmaterial entsorgen oder bereitstellen
Voraussetzungen
- Kein Berufsabschluss erforderlich, Einarbeitung im Betrieb
- Körperliche Belastbarkeit für Laufen, Heben und Tragen über die ganze Schicht
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Samstagsarbeit
- Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Abläufen
- Grundkenntnisse in Deutsch und im Umgang mit Zahlen
- Staplerschein von Vorteil, in manchen Lagern Voraussetzung
- Tauglichkeit für Kühl- und Tiefkühlbereiche, wo gefordert
Wo man arbeitet
- Versand- und Fulfillmentzentren des Onlinehandels
- Zentrallager des Lebensmittel- und Einzelhandels
- Großhandelsbetriebe
- Logistikdienstleister und Speditionen mit Lager
- Ersatzteil- und Produktionslager in der Industrie
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsatz in Lagern
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt meist ohne Ausbildung nach einer Einarbeitung von wenigen Tagen, oft über Zeitarbeit. Ein Staplerschein ist in einem ein- bis dreitägigen Lehrgang erhältlich. Wer sich qualifizieren will, macht die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik mit IHK-Abschluss.
Offene Stellen als Mitarbeiter Kommissionierung
In der Suche fortsetzenMitarbeiter Kommissionierung (m/w/d)
Mitarbeiter (m/w/d) Kommissionierung
Verwandte Berufe
Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik planen und steuern Warenein- und -ausgang, Lagerung und Versand und halten die Bestände im System korrekt.
- Offene Stellen
- 359
- Monatsbrutto
- 2.650 – 3.850 €
Fachlagerist
Fachlageristen nehmen Waren an, lagern sie fachgerecht ein, kommissionieren Aufträge und bereiten den Versand vor – mit zweijähriger Ausbildung.
- Offene Stellen
- 112
- Monatsbrutto
- 2.550 – 3.400 €
Lagerhelfer
Lagerhelfer nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Aufträge zusammen und machen Sendungen versandfertig – ohne dass dafür eine Ausbildung vorausgesetzt wird.
- Offene Stellen
- 77
- Monatsbrutto
- 2.400 – 3.150 €
Staplerfahrer
Staplerfahrer bewegen Paletten und schwere Lasten mit Gabelstaplern, be- und entladen Lkw und versorgen Produktion und Lager mit Material.
- Offene Stellen
- 384
- Monatsbrutto
- 2.500 – 3.350 €
Versandmitarbeiter
Stellt im Lager Sendungen zusammen, verpackt sie, erstellt Versandpapiere und übergibt die Ware an Paketdienste und Speditionen.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 2.300 – 3.050 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...