Schweißer
Verbindet Metallteile mit MAG-, WIG- oder E-Hand-Verfahren – im Stahlbau, im Behälterbau, an Anlagen oder an der Schweißzelle in der Serienfertigung.
44 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Schweißer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.100 € | 3.450 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.050 € | 3.450 € | 3.900 € | 41.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.350 € | 3.850 € | 4.400 € | 46.200 € |
Grundlage sind die Facharbeitergruppen der Flächentarife der Metall- und Elektroindustrie und des Metallhandwerks sowie für Einsätze über Personaldienstleister das Tarifwerk der Zeitarbeit (GVP, früher iGZ und BAP) mit den Branchenzuschlägen für die Metallindustrie. Zusätzliche Prüfungen und Montageeinsätze heben den Lohn; Schicht- und Montagezulagen sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Schweißer ist in Deutschland kein eigener Ausbildungsberuf, sondern eine Tätigkeit mit Prüfung. Was einen Schweißer auf dem Arbeitsmarkt ausmacht, steht nicht im Gesellenbrief, sondern auf seinem Prüfungszeugnis nach DIN EN ISO 9606: welches Verfahren, welcher Werkstoff, welche Position, welche Blechdicke. Ein Schweißer mit gültiger WIG-Prüfung für Edelstahl in Zwangslage ist ein anderer Kandidat als einer mit MAG-Prüfung für Baustahl in Wannenlage, und die Anzeigen fragen genau danach.
Die Verfahren prägen den Arbeitsalltag. MAG-Schweißen ist das Arbeitspferd im Stahl- und Metallbau, schnell und für große Nahtlängen. WIG ist langsamer, aber sauber und präzise, und damit gefragt bei Edelstahl, Aluminium und Rohrleitungen, bei denen die Wurzel dicht sein muss. E-Hand ist auf Baustellen und im Freien verbreitet. Dazu kommt das Lesen von Zeichnungen und Schweißsymbolen, das Vorbereiten der Nahtfugen, das Heften und die Sichtprüfung der eigenen Naht. Im Betonstahlbau gelten eigene Regeln und eine eigene Prüfnorm.
In diesem Bestand kommen die Anzeigen ganz überwiegend von Personaldienstleistern, gut ein Viertel ist ausdrücklich als Arbeitnehmerüberlassung ausgeschrieben. Teilzeit kommt nicht vor. Die Titel zeigen die Bandbreite: vom Betonstahl bis zur automatisierten Schweißtechnik, bei der der Schweißer Roboter einrichtet, Programme anpasst und die Qualität der Nähte überwacht, statt selbst den Brenner zu führen.
Die Arbeit ist körperlich und findet in Hitze, Lärm und Rauch statt; Absaugung, Schutzkleidung und Atemschutz sind Pflicht, nicht Empfehlung. Die Prüfungen müssen regelmäßig bestätigt und nach Ablauf erneuert werden, sonst verliert der Schweißer seine Einsetzbarkeit für geprüfte Arbeiten. Wer mehrere Verfahren beherrscht und Prüfungen für anspruchsvolle Werkstoffe nachweist, hat die besten Karten und die höheren Löhne.
Aufgaben
- Bauteile nach Zeichnung und Schweißanweisung vorbereiten und heften
- Nähte im MAG-, WIG- oder E-Hand-Verfahren schweißen
- Schweißnähte schleifen, richten und sichtprüfen
- Schweißroboter einrichten und Programme anpassen
- Schweißgeräte, Brenner und Zubehör warten
- Arbeitsschutz- und Qualitätsvorgaben einhalten und dokumentieren
Voraussetzungen
- Gültige Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 für die gefragten Verfahren
- Idealerweise eine Ausbildung im Metallbereich, etwa als Metallbauer oder Konstruktionsmechaniker
- Sicheres Lesen technischer Zeichnungen und Schweißsymbole
- Körperliche Belastbarkeit und ruhige Hand
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, je nach Stelle auch zu Montage
- Sorgfalt im Umgang mit Schutzausrüstung
Wo man arbeitet
- Stahl- und Metallbaubetriebe
- Behälter-, Apparate- und Rohrleitungsbau
- Serienfertigung mit Schweißroboterzellen
- Betonstahl- und Bewehrungsbau
- Werften und Schienenfahrzeugbau
- Personaldienstleister mit Einsatz in Kundenbetrieben
Der Weg in den Beruf
Einen Ausbildungsberuf Schweißer gibt es nicht. Der übliche Weg ist eine Metallausbildung, etwa als Metallbauer oder Konstruktionsmechaniker, bei der Schweißen zum Inhalt gehört, ergänzt um Schweißerprüfungen in Lehrgängen, zum Beispiel bei Kursstätten des DVS. Auch Quereinsteiger ohne Metallausbildung können über solche Lehrgänge, oft von der Arbeitsagentur gefördert, zum geprüften Schweißer werden. Weiterführend sind Fortbildungen zum Schweißfachmann oder, mit Techniker- oder Ingenieurabschluss, zum Schweißtechniker und Schweißfachingenieur.
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